30.3.2026 – Die finanziellen Probleme der deutschen Krankenkassen liegen vor allem in ihren Ausgaben begründet. Um die Verwaltungskosten zu senken, könnten sich zwar mehr Körperschaften zusammentun. Doch Gesundheitspolitiker suchen derzeit lieber wieder neue Einnahmequellen. Neben zu erwartenden Kostenerhöhungen könnten starke Leistungsvorteile für den Wechsel in die private Krankenversicherung sprechen, zeigt das VersicherungsJournal-Extrablatt 1|2026.
Im Rahmen der für diesen Frühling angekündigten Reformen des Sozialstaats steht auch die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) vor dem Umbau. Entsprechende Vorschläge soll die hierfür einberufene Finanzkommission Gesundheit am Montag vorlegen.
Wie berichtet könnten die bislang kostenlos mitversicherten Familienmitglieder im Erwerbsalter zukünftig monatlich 200 Euro an die Krankenkassen zahlen müssen (VersicherungsJournal 25.3.2026). Aber der monatliche Höchstbeitrag für freiwillig gesetzlich Krankenversicherte liegt bereits im vierstelligen Eurobereich, was die PKV noch attraktiver macht.
Ausnahmen solle es dem Bericht zufolge lediglich für Ehepartner mit Kindern im Vorschulalter oder mit pflegebedürftigen Angehörigen geben. Dennoch steht Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) diesen Überlegungen ablehnend gegenüber. „Es ist völlig absurd, in diesen herausfordernden Zeiten unsere Familien zusätzlich zu belasten“, zitiert ihn die Augsburger Allgemeine.
Außerdem ergäben die zusätzlichen 200 Euro bei den rund 2,5 Millionen mitversicherten Ehegatten und Lebenspartnern hierzulande gerade einmal GKV-Einnahmen von sechs Milliarden Euro pro Jahr. Das entspricht lediglich rund 1,9 Prozent der Leistungsausgaben im Jahr 2024.
Die Körperschaften leiden nämlich vor allem darunter, dass ihre Ausgaben immer weiter steigen. „Statt minimale Mehreinnahmen zulasten der Familien zu generieren, müssen die Ausgaben der Kassen runter“, fordert Söder.
Ähnlich haben sich auch unsere Leser geäußert. „Die versicherungsfremden Leistungen steigen ins Uferlose“, kritisiert beispielsweise Michael Schmid (Leserbrief 26.3.2026). Denn die Politik habe nicht den Mut, den Bürgern zu sagen, dass gesamtgesellschaftliche Aufgaben aus Steuermitteln finanziert werden müssten. Stattdessen würden diese Lasten den Sozialsystemen aufgebürdet.

Auf einen weiteren Kritikpunkt machte Frank Schmidt (Leserbrief 25.3.2026) mit Blick auf 13 Milliarden Euro GKV-Verwaltungskosten im Jahr 2025 aufmerksam. Er fragte: „Warum haben wir 93 GKV-Anbieter mit den ganzen Gehältern? Würden nicht einer oder zwei komplett ausreichen?“
Auch laut Axel Götz (Leserbrief 25.3.2026) „könnten Verwaltungskosten durch die Reduzierung der Anzahl der Krankenkassen eingespart werden“. Er fordert: „Es sollten zuerst diese Maßnahmen ergriffen werden, bevor wieder an Leistungen beziehungsweise weiteren Beitragssteigerungen ‚rumgedoktert‘ wird.“
Laut dem Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) waren zum jüngsten Jahreswechsel noch 93 Krankenkassen in Deutschland aktiv. Das sind zwar nur zwölf weniger als noch im Jahr 2020, aber 1993 waren es noch 1.128 Körperschaften mehr.

Um Zielgruppen und Verkaufsargumente für PKV-Vermittler geht es auch im VersicherungsJournal-Extrablatt 1|2026 mit dem Titel „Krankenvollversicherung – Mit welchen Kunden Vermittler wachsen“.
Es enthält ebenso Tipps, wie Branchenkollegen Kunden in der Praxis begleiten. Konkret geht es beispielsweise um die Nachversicherungsgarantie für werdende Eltern. Daneben hinterfragen wir die Negativschlagzeilen über die jüngsten PKV-Beitragsanpassungen und die Vertriebspotenziale bei der Zielgruppe Beamte.
Das Heft „Krankenvollversicherung – Mit welchen Kunden Vermittler wachsen“ steht seit dem 30. März im Internet zum Herunterladen (PDF; 3,3 MB) bereit.
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