5.1.2026 – 14 der 50 größten Anbieter kamen 2024 in der Schaden-/Unfallversicherung auf eine kombinierte Schaden-Kosten-Quote von über 100 Prozent. In der Spitze waren es 135 Prozent bei der Garanta, die sich auch am deutlichsten verschlechterte. Dies zeigt der „Branchenmonitor 2025: Kompositversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig.
Im Geschäftsjahr 2024 landeten die im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) organisierten Schaden-/Unfallversicherer erneut in der Gewinnzone. Die Combined Ratio (nach Abwicklung; in Relation zu den verdienten Bruttobeiträgen) verbesserte sich von 98,8 auf 96,1 Prozent.
Während die Prämieneinnahmen um über acht Prozent auf einen Rekordwert von 92,5 Milliarden Euro stiegen, nahmen die Leistungen nur halb so stark zu. Sie erhöhten sich lediglich um vier Prozent auf fast 69 Milliarden Euro (bereinigt aufgrund der Änderung der Grundgesamtheit).
Damit musste die Branche so tief in die Tasche greifen wie niemals zuvor. Der bisherige Rekordwert war im Jahr zuvor erreicht worden (VersicherungsJournal 30.1.2025), als sogar das vom Sturmtief „Bernd“ (Archiv) geprägte Jahr 2021 übertroffen worden war (22.2.2023).

In den vergangenen 18 Jahren fiel die kombinierte Schaden-Kosten-Quote nur sechsmal höher aus als im Geschäftsjahr 2024. Der Höchstwert im Betrachtungszeitraum wurde 2013 erreicht. Seinerzeit hatten gehäufte Extremwetterereignisse wie das Juni-Hochwasser sowie diverse Hagelstürme für einen immensen Schadenaufwand gesorgt (6.1.2014).
Laut dem „Branchenmonitor 2025: Kompositversicherung“ von der V.E.R.S. Leipzig GmbH landeten angeführt von der Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG, Direktion für Deutschland, 34 Akteure in der Gewinnzone (5.1.2026).
14 Marktteilnehmer schafften es 2024 – entgegen dem Branchentrend – versicherungstechnisch nicht in die schwarzen Zahlen. In der Publikation werden zahlreiche Kennzahlen der 50 größten Akteure mit etwa 87 Prozent Marktanteil dargestellt. Im Jahr zuvor traf dies auf 25 Akteure zu (17.2.2025).
Der höchste Wert wird mit über 135 Prozent für die Garanta Versicherungs-AG ausgewiesen. Bei der Gesellschaft, die etwa drei Viertel ihres Umsatzes mit der Kraftfahrtversicherung erzielt, stiegen die verdienten Bruttoprämien um zwölf Prozent auf knapp 232 Millionen Euro an.
Da gleichzeitig die Schadenaufwendungen mehr als dreimal so stark (plus 44 Prozent) auf fast 263 Millionen Euro stiegen, verschlechterte sich die Schadenquote um 25 Prozentpunkte. Auf etwa gleich hohem Niveau stieg auch die kombinierte Schaden-Kosten-Quote an, da die Betriebskostenquote nur um Nuancen auf 21,8 Prozent stieg.
Auf die zweithöchste Combined Ratio (117 Prozent) kam die Garanta-Schwester Nürnberger Allgemeine Versicherungs-AG. Die Steigerung um zehn Prozentpunkte war ausschließlich schadenseitig bedingt – die Betriebskostenquote sank sogar minimal auf 32,1 Prozent, was allerdings sieben Prozentpunkte über dem Schnitt der 50 im Branchenmonitor aufgeführten Anbieter liegt.
Die Schadenaufwendungen stiegen mit über einem Fünftel (auf 755 Millionen Euro) mehr als dreimal so stark an wie die Einnahmen (plus 7,5 Prozent auf rund 889 Millionen Euro). In der Folge erhöhte sich die Schadenquote von 75 auf 85 Prozent.
Ursächlich dafür waren laut Geschäftsbericht 2024 (PDF, 962 KB) „Nachreservierungen zu Vorjahresschäden insbesondere bei den Long-Tail-Sparten (Haftpflicht- und Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung), Geschäftsjahres-Großschäden sowie zusätzliche Reserveverstärkungen.“ Die branchenweit höchste Combined Ratio hatte die Nürnberger in den Sparten Kfz (8.12.2025) und Haftpflicht (27.10.2025) hinzunehmen.
Das Unternehmen hatte wegen der verschlechterten Versicherungstechnik ein umfangreiches Sanierungsprogramm gestartet (8.4.2025, 11.2.2025). Inzwischen hat die Vienna Insurance Group AG Wiener Versicherung Gruppe (VIG) die Aktienmehrheit übernommen (17.10.2025).
Versicherungstechnisch zwischen zehn und neun Cent Verlust pro Beitragseuro schrieben die DA Deutsche Allgemeine Versicherung AG (DA Direkt) sowie die Europa Versicherung AG.
Zwischen gut sechs und knapp vier Prozent höhere Ausgaben als Einnahmen hatten die Arag Allgemeine Versicherungs-AG, die Bayerischer Versicherungsverband Versicherungs-AG, die Rhion Versicherung AG, die WGV-Versicherung AG, die Kravag Allgemeine Versicherungs-AG und die Huk24 AG.

Noch etwas stärker als bei der Nürnberger stieg die kombinierte Schaden-Kosten-Quote bei der Arag an (plus zwölf Prozentpunkte). Während die Betriebskostenquote nur um etwa 0,5 Prozentpunkte auf 43 Prozent stieg, erhöhte sich die Schadenquote von 51,3 auf 62 Prozent.
Dabei nahm der Schadenaufwand mit weit über einem Viertel Fünftel (auf 141 Millionen Euro) um ein Vielfaches stärker zu als der Umsatz (plus knapp vier Prozent auf 224 Millionen Euro). Laut Geschäftsbericht 2024 (PDF, 609 KB) resultierte die Erhöhung der Schadenquote „insbesondere aus einer höheren Belastung aus Geschäftsjahres-Großschäden.“
Die Arag gehörte in der Sparte Hausrat zu drei Marktteilnehmern, die mehr für Schäden und Kosten ausgaben, als sie einnahmen (30.10.2025). Auch in der Haftpflichtversicherung war sie einer der wenigen Akteure, die versicherungstechnisch in der Verlustzone landeten.
Die stärkste Verbesserung schaffte die Huk24 (minus acht Prozentpunkte). Um zehn Prozent (auf 1.369 Millionen Euro) gestiegenen Schadenaufwendungen standen um fast ein Fünftel erhöhte Einnahmen in Höhe von 1.400 Millionen Euro gegenüber.
Das Unternehmen mit Schwerpunkt in der Kraftfahrtversicherung (93 Prozent Umsatzanteil) weist nach wie vor die marktweit niedrigste Betriebskostenquote von nicht einmal zehn Prozent aus. Andererseits bedeuten 97,8 Prozent die zweithöchste Schadenquote hinter der Garanta.
Der „Branchenmonitor 2025: Kompositversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die Daten werden auf Sechsjahressicht dargestellt (2018 bis 2023). Die rund 80-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 892,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.
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