6.1.2026 – Der Versicherer prüft laut einem Medienbericht, bestimmte Tätigkeiten nach Indien und Polen auszulagern, um Lohnkosten zu reduzieren. Die Gesellschaft dementiert – aktuell sei kein Jobabbau in Deutschland geplant. Doch die Münchener haben ehrgeizige Sparziele.
Mitte Dezember stellte die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG in München (Munich Re) ihre Strategie „Ambition 2030“ vor:
Mit dem neuen Fünfjahresplan will der Rückversicherer bis 2030 seine jährlichen Kosten um 600 Millionen Euro senken. Der Gewinn je Aktie soll im gleichen Zeitraum durchschnittlich um mehr als acht Prozent pro Jahr steigen. Ein Drittel der Einsparungen soll bereits im laufenden Jahr realisiert werden.

Doch welche Konsequenzen haben die ehrgeizigen Ziele für die Beschäftigten? Wie die Süddeutsche Zeitung am Sonntag berichtete, plant die Munich Re, in größerem Umfang Stellen aus Deutschland nach Polen und Indien zu verlagern. Die Zeitung beruft sich dabei auf einen Insider, dem zufolge mehrere tausend Arbeitsplätze betroffen sein könnten.
Das Programm soll demnach den Namen „Sustain“ tragen und ein Kernbestandteil der neuen Strategie sein, heißt es in dem Artikel weiter. Der Versicherer habe bestätigt, dass eine Verlagerung bei „selektiv definierten Funktionen“ in der Verwaltung möglich sei. Aktuell zählt die Munich Re in Deutschland knapp 20.000 Mitarbeiter.
Unter anderem werde überlegt, Teile der IT-Services an einen indischen Subunternehmer zu übertragen, schreibt die Süddeutsche. Zurzeit werden die digitalen Systeme von Munich Re und den Ergo-Versicherungen zusammengelegt.
Zudem könnten Stellen nach Gdansk verlagert werden, wo bereits die Ergo Technology & Services S.A. (ET&S) sitzt – eine Einheit, die zentrale Aufgaben wie IT, Buchhaltung und Personalverwaltung für die Düsseldorfer Erstversicherungstochter bündelt.
Die Munich Re weist Berichte über ein geplantes Stellenabbauprogramm zurück. Wie eine Sprecherin auf Anfrage erklärt, verfolge der Konzern zwar das Ziel, Kosten zu senken und Strukturen zu vereinfachen, Kündigungen seien jedoch nicht vorgesehen.
Stattdessen starte das Unternehmen ein mehrjähriges Transformationsprogramm. Geplant seien unter anderem eine stärkere Verzahnung von Prozessen und IT sowie der Einsatz neuer Technologien, vor allem von künstlicher Intelligenz.
Im Rahmen des Projekts „Sustain“ sollen zudem einzelne Funktionen in Zentralbereichen künftig in andere Länder verlagert werden. Dies solle jedoch ausschließlich über demografisch bedingte Fluktuation erfolgen, etwa durch Renteneintritte.

Um die Transformation voranzutreiben, hat der Konzern zum 1. Januar ein neues Vorstandsressort geschaffen. Dieses wird von Dr. Achim Kassow (59) verantwortet, wie die Sprecherin weiter mitteilt. In diesem Zusammenhang habe er auch die Zuständigkeit für Transformation und Organisation sowie den Bereich „Data & Analytics“ neu übernommen.
Kassow bleibt unverändert für die Regionen Asien, den Pazifikraum und Afrika zuständig – ebenso für das Central Procurement, also den konzernweiten Einkauf von Waren und Dienstleistungen.
Einen Teil seiner bisherigen Aufgaben gibt Kassow an Stefan Golling ab. Künftig verantwortet Golling die Bereiche Human Resources sowie Global Real Estate & Services. Außerdem ist der 49-Jährige weiterhin für die Ressorts Global Clients and North America sowie für Capital Partners zuständig, den Bereich für Kapitalanlagen und Beteiligungen.
Zum Jahreswechsel hat es zudem einen Wechsel an der Konzernspitze der Munich Re gegeben. Dr. Christoph Jurecka (51) ist neuer Vorsitzender des Vorstands und übernahm die Geschäfte vom langjährigen Konzernchef Dr. Joachim Wenning, der sich mit 61 Jahren aus persönlichen Gründen in den Ruhestand verabschiedet hat. Bisher verantwortete Jurecka das Finanzressort (VersicherungsJournal 18.7.2018).
Das neue Strategieprogramm des Versicherers steht unter den Begriffen „Outpeak“, „Outpace“ und „Outperform“. Damit sind folgende Ziele verbunden:
Für 2026 setzt sich Munich Re ein Gewinnziel von 6,3 Milliarden Euro, während der Versicherer für 2025 ein Konzernergebnis von rund sechs Milliarden Euro erwartet: ein Anstieg um 4,8 Milliarden Euro beziehungsweise 400 Prozent binnen fünf Jahren.
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