4.2.2026 – Die Beitragseinnahmen in der Kompositversicherung sind 2025 um knapp acht Prozent auf 99,7 Milliarden Euro gestiegen. Dies gab der GDV am Mittwoch auf Basis vorläufiger Zahlen bekannt. Versicherungstechnisch blieb das Segment in der Gewinnzone, wobei die Combined Ratio sich klar auf 91 Prozent verbesserte. Die höchste, wenn auch erneut kräftig gesunkene kombinierte Schaden-Kosten-Quote erwartet der Verband in den Segmenten Kfz-Flotte (101 Prozent) und Vollkasko (100 Prozent), wodurch auch die Kraftfahrtversicherung insgesamt in die schwarzen Zahlen kam. Deutlich positiv entwickelte sich auch die Wohngebäude-Sparte.
Im vergangenen Jahr haben die im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) zusammengeschlossenen Versicherer mit voraussichtlich 253,6 Milliarden Euro etwa 6,6 Prozent mehr Beitragseinnahmen erzielt als 2024.
In der Schaden-/Unfallversicherung ging es mit knapp acht Prozent auf 99,7 Milliarden Euro minimal schwächer nach oben als ein Jahr zuvor (VersicherungsJournal 8.10.2025). Dies teilte der GDV am Mittwoch im Rahmen der Jahresmedienkonferenz der deutschen Versicherer mit.
Bei den Zahlen für 2025 handelt es sich um Hochrechnungen auf Basis des dritten Quartals (Stand: Ende November 2024). Das heißt, dass noch Abweichungen möglich sind. Dies war vor acht Jahren besonders deutlich zu beobachten.
Ende Januar hatte der GDV in Wohngebäude zunächst von einer Combined Ratio (nach Abwicklung, in Relation zu den verdienten Bruttobeiträgen im inländischen Direktgeschäft) von voraussichtlich 101 Prozent berichtet (27.1.2017).
Mitte März 2017 hatte der Versichererverband den Wert auf etwa 97 Prozent nach unten korrigiert (15.3.2017). Im Herbst war dann eine endgültige kombinierte Schaden-Kosten-Quote von nur noch 96 Prozent vermeldet worden (6.11.2017).
Die Versicherungsleistungen (Aufwand für Geschäftsjahresschäden inklusive Schadenregulierungskosten und Rückstellungen) wuchsen im vergangenen Jahr zwar erneut auf einen neuen Rekordstand an. Mit 0,6 Prozent (auf 69,4 Milliarden Euro) war die Steigerungsrate allerdings um ein Vielfaches niedriger ausgeprägt als vor Jahresfrist.
Da die Schadenlast ein ganzes Stück langsamer gestiegen ist als das Prämienaufkommen, verbesserte sich die Ertragslage deutlich. Laut GDV-Präsident Dr. Norbert Rollinger wirkte sich vor allem das Ausbleiben größerer Naturkatastrophen im Jahr 2025 „positiv auf die Schadenbilanzen vieler Versicherer aus“. Nach verlustreichen Jahren sehe die Branche wieder schwarze Zahlen. Das dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Klimarisiken langfristig weiter zunähmen.
Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote in Schaden/Unfall wird mit voraussichtlich etwa 91 Prozent angegeben. Dies ist im Bereich des 20-Jahres-Tiefstwerts, der 2020 mit nicht einmal 91 Prozent erreicht wurde (18.1.2024). Vor Jahresfrist waren es 96,1 Prozent. Seit 2007 lag die Combined Ratio nur zwei Mal über 100 Prozent.

Ein Blick auf die einzelnen Komposit-Versicherungssparten zeigt wenig überraschend eine große Spannbreite bei den versicherungstechnischen Ergebnissen. Beim „Sorgenkind“ Flottenversicherung verminderte sich die kombinierte Schaden-Kosten-Quote von 107,7 auf voraussichtlich 101 Prozent.
Dies entspricht dem drittniedrigsten Wert seit 2008. Im Betrachtungszeitraum lag der Wert nur zwei Mal unterhalb der Marke von 100 Prozent.

