30.1.2026 – Weit über die Hälfte der bei der Versicherungsombudsfrau im vergangenen Jahr eingegangenen Beschwerden über Versicherungsunternehmen betrafen die Kraftfahrt-, die Rechtsschutz- oder die Lebensversicherung. Die Eingaben nahmen um ein gutes Drittel auf mehr als 28.000 zu. In allen Sparten wurden mehr Reklamationen gezählt als vor Jahresfrist. Am deutlichsten nahm das Beschwerdeaufkommen zu in den Segmenten „Sparte in Klärung“ und „Allgemeine Haftpflichtversicherung“, wie der jetzt veröffentlichte Tätigkeitsbericht 2025 der Schlichtungsstelle zeigt.
Der Versicherungsombudsmann e.V., der seit April 2024 von der Ombudsfrau Dr. Sibylle Kessal-Wulf geführt wird (VersicherungsJournal 9.1.2024), hat am Freitag den „Tätigkeitsbericht 2025“ (PDF, 239 KB) vorgelegt. Dieser muss seit sieben Jahren (1.4.2016) gemäß § 34 Absatz 1 VSBG in Verbindung mit § 4 VSBInfoV erstellt werden.
Zur Premiere war nur über ein „Rumpfjahr“ (August bis Dezember 2016) berichtet worden (12.4.2017). Die zweite (8.2.2018) und die folgenden Auflagen umfassten dann jeweils ein komplettes Berichtsjahr.
Dem Bericht ist neben verschiedenen verfahrenstechnischen Angaben unter anderem zu entnehmen, wie häufig sich Verbraucher in den einzelnen Sparten über Versicherungsunternehmen beschweren. Zudem wird aufgeführt, wie viele Reklamationen warum abgewiesen oder nicht weiterverfolgt wurden.
2025 gingen bei der Schlichtungsstelle dem Bericht zufolge 28.014 Anträge auf Durchführung eines Streitbeilegungsverfahrens (§ 4 Absatz 1 VSBInfoV) gegen Versicherungsunternehmen ein. Das sind über ein Drittel mehr als im Jahr zuvor, als es um ein Fünftel nach oben gegangen war (21.1.2025).
In Relation zu den rund 461 Millionen Verträgen in der Lebens- und Kompositversicherung fällt das Beschwerdeaufkommen trotz der neuen Rekordzahl an eingegangen Beanstandungen allerdings weiterhin verschwindend gering aus.
Im Berichtsjahr war wie im Vorjahr die Rechtsschutzversicherung häufigster Streitgegenstand. Nach einem Plus um über ein Drittel auf fast 4.500 entfiel erneut mehr als jede sechste Eingabe auf diese Sparte. Circa jede sechste (siebte) Reklamation betraf die Kfz-Kaskoversicherung. Die Beschwerden in diesem Bereich wuchsen um über die Hälfte auf fast 4.400 an. Damit ging es von drei auf zwei nach oben.
Die Lebensversicherung, die vor zwei bis vier Jahren in Front gelegen hatte (23.1.2024, 23.1.2023, 31.1.2022), findet sich an dritter (2024: zweiter) Stelle wieder. Nach einem minimalen Zuwachs (auf 3.155) ging es nur noch bei etwa jedem neunten (Vorjahr: siebten) Antrag auf Streitbeilegung um diesen Versicherungszweig.
Hauchdünn dahinter folgt die Kfz-Haftpflichtversicherung, in der die Zahl der Eingaben um fast die Hälfte (auf über 3.100) stieg, vor dem Bereich „Sonstige Versicherungen“ mit fast 3.000 Beschwerden (plus fast 40 Prozent). Auch auf diese beiden Kategorien entfiel rund jede neunte Reklamation. Fast jede elfte (neunte) Beanstandung war nach einer nur leichten Steigerung (auf knapp 2.440 Stück) der Gebäudeversicherung zuzuordnen.
Jeweils etwa jede 13. Beschwerde entfiel auf die Segmente „Sparte in Klärung“ (plus fast 90 Prozent auf über 2.100) und „Allgemeine Haftpflichtversicherung“ (plus über zwei Drittel auf mehr als 2.050). Ein vierstelliges Reklamationsaufkommen war ansonsten nur noch in der Hausratversicherung zu beobachten (plus ein Fünftel).

Hintergründe zu den teils kräftigen Veränderungen sind dem Bericht nicht zu entnehmen. Details hierzu werden erst im Mai geliefert, wenn der Jahresbericht 2025 der Schlichtungsstelle veröffentlicht wird.
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