30.3.2026 – Unter den Branchenschwergewichten (mehr als 700.000 Verträge) steigerte die Provinzial nach absoluten Zahlen wie auch prozentual den Bestand am stärksten. Hingegen hatte die Bayerische Landesbrand riesige und die SV sowie die Allianz große Verluste hinzunehmen. Dies zeigt der „Branchenmonitor 2025: Wohngebäudeversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig.
Der Vertragsbestand der deutschen Wohngebäudeversicherer ist nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) zwischen 2019 und 2024 um 0,5 Prozent auf 19,2 Millionen Stück zurückgegangen.
28 Mal Zuwachs in der Wohngebäudeversicherung
Insgesamt hatten, angeführt von der Provinzial Versicherung AG (nach absoluten Zahlen) beziehungsweise der Rhion Versicherung AG (prozentual), 28 Marktteilnehmer gegen den Branchentrend Zuwächse zu verzeichnen. Dies zeigt der „Branchenmonitor 2025: Wohngebäudeversicherung“ der V.E.R.S. Leipzig GmbH (VersicherungsJournal 19.3.2026).
Die jährlich veröffentlichte Studie enthält Übersichten zu zahlreichen Kennzahlen der 50 größten Marktteilnehmer in der Sparte, die auf rund 95 Prozent Marktanteil kommen. Zu den aufgelisteten Kennzahlen gehören unter anderem auch die Betriebskostenquoten (30.3.2026).
Bayerische Landesbrand am stärksten im Minus
Bei den übrigen 22 Akteuren schrumpften die Bestände. Am stärksten war dies bei der Bayerischen Landesbrandversicherung AG der Fall (19.3.2026). Keiner der Platzhirsche mit mindestens 700.000 Kontrakten verlor auf Sechsjahressicht stärker als dieser Anbieter, dessen Bestand um über ein Drittel beziehungsweise fast 690.000 (auf unter 1,23 Millionen) Verträge nachgab.
Die Bayerische