12.2.2026 – Die Branche hat den Vertragsbestand auf Sechsjahressicht um rund sieben Prozent auf fast 51 Millionen ausgebaut. 27 der 50 größten Anbieter konnten laut dem „Branchenmonitor 2025: Haftpflichtversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig zulegen. Dabei wuchsen die Provinzial (nach absoluten Zahlen; fusionsbedingt) und die Rhion (prozentual) am stärksten.
Zwischen 2019 und 2024 schafften die im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) organisierten Haftpflichtversicherer einen Bestandszuwachs von 47,6 auf 50,8 Millionen Verträge. Dies entspricht einem Plus von knapp sieben Prozent.
Auf Ebene der einzelnen Gesellschaften zeigen sich große Unterschiede bei der Bestandsentwicklung. Laut dem „Branchenmonitor 2025: Haftpflichtversicherung“ von der V.E.R.S. Leipzig GmbH konnten 27 Haftpflichtversicherer auf Sechsjahressicht zulegen. In der Publikation werden zahlreiche Kennzahlen der 50 größten Marktteilnehmer mit rund 98 Prozent Marktanteil dargestellt.
Am stärksten wuchs mit 812.400 Policen die Provinzial Versicherung AG (auf 1,67 Millionen). Dies ging zum Großteil auf konzerninterne Umstrukturierungen zurück. So wurden die Westfälische Provinzial Versicherung und die Provinzial Rheinland Versicherung fusioniert und dann in Provinzial Versicherung AG umfirmiert (VersicherungsJournal 13.12.2021).
Nach der Fusion verlief die Kurve aber kontinuierlich nach unten. Dabei büßte die Provinzial seit 2021 insgesamt fast drei Prozent beziehungsweise rund 50.000 Verträge ein.
Um über eine halbe Million Kontrakte baute die Rhion Versicherung AG ihren Bestand aus. Zwischen 360.000 und 280.000 Policen mehr im Bestand als 2019 hatten die Allianz Versicherungs-AG (4,78 Millionen), die Huk24 AG (866.000) und die Huk-Coburg-Allgemeine Versicherung AG (2,07 Millionen).
Um etwas über 200.000 Verträge legten die Axa Versicherung AG (auf 3,39 Millionen), die Württembergische Versicherung AG (auf 1,44 Millionen) und der LVM Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster a.G. (auf fast 1,69 Millionen) zu.

Prozentual ließ die Rhion mit einem Plus von fast 235 Prozent (auf 775.900 Stück) alle Wettbewerber hinter sich. Ihren Bestand fast verdoppeln konnte die Provinzial, während die Huk24 um knapp zwei Drittel zulegte.
Vergleichsweise hohe Steigerungsraten zwischen 46 und 28 Prozent schafften die Alte Leipziger Versicherung AG (auf 250.800), die Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG (auf 411.700) und die WGV-Versicherung AG (auf 551.600 Policen).
Um jeweils rund ein Sechstel und damit mehr als doppelt so stark wie der Markt wuchsen die Sparkassen-Versicherung Sachsen Allgemeine Versicherung AG (SV Sachsen; auf 157.100), die Baloise Sachversicherung AG Deutschland (auf fast 557.000), die Württembergische und die Huk-Coburg-Allgemeine.

Dabei legte unter den letztgenannten Akteuren neben der Provinzial nur noch die Alte Leipziger nicht kontinuierlich zu. Allerdings wuchs das Unternehmen nach anfänglichen leichten Verlusten zuletzt viermal in Folge. Und das mit zunehmendem Tempo: Die Steigerungsrate erhöhte sich von 1,5 auf zuletzt fast 15 Prozent.

Bei der Rhion waren die letzten vier Jahre des Beobachtungszeitraums zusammen – trotz relativ hoher Steigerungsraten von jeweils um die zehn Prozent – nur für einen kleinen Teil der gesamten Steigerung verantwortlich.
Allein 2020 konnte die Gesellschaft die Vertragszahl von knapp 230.000 auf 530.000 Stück mehr als verdoppeln. Hintergrund war insbesondere das seinerzeit neu aufgenommene Geschäft in den Niederlanden (4.4.2022).
Während sich bei der WGV die Steigerungsrate von knapp acht Prozent zu Beginn des Betrachtungszeitraums auf zuletzt nur noch 1,5 Prozent kontinuierlich verminderte, nahm das Wachstumstempo bei der Huk24 zunächst von acht auf über 13 Prozent zu.
Danach wuchs der Anbieter dreimal zwar nicht mehr ganz so stark, aber immer noch im zweistelligen Prozentbereich. Zuletzt betrug die Zuwachsrate nur noch 9,2 Prozent. Bei der Barmenia lag die Steigerungsrate zwischen knapp vier und fast sieben Prozent.

Der „Branchenmonitor 2025: Haftpflichtversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die Daten werden auf Sechsjahressicht dargestellt (2019 bis 2024). Die rund 80-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 892,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.
Wie aus den offiziellen Statistiken des GDV geht auch aus den Kennzahlen des Branchenmonitors nicht hervor, wie sich die Beitragseinnahmen der einzelnen Gesellschaften hinsichtlich Privat- und Gewerbekundengeschäft verteilen.
Zudem wird in dem Branchenmonitor der Schwerpunkt auf Anbieter mit Fokus auf das Privatkundengeschäft gelegt. Daher werden Daten für Industrieversicherer wie die Allianz Global Corporate & Specialty SE (AGCS) oder die HDI Global SE nicht in der Untersuchung aufgeführt.
Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.
Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.
Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.
Geraten Sie in Verkaufssituationen immer wieder an Grenzen?
Wie Sie unterschiedliche Persönlichkeitstypen zielgerichtet ansprechen, erfahren Sie im Praktikerhandbuch „Vertriebsgötter“.
Interessiert? Dann können Sie das Buch ab sofort zum vergünstigten Schnäppchenpreis unter diesem Link bestellen.















