16.2.2026 – 2024 nahm der Schadenaufwand bei den 50 größten Marktteilnehmern in Kfz-Haftpflicht um fast fünf Prozent zu. Bei der Garanta hat sich der Betrag am stärksten erhöht, bei der Dialog am deutlichsten vermindert. Die höchste Schadenquote hatte die Nürnberger mit über 120 Prozent. Zwei weitere Akteure lagen über 100 Prozent. Das zeigt der „Branchenmonitor 2025: Kraftfahrtversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig.
Die Schadenaufwendungen (nach Formblatt 2 RechVersV) der 50 umsatzstärksten Kfz-Haftpflichtversicherer sind 2024 um knapp fünf Prozent auf 13,66 Milliarden Euro gestiegen. Dies ist dem „Branchenmonitor 2025: Kraftfahrtversicherung“ zu entnehmen.
Die Studie wird jährlich von der V.E.R.S. Leipzig GmbH durchgeführt. Sie enthält Übersichten zu zahlreichen Kennzahlen der 50 größten Marktakteure in der Sparte, die auf rund 90 Prozent Marktanteil kommen. Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor war es mit rund einem Neuntel noch mehr als doppelt so stark nach oben gegangen (VersicherungsJournal 28.4.2025).
Lediglich 19 (2023: acht) der aufgeführten Marktteilnehmer hatten niedrigere Ausgaben als ein Jahr zuvor. Der größte Rückgang war bei der Dialog Versicherung AG zu beobachten (minus fast ein Drittel auf unter 45 Millionen Euro).
Nur um acht Prozent (auf 69 Millionen Euro) sank gleichzeitig der Umsatz. Dadurch verbesserte sich die Schadenquote um 19 Prozentpunkte auf 65 Prozent. Nur drei Wettbewerber schnitten noch besser ab.
Deutlich sank der Schadenaufwand auch bei der Axa Easy Versicherung AG (minus über ein Sechstel auf unter 33 Millionen Euro). Dies wird im Geschäftsbericht 2024 (PDF; 3,8 MB) unter anderem auf ein niedrigeres Neugeschäft wegen Tarifanpassungen sowie Vertragsverluste im Wechselgeschäft zurückgeführt.
Um jeweils rund ein Siebtel gingen die Aufwendungen zurück bei der Württembergischen Versicherung AG (auf 403 Millionen Euro), bei der Provinzial Nord Brandkasse AG (auf 61 Millionen Euro) und bei der HDI Versicherung AG (auf 231 Millionen Euro).
Hingegen fiel der Aufwand mit 105 Millionen Euro bei der Garanta Versicherungs-AG und mit 46 Millionen Euro und bei der Baloise Sachversicherung AG Deutschland um über die Hälfte höher aus.
Da bei Letzterer die Einnahmen mit einem knappen Viertel nur halb so stark zunahmen, erhöhte sich die Schadenquote von 63 auf 77 Prozent. Dadurch fiel das Unternehmen vom ersten auf den 18. Platz in der entsprechenden Rangliste zurück.
Um gut 45 Prozent höher fielen die Schadenaufwendungen mit 43 Millionen Euro bei der Mannheimer Versicherung AG aus. Auf Zuwachsraten von jeweils um die 30 Prozent kamen die Continentale Sachversicherung AG (gut 137 Millionen Euro), die ADAC Autoversicherung AG (295 Millionen Euro) und die Europa Versicherung AG (144 Millionen Euro).

Setzt man die Schadenaufwendung in Relation zum Umsatz (verdiente Bruttoprämien), so gaben drei der aufgeführten Versicherer nur für diesen Posten mehr aus, als sie einnahmen. Die höchste Schadenquote wird mit 120,3 Prozent für die Nürnberger Allgemeine Versicherungs-AG ausgewiesen. Sie fiel um 22 Prozentpunkt höher aus als vor Jahresfrist.
Das Unternehmen war im vergangenen Jahr in der Kompositversicherung tief in die roten Zahlen gerutscht und hatte ein umfangreiches Sanierungsprogramm gestartet (8.4.2025, 11.2.2025). Inzwischen hat die Vienna Insurance Group AG Wiener Versicherung Gruppe (VIG) die Aktienmehrheit übernommen (17.10.2025).
Die Schadenaufwendungen erhöhten sich zwar „nur“ um ein Neuntel auf 83 Millionen Euro. Gleichzeitig schrumpften aber Umsatz (minus neun Prozent auf unter 69 Millionen Euro) und auch Bestand (minus gut zehn Prozent auf 183.800 Verträge). Dadurch stieg die Schadenquote auf den Branchenhöchstwert an.
Vergleichsweise hohe Quoten standen auch für die Nürnberger-Tochter Garanta (114,5 Prozent) und die Europa (104,8 Prozent) zu Buche. Letztere verschlechterte sich um fast 17 Prozentpunkte, bei Ersterer waren es sogar 32 Prozentpunkte. In der Rangliste ging es für beide deutlich abwärts, und zwar von 26 auf 48 für die Europa und von 27 auf 49 für die Garanta.
Schadenquoten zwischen fast 99 und gut 96 Prozent standen zu Buche für die Huk24 AG, die Continentale und die Debeka Allgemeine Versicherung AG. Während sich die Huk24 um über drei Prozentpunkte verbesserte, ging die Quote bei der Debeka um mehr als vier Punkte und bei der Continentalen um über 14 Punkte nach oben.

Bei Letzterer nahm der Umsatz (plus ein gutes Achtel auf fast 128 Millionen Euro) nicht einmal halb so stark zu wie der Schadenaufwand mit, wie oben dargelegt, einem knappen Drittel.
Der „Branchenmonitor 2025: Kraftfahrtversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die Daten werden auf Sechsjahressicht dargestellt (2019 bis 2024). Die rund 200-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 1.487,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.
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