Coya verzeichnet „dynamisches Wachstum“

16.4.2019 – Thomas Münkel, Chef der Coya AG, zeigt sich nach sechs Monaten Marktpräsenz zufrieden mit der Entwicklung des Start-ups. Als nächstes Produkt bringt der Versicherer eine private Haftpflicht für Endkunden an den Start. Der Vertrieb über Kooperationspartner soll ausgebaut werden.

WERBUNG

Im vergangenen Jahr hatte das Team der Coya AG einen straffen Zeitplan: Im Juni erhielt das Unternehmen die Bafin-Zulassung als Schaden- und Unfallversicherer (VersicherungsJournal 25.6.2018).

Im September brachte das Insurtech dann, wie angekündigt, sein erstes Produkt auf den Markt: eine digitale Hausratversicherung (VersicherungsJournal 25.9.2018). Eine Fahrraddiebstahl-Police folgte Ende des Jahres.

Kundenzahlen 2018 im fünfstelligen Bereich

Thomas Münkel (Archivbild: Lier)
Thomas Münkel (Archivbild: Lier)

Nach sechs Monaten als aktiver Mitspieler am Markt zieht Thomas Münkel, Vorstandsvorsitzender von Coya, auf Nachfrage eine erste Zwischenbilanz: „Obwohl wir ohne große Marketing-Kampagne gestartet sind, konnten wir bis Ende 2018 Kundenzahlen insgesamt im fünfstelligen Bereich erreichen.“ Genauer wird er nicht.

Auch in den ersten drei Monaten 2019 verzeichnete das junge Unternehmen „ein dynamisches Wachstum“, die Kundenanzahl stieg „inklusive der Mikroversicherungen monatlich im vierstelligen Bereich“.

Münkel kennt das Versicherungsgeschäft aus Sicht der etablierten Anbieter: Er war im Vorstand der Uniqa Insurance Group AG und zuvor lange Jahre bei der Allianz SE als Chief Administrative-Officer und Chief-Governance-Office tätig.

Vermittler bleiben außen vor

Den Absatz der Coya-Produkte über Vermittler, Makler oder Vergleichsplattformen wie Check24 schloss Münkel zum Marktstart vorerst aus. „Vermittler haben am Markt natürlich ihre Berechtigung. Wir werden unseren Markteintritt aber ohne diesen Vertriebsweg bestreiten. Letztendlich werden die Kunden entscheiden, was funktioniert“, unterstrich der Manager im Sommer (VersicherungsJournal 13.8.2018).

Der Vertrieb des Unternehmens nimmt derzeit zwei Zielgruppen ins Visier: einmal den jüngeren Endkunden zwischen 18 und 40 Jahren, der digital über die eigene Website angesprochen wird. „Der zweite Vertriebskanal umfasst Kooperationspartner, die unsere Produkte mit ihren Angeboten oder Dienstleistungen verkaufen“, erläutert der Coya-Chef.

Den Vertrieb über Branchen, die direkt Geschäft mit dem Endkunden machen, werden wir weiter ausbauen.

Thomas Münkel, Vorstandsvorsitzender der Coya AG.

Vertrieb über Partner weiter ausbauen

Beim Vertrieb über diese Partner arbeitet das Startup zum Beispiel mit einem privaten Zugbetreiber zusammen, über den das Unternehmen eine sogenannte „Pünktlichkeits-Versicherung“ oder situative Policen verkauft. Wenn der Kunde sein Ticket online bucht, kann er die entsprechende Police abschließen.

Ist der Zug verspätet, erhält der Kunde eine Entschädigung, sobald die entsprechenden Daten vom Zugbetreiber bei Coya vorliegen. „Der Kunde muss dafür nichts unternehmen. Einzige Voraussetzung: Er hat online gebucht, dann haben wir seine Reisedaten und sehen auch, ob er Verspätung hatte“, erklärt Münkel das Prinzip.

Darüber hinaus arbeitet das Insurtech im Konsumgüterbereich mit Unternehmen aus der Elektronikbranche für die Absicherung von Rechnern, Smartphones oder anderen Elektronikartikeln zusammen. Namen der Geschäftspartner nennt Münkel nicht.

Er verrät nur so viel: „Den Vertrieb über Branchen, die direkt Geschäft mit dem Endkunden machen, werden wir weiter ausbauen.“

Private Haftpflicht kommt 2019

Als nächstes Produkt wird Coya eine private Haftpflichtversicherung auf den Markt bringen und damit wieder den Endkunden adressieren. „Die Police stellen wir in den nächsten Tagen oder Wochen mit einem attraktiven Preis-Punkt vor“, erklärt Münkel.

Das Geschäftsmodell von Coya funktioniere, versichert der Manager gegenüber dem VersicherungsJournal. Derzeit gebe es keinen Anlass zur strategischen Richtungsänderung. Allerdings müsse das Konzept auch nachhaltig sein. „Und das wird erst ein längerer Zeitraum zeigen“, so Münkel.

