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Wie schadenintensiv sind „Rostlauben“?

26.1.2026 – Oldtimer sind am seltensten in einen Haftpflichtschaden verwickelt, verursachen aber den höchsten Durchschnittsschaden. 16 bis unter 23 Jahre alte Pkw verunfallen am häufigsten. Bei den 18 bis 22 Jahre alten Gefährten fällt der Schadenbedarf am höchsten aus. Bei unter drei Jahre alten Fahrzeugen sind Schadenbedarf (209 Euro) und Schadendurchschnitt (4.704 Euro) am niedrigsten ausgeprägt. Dies geht aus der gemeinschaftlichen Kraftfahrt-Statistik von Bafin und GDV für 2024 hervor.

2024 haben die rund 46,25 Millionen versicherten Personenkraftwagen (Wagniskennziffer (kurz: WKZ) 112) etwa 2,31 Millionen Schäden mit einem Schadenaufwand von etwa 11,25 Milliarden Euro verursacht. Dies zeigt die „Jahresgemeinschaftsstatistik über den Schadenverlauf in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 2024“.

Die vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) gemeinsam herausgegebene Statistik beinhaltet keine Aufwendungen für die Schadenregulierung.

Immobilienbesitzer und Beamte sind die besseren Risiken

Weitere Erkenntnisse: Die durchschnittliche von den Haftpflichtversicherern zu zahlende Entschädigung lag zuletzt bei 4.879 Euro (2023: 4.583; 2022: 4.378). Der für die Prämienkalkulation wichtige Schadenbedarf belief sich auf 243 Euro (231; 212). Dabei verursachten die Pkw unverändert 50 (2022: 48) Unfälle je 1.000 Jahreseinheiten.

Bei den Zweitwagen fällt das Unfallgeschehen für die Versicherer in allen drei Sektoren ungünstiger aus. So verunfallen Flottenfahrzeuge häufiger, und auch der Schadenbedarf fällt höher aus. Ebenfalls kostet ein Crash im Schnitt mehr als bei den Pkw insgesamt, aber weniger als bei den Zweitwagen (VersicherungsJournal 11.12.2025).

Bei der Tarifgruppe B, in der die Angehörigen des öffentlichen Dienstes versichert sind, sieht es hingegen klar günstiger aus (18.12.2025). Gleiches gilt auch für die Jahresprämienzahler (20.1.2026) sowie das Merkmal „Immobilienbesitz“ (6.1.2025). Zudem fällt laut Statistik das Schadengeschehen umso ungünstiger für die Versicherer aus, je höher die jährliche Fahrleistung ist (14.1.2026).

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So wirkt sich das Fahrzeugalter ...

In die Tarifkalkulation fließen neben den obengenannten auch zahlreiche weitere Merkmale ein, unter anderem das Fahrzeugalter bei Erwerb. So stufen viele Versicherer Neu- oder sehr junge Gebrauchtwagen in der Prämie günstiger ein als Fahrzeuge, die beim Erwerb schon viele Jahre alt sind.

Mit Blick auf die Statistik betrachtet ist dies sinnvoll. Denn von den Autos, die beim Kauf jünger als drei Jahre waren, verursachten 2024 nur 44 von 1.000 versicherten Jahreseinheiten einen Haftpflichtschaden. Bei den beim Kauf 16 bis unter 23 Jahre alten Gefährten waren es hingegen weit über 70 Unfälle je 1.000 versicherte Einheiten.

... auf das Unfallgeschehen aus

Bis drei Jahre alte Pkw, die mit fast 22,9 Millionen Stück die größte Gruppe in dieser Fahrzeugklasse darstellen, kamen auf den niedrigsten Schadenbedarf von 209 Euro. Die höchsten Werte werden für die 16 bis 17 Jahre alten (375 Euro) sowie für 18 bis 22 Jahre alten Fuhrwerke (406 Euro) ausgewiesen.

Zwischen den Neu- und jungen Gebrauchtwagen und der Gruppe der Personenkraftwagen zwischen 18 und 22 Jahren steigen Schadenhäufigkeit und -bedarf fast kontinuierlich an. In der letztgenannten Gruppe liegt der Schadendurchschnitt mit 5.426 Euro um über ein Siebtel über dem derjenigen Autos, die beim Kauf noch keine drei Jahre alt waren. Dort sind es nur 4.704 Euro.

Sehr alte Autos verunfallen seltener

Von je 1.000 Fuhrwerken, die beim Kauf älter als 23 Jahre waren, verursachten allerdings nur 44 einen Unfall. Das ist mit rund 910.000 Einheiten nicht nur die zweitkleinste, sondern von der Unfallbeteiligung her mit die günstigste und vom Schadenbedarf (244 Euro) her die viertgünstigste Gruppe für die Versicherer.

Die durchschnittlichen Kosten pro Crash liegen mit 5.596 Euro allerdings höher als in jeder anderen Altersklasse. Nur in den Altersklassen ab 13 Jahren wurde ebenfalls die Marke von 5.000 Euro überschritten.

Schadengeschehen (Bild: Wichert)

Bei knapp 1,8 Millionen Personenkraftwagen haben die Anbieter das Merkmal „Fahrzeugalter bei Erwerb“ nicht abgefragt. Für einen von dieser Gruppe verursachten Crash müssen die Haftpflichtversicherer mit 4.996 Euro fast 120 Euro mehr bezahlen als für einen Pkw-Unfall insgesamt.

Die Unfallhäufigkeit (47 pro 1.000 Einheiten) liegt etwas unter dem Durchschnitt aller Gefährte mit der WKZ 112. Der Schadenbedarf liegt mit 234 Euro um neun Euro unter dem aller Fuhrwerke dieser Gattung.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Haftpflichtversicherung · Pkw · Schadenregulierung · Versicherungsaufsicht
 
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