14.1.2026 – Im Schnitt der vergangenen fünf Jahre (2020 bis 2024) betrug die Bestandsstornoquote der deutschen Lebensversicherer 2,58 Prozent. Den besten Wert (unter ein Prozent) schaffte die Europa. Auf vergleichsweise hohe Quoten kamen neben der Targo auch die LPV und die Neue Leben. Von den Branchengrößen landete nur der Marktführer Allianz in den Top Ten.
2024 ist die Bestandsstornoquote in der Lebensversicherung (Hauptversicherungen; Rückkäufe und Umwandlungen in beitragsfreie Versicherungen zuzüglich sonstiger vorzeitiger Abgänge in Prozent des mittleren Vertragsbestandes des Geschäftsjahres) von 2,55 auf 2,7 Prozent angestiegen.
Dies zeigt der Map-Report Nummer 941 – „Bilanzrating deutscher Lebensversicherer 2024“ (VersicherungsJournal 18.11.2025). Höher war die Quote zuletzt im Jahr 2017 ausgefallen. Zwischen 2020 und 2023 lag die Stornoquote zwischen 2,51 und 2,59 Prozent. Als Fünfjahresschnitt (2020 bis 2024) haben die Analysten 2,58 Prozent errechnet.
| Bei der Stornoquote werden Rückkäufe und vorzeitige Abgänge in Beziehung zum mittleren Jahresbestand gesetzt. Diese Quote ist für den Map-Report-Chefredakteur Reinhard Klages ein wichtiger Indikator für die Qualität eines Lebensversicherers. Dieser „misst, wie viele Verträge, in Prozent des Bestandes, vorzeitig gekündigt werden“. Durch diese Quote würden junge, schnell wachsende Unternehmen möglicherweise benachteiligt. Denn der Nenner sei klein und in den ersten Jahren passierten viele Storni. „Neben schlechter Beratung ist diese Kennzahl häufig auch ein Indiz für eine Strategie, die stark auf Finanzierungen oder Geldanlagen setzt. Ändern sich dann steuerliche Rahmenbedingungen oder fällt der Investitionszweck weg, wird schnell storniert“, erläutert Klages. Der vorzeitige Abgang von Verträgen hänge allerdings auch von externen Faktoren ab, die sich dem Einflussbereich des Versicherers entzögen – so beispielsweise von der wirtschaftlichen und persönlichen Situation des Versicherungsnehmers. In der Regel nehme die Stornohäufigkeit mit zunehmender Bestandszugehörigkeit ab. Direkt auf die Unternehmensqualität schließen lässt die Stornoquote allerdings nicht. Dies legte der Diplom-Mathematiker und Aktuar (DAV) Peter Schramm vor einiger Zeit in einem Leserbrief im VersicherungsJournal dar. |
| Quellen: Map-Report 941, eigene Recherche |
19 der 54 aufgeführten Gesellschaften blieben unter zwei Prozent. Den Spitzenplatz sicherte sich erneut die Europa Lebensversicherung AG. Die Bestandsstornoquote betrug im Fünfjahresschnitt 0,91 Prozent.
Knapp über der Marke von einem Prozent blieben die inzwischen ins Neugeschäft zurückgekehrte und in BY die Bayerische Vorsorge Lebensversicherung a.G. umfirmierte frühere Bayerische Beamten Leben a.G. (5.6.2024), die Versicherer im Raum der Kirchen Lebensversicherung AG (VRK) sowie die Hannoversche Lebensversicherung AG.
Werte zwischen knapp 1,4 und unter 1,6 Prozent werden ausgewiesen für die Ideal Lebensversicherung a.G., die Inter Lebensversicherung AG, die Lebensversicherung von 1871 a.G. München (LV 1871), die Allianz Lebensversicherungs-AG, die Dialog Lebensversicherungs-AG und die Münchener Verein Lebensversicherung AG.

21 weitere Akteure agierten besser als der Markt. Für insgesamt 24 Lebensversicherer haben die Analysten Quoten mit einer Zwei vor dem Komma errechnet. Sechs weitere Marktteilnehmer lagen zwischen drei und unter vier Prozent.
Am unteren Ende der Rangliste befindet sich die ehemals Targo Lebensversicherung AG (nun HDI Vorsorge Lebensversicherung AG) (5.1.2026) mit annähernd 8,5 Prozent. Über sechs Prozent waren es bei der LPV Lebensversicherung AG, über fünf Prozent bei der Neuen Leben Lebensversicherung AG.
Jeweils um die vier Prozent waren es bei der Bayern-Versicherung Lebensversicherung AG, bei der Provinzial Lebensversicherung AG und bei der BL die Bayerische Lebensversicherung AG.

Von den zehn Marktgrößen mit mindestens 1,8 Millionen Verträgen im Bestand agierten neben der Allianz nur zwei weitere besser als der Markt (14.1.2026).
Der Map-Report Nummer 941 – „Bilanzrating deutscher Lebensversicherer 2024“ ist bei der Franke und Bornberg GmbH erschienen. Er enthält auf 201 Seiten neben den detaillierten Ratingergebnissen (21.10.2025) auch Übersichten zu insgesamt rund zwei Dutzend Bilanzkennzahlen (Geschäftsjahr 2024) von bis zu 75 Anbietern.
Dazu gehören neben dem Bestand an Hauptversicherungen (4.11.2025, 4.11.2024) unter anderem auch die Verwaltungskosten- (28.10.2025, 28.10.2025) sowie die Abschlusskostenquoten (11.11.2025, 11.11.2025).
Das Heft ist als E-Paper ab 495 Euro netto über die Bestellseite von Franke und Bornberg erhältlich.
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