4.2.2026 – Die deutschen Lebensversicherer konnten laut GDV-Zahlen im Jahr 2025 ihre Bruttobeitragseinnahmen deutlich steigern, während die Vertragszahl erneut sank. Einen kleinen Boom erlebte im Neugeschäft die staatlich geförderte Altersvorsorge. In der privaten Krankenversicherung wurde erneut ein Zuwachs an Verträgen auch in der Vollversicherung erzielt – aber auch die Leistungsausgaben legten deutlich zu.
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hat am Mittwoch auf seiner Jahresmedienkonferenz vorgestellt, wie sich die Branchenzahlen der deutschen Erstversicherer im Jahr 2025 entwickelt haben. Die Angaben für 2025 basieren auf vorläufigen Zahlen.
Über alle Sparten hinweg stiegen die Bruttobeitragseinnahmen um 6,6 Prozent auf 254 Milliarden Euro. Die Zahl der Verträge veränderte sich hingegen kaum und stieg leicht von 501,4 Millionen auf 501,5 Millionen.
In der Lebensversicherung legten die gebuchten Bruttobeiträge um 5,1 Prozent auf 99,4 Milliarden Euro zu. Davon entfielen 19,5 Milliarden Euro auf die betriebliche Altersversorgung (bAV), die mit einem Beitragsplus von lediglich 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (VersicherungsJournal 14.2.2025) faktisch stagnierte.
Getragen wurde das Beitragswachstum vor allem von den Einmalbeiträgen. Diese legten um 17,3 Prozent auf 32,1 Milliarden Euro zu (2024: 27,4 Milliarden Euro). Die laufenden Beiträge entwickelten sich dagegen kaum: Sie stiegen lediglich um 0,2 Prozent auf 64,5 Milliarden Euro und verharrten damit nahezu auf dem Niveau der Vorjahre.
Trotz höherer Beitragseinnahmen schrumpfte der Vertragsbestand weiter. Die Zahl der Lebensversicherungsverträge sank 2025 um 1,7 Prozent auf 78,9 Millionen. Zum Vergleich: 2024 waren es noch 80,3 Millionen Verträge gewesen, 2023 sogar 81,4 Millionen. Der langfristige Abwärtstrend im Bestand setzte sich damit fort.
Innerhalb des Bestands zeigten sich unterschiedliche Entwicklungen. Die Zahl der Riester-Verträge ging erneut zurück und sank um 2,1 Prozent auf 9,5 Millionen. Demgegenüber legten Basisrenten weiter zu: Ihre Zahl stieg um 3,4 Prozent auf 2,9 Millionen Verträge (2024: 2,8 Millionen).
Auch im Neugeschäft blieb die Entwicklung verhalten. Insgesamt sank die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge um 11,5 Prozent auf 3,8 Millionen (Vorjahr: 4,3 Millionen).
Besonders deutlich fiel der Rückgang bei Basisrenten aus, deren Neuzugänge um 15,5 Prozent auf 111.700 Verträge zurückgingen. Auffällig ist hingegen der sprunghafte Anstieg bei Riester-Neuabschlüssen, die von sehr niedrigem Niveau aus um mehr als das Vierfache auf 129.500 Verträge zulegten.
In der Beitragsperspektive entwickelte sich das Neugeschäft dagegen positiv. Das Annual Premium Equivalent (APE) stieg 2025 um 6,6 Prozent auf 10,0 Milliarden Euro. Dabei erhöhten sich die laufenden Beiträge um 2,3 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro, während die Einmalbeiträge mit einem Plus von 16,9 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro erneut deutlich zulegten.

Die private Krankenversicherung (PKV) konnte 2025 ihre Einnahmen deutlich steigern. Insgesamt legten die Beitragseinnahmen um 7,3 Prozent auf 54,4 Milliarden Euro zu, nach 50,7 Milliarden Euro im Jahr 2024. 2023 hatten die Einnahmen noch bei 48,7 Milliarden Euro gelegen. Damit setzte sich der Aufwärtstrend auch in der PKV fort.
Den größten Anteil am Einnahmenplus hatte erneut die private Krankenversicherung im engeren Sinne. Ihre Einnahmen stiegen um 8,2 Prozent auf 48,2 Milliarden Euro. Die private Pflegeversicherung entwickelte sich dagegen deutlich verhaltener: Mit einem Plus von 0,9 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro blieben die Beitragseinnahmen stabil.
Parallel zu den Einnahmen nahmen auch die Leistungsausgaben der PKV weiter zu. Insgesamt stiegen sie 2025 um 7,1 Prozent auf 42,1 Milliarden Euro, nachdem sie 2024 noch bei 39,3 Milliarden Euro gelegen hatten. Im Vergleich zu 2023 (35,7 Milliarden Euro) zeigt sich damit ein spürbarer Anstieg innerhalb von zwei Jahren.
In der Krankenversicherung erhöhten sich die Leistungen um 6,9 Prozent auf 39,0 Milliarden Euro. Deutlich dynamischer entwickelte sich erneut die Pflegeversicherung: Dort stiegen die Ausgaben um 10,5 Prozent auf 3,0 Milliarden Euro (2024: 2,7 Milliarden Euro), was den anhaltenden Kostendruck in diesem Bereich unterstreicht.

Auch beim Vertragsbestand verzeichnete die PKV ein moderates Wachstum. Die Zahl der Verträge stieg 2025 um 1,8 Prozent auf 40,8 Millionen. Im Jahr 2024 waren es noch 40,0 Millionen gewesen, 2023 lag der Bestand bei 38,5 Millionen Verträgen.
Getragen wurde das Wachstum weiterhin vor allem von den Zusatzversicherungen. Ihre Zahl erhöhte sich um 2,2 Prozent auf 32,0 Millionen Verträge. Die Zahl der Vollversicherten blieb dagegen nahezu stabil und legte lediglich um 0,5 Prozent auf 8,8 Millionen Verträge zu (Vorjahr: 8,7 Millionen).
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