Die Einnahmen stiegen mit elf Prozent (auf 5,3 Milliarden Euro) fast viermal so stark wie der Aufwand für Geschäftsjahresschäden (plus drei Prozent auf 4,7 Milliarden Euro). Angaben zu den Betriebsausgaben sind dem Zahlenmaterial nicht zu entnehmen.
In der Vollkaskoversicherung sank die Combined Ratio voraussichtlich um etwa 15 Prozentpunkte auf voraussichtlich 100 Prozent. Ob es für die Rückkehr in die Gewinnzone gereicht hat, werden erst die endgültigen Jahreszahlen zeigen.
Dabei standen den um 16 Prozent (auf 14,4 Milliarden Euro) gestiegenen Einnahmen nur moderat erhöhte Leistungen von 12,4 Milliarden Euro (plus 0,5 Prozent) gegenüber. Beides sind neue Rekordwerte – und die kombinierte Schaden-Kosten-Quote liegt auf 18-Jahressicht auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.
Lediglich fünfmal im Betrachtungszeitraum kam dieser Zweig versicherungstechnisch in die Gewinnzone. Der Tiefstwert wurde 2020 mit nur knapp über 90 Prozent erreicht. In dem vom Sturmtief „Bernd“ (Archiv) geprägten Jahr 2021 waren es 127 Prozent.

Höhere Ausgaben als Einnahmen hatten die Kraftfahrtversicherer im Segment Kfz-Haftpflicht (voraussichtlich 96 Prozent Combined Ratio). In der Teilkaskoversicherung ging es um über zehn Prozentpunkte auf voraussichtlich 84 (2024: 98,3) Prozent nach unten. Für den Versicherungszweig Kfz gesamt ergibt sich eine Combined Ratio von etwa 96 (104) Prozent.
Eine positive Entwicklung gab es der GDV-Prognose zufolge im vergangenen Jahr in der verbundenen Wohngebäudeversicherung. Hier rechnet der Verband mit einer kombinierten Schaden-Kosten-Quote von 90 Prozent nach 99,6 Prozent im Jahr 2024.
Auf der Einnahmenseite ging es um etwa ein Dreizehntel auf 14,2 Milliarden Euro nach oben. Gleichzeitig reduzierten sich die Ausgaben um rund ein Zwölftel auf 8,7 Milliarden Euro. Seit 2002 schaffte es dieser Zweig insgesamt nur sechsmal in die Gewinnzone.

Andererseits gehörten insbesondere die private Unfallversicherung (etwa 75 nach 75,1 Prozent in 2024) und das Segment „Kredit-, Kautions-, Vertrauensschadenversicherung“ (minus fünf Punkte auf 75 Prozent) zu den großen Gewinnbringern in der Kompositversicherung.
Voraussichtlich jeweils bei um die 80 Prozent liegt die Combined Ratio in der verbundenen Hausratversicherung sowie in der technischen Versicherung (jeweils minus etwa vier Prozentpunkte). In der allgemeinen Haftpflichtversicherung dürfte sich die kombinierte Schaden-Kosten-Quote nach der GDV-Prognose leicht auf 88 Prozent verbessern und in Rechtsschutz leicht auf 94 Prozent verschlechtern.

Auf der Jahresmedienkonferenz prognostizierte der GDV ferner eine deutliche Steigerung der Beitragseinnahmen in der Schaden-/Unfallversicherung von etwa 5,2 Prozent für das laufende Jahr.
Wachstumseffekte erwartet der Verband unter anderem durch die stärkere Verbreitung von Elementardeckungen (30.1.2026). Das dürfe jedoch „nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich Klimaschäden durch extreme Wetterereignisse zunehmend in der Schadenbilanz niederschlagen werden.“
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