Investoren für eine neue Finanzierungsrunde zu finden, wird kein Thema sein.

Thomas Münkel, Vorstandsvorsitzender der Coya AG.

Interesse der Investoren ist groß

Die Mitarbeiterzahl hat das Unternehmen in den ersten sechs Monaten von 60 auf über 70 aufgestockt. Anteile an dem Startup halten nach wie vor das Gründerteam um Andrew Shaw, Dr. Hans-Peter Hagen, Sebastián Villarroel und Thomas Münkel.

Des Weiteren sind Investoren wie Valar Ventures, unter anderem gegründet vom Investor und Pay-Pal-Mitgründer Peter Thiel, sowie Eventures an dem Unternehmen beteiligt. Weitere Risikokapitalgeber sind Yabeo Management GmbH und La Famiglia GmbH, ein Wagniskapital-Fonds deutscher Unternehmerfamilien von Siemens, Miele und Braun.

Das Interesse neuer Geldgeber an Coya „ist groß“, betont Münkel. „Investoren für eine neue Finanzierungsrunde zu finden, wird kein Thema sein.“

 
WERBUNG
WERBUNG
Mehr Umsatz durch professionelle Kundenpflege

Ob Kundenzeitung, Homepage oder Newsletter – durch regelmäßige Fachinformationen bieten Sie Ihren Kunden echten Nutzen.
Sie haben keine Zeit dafür? Die Autoren des VersicherungsJournals nehmen Ihnen das Schreiben ab.

Jetzt auch für Ihren Social Media Auftritt.

Eine Leseprobe und mehr Informationen finden Sie hier...

Kurzumfrage – Ihre Meinung ist gefragt!

WERBUNG
Von welchen Gesellschaften wollen die Vertreter weg?

Wie steht es um die Wechselbereitschaft in der Versicherungswirtschaft?

Neue Erkenntnisse der Studie „Betriebswirtschaftliche Struk- turen des Versicherungsver- triebs – BVK-Strukturanalyse 2016/2017“ erfahren Sie hier.

Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

WERBUNG
Fit für den Fondsvertrieb

Praktische Tipps und Hinweise zur Beratung und Platzierung von Fondsanlagen liefert das Buch eines ausgewiesenen Fondsexperten.

Interessiert?
Dann klicken Sie hier!

Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
13.8.2018 – Das Berliner Insurtech hat dem VersicherungsJournal verraten, welche Produkte zuerst kommen, wer die Zielgruppe ist und wie das Vertriebsmodell aussieht. Außerdem: Was ein chinesischer Online-Versicherer damit zu tun hat und welche Ziele sich das Start-up gesteckt hat. (Bild: Coya, Christian Manthey) mehr ...
 
19.9.2017 – Welche Produkte die Neugründung ab wann anbietet, wie viel Provision Makler erhalten und worin das Fintech-Unternehmen seinen Marktvorteil sieht, erklärten die Gründer auf einer Veranstaltung von Wefox in Hamburg. (Bild: Hinz) mehr ...
 
14.4.2016 – Der Stellenabbau bei Talanx wird fortgesetzt: Jetzt geht es um Mitarbeiter der HDI Vertriebs AG. Auch an anderer Stelle geht es nochmals um Gerling-Reste. Zudem gibt es weitere unternehmerische Veränderungen in Form von Rückzügen und Neuanfängen, wie ein Überblick des VersicherungsJournals zeigt. mehr ...
 
14.3.2019 – Der Kölner Digitalversicherer strebt eine klare Positionierung im B2B-Markt an. Welche Zielgruppen das Startup bedienen will und was das Unternehmen Vermittlern verspricht, erklärten die Gründer dem VersicherungsJournal. (Bild: Mailo) mehr ...
 
30.5.2018 – Welche Digitalisierungs-Ideen das Potenzial zu Megatrends haben, das wurde gestern auf Einladung der Hamburg School of Business Administration diskutiert. Dabei wurde auch gezeigt, wie künstliche Intelligenz in der Branche schon praktisch genutzt wird. (Bild: Meyer) mehr ...
 
23.6.2017 – Der Konsolidierungsprozess in der Assekuranz ist in vollem Gange. In den letzten Tagen wurde wieder munter ver- und hinzugekauft, sich beteiligt und umstrukturiert, wie ein Überblick des VersicherungsJournals zeigt. mehr ...
 
12.1.2017 – Zuerst belächelt, dann kritisch beäugt und gefürchtet – und nun werden immer öfter Fintechs von der klassischen Assekuranz gekauft. Jetzt hat die W&W-Gruppe zugeschlagen, um ihren Kunden Neues zu bieten. Veränderungen haben unter anderem auch Axa, DEVK, ERV und Zurich vermeldet. mehr ...
WERBUNG