24.2.2026 – Elektro-Pkw verunfallen seltener und haben einen niedrigeren Schadenbedarf als Fahrzeuge mit anderem Antrieb. Hybride mit Plug-in kommen auf den höchsten Schadenbedarf und die höchsten durchschnittlichen Kosten pro Crash. Das geht aus der gemeinschaftlichen Kraftfahrt-Statistik von Bafin und GDV hervor.
Die etwa 1,344 Millionen haftpflichtversicherten Personenkraftwagen (Wagniskennziffer (WKZ) 112) mit Elektroantrieb haben 2024 knapp 58.500 Schäden verursacht. Der Aufwand betrug fast 288,7 Millionen Euro.
Die knapp 834.900 Hybrid-Pkw mit Plug-in verursachten knapp 41.700 Crashs mit 226,3 Millionen Euro Schadenaufwand. Bei den über 497.400 hybriden Fahrzeugen ohne Plug-in führten rund 25.250 Unfälle zu einem Aufwand von 127,2 Millionen Euro.
Das zeigt die „Jahresgemeinschaftsstatistik über den Schadenverlauf in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 2024“. Sie listet erstmals Schadendaten aufgeschlüsselt nach Antriebsart auf.
Die Statistik wird vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) gemeinsam herausgegeben und beinhaltet keine Aufwendungen für die Schadenregulierung.
Was die Unfallhäufigkeit betrifft, so kracht es bei den Gefährten mit Elektroantrieb vergleichsweise selten (44 Crashs je 1.000 Jahreseinheiten). Zum Vergleich: Für die Gesamtheit der WKZ 112 wird eine relative Schadenhäufigkeit von 50 ausgewiesen (11.12.2025).
Mit 51 Unfällen je 1.000 Einheiten leicht überdurchschnittlich ausgeprägt ist die Kennzahl bei den Hybriden ohne Plug-in. Genau auf den Durchschnittswert aller Personenkraftwagen kamen auch die Hybriden mit Plug-in. Gleiches gilt auch für die fast 43,6 Millionen Fahrzeuge starke Kategorie „Andere“. Dort sind alle Pkw erfasst, die nicht elektrisch oder hybrid angetrieben werden.
Der Schadendurchschnitt bei den Hybrid-Pkw mit Plug-in liegt mit 5.429 Euro um 550 Euro über dem Schnitt aller Fahrzeuge der WKZ 112 (4.879 Euro). Bei Hybrid-Pkw ohne Plug-in sind es knapp über 5.000 Euro, bei den „Anderen“ leicht unterdurchschnittliche 4.865 Euro.
Der für die Prämienkalkulation wichtige Schadenbedarf ist bei den Personenkraftwagen mit Elektroantrieb mit 215 Euro sehr niedrig ausgeprägt. Für die Gesamtheit der Gefährte dieser Gattung sind es – wie auch für die Kategorie „Andere“ – 243 Euro. Für die Hybride ohne Plug-in wird in der Statistik ein Wert von 256 Euro aufgelistet. Bei den Hybriden mit Plug-in sind es 271 Euro.

Die Statistik liefert auch Erkenntnisse für Pkw: Bei den Zweitwagen fällt das Unfallgeschehen für die Versicherer in allen drei Sektoren ungünstiger aus. So verunfallen Flottenfahrzeuge häufiger, und auch der Schadenbedarf fällt höher aus. Ebenfalls kostet ein Crash im Schnitt mehr als bei den Pkw insgesamt, aber weniger als bei den Zweitwagen (VersicherungsJournal 11.12.2025, 30.1.2026).
Bei der Tarifgruppe B, in der die Angehörigen des öffentlichen Dienstes versichert sind, sieht es hingegen klar günstiger aus (18.12.2025). Gleiches gilt auch für die Jahresprämienzahler (20.1.2026) sowie das Merkmal „Immobilienbesitz“ (6.1.2025).
Zudem fällt laut Statistik das Schadengeschehen umso ungünstiger für die Versicherer aus, je höher die jährliche Fahrleistung ist (14.1.2026). Auch das Fahrzeugalter bei Erwerb wirkt sich auf die Schadenssituation aus: Mit zunehmendem Alter wird es für die Versicherer immer teurer (26.1.2026).
Was die Schadenssituation bei den haftpflichtversicherten Krafträdern und -rollern (WKZ 003) betrifft, so ereigneten sich 2024 bei nur leicht gestiegener Fahrzeugzahl deutlich mehr Unfälle als im Jahr zuvor. Da die Kosten für die Kollisionen erneut stiegen, erhöhten sich auch Schadenbedarf und -durchschnitt (9.2.2026). Bei den Fahrzeugen mit Versicherungskennzeichen zeigen sich je nach Wagnisart erhebliche Unterschiede (16.2.2026).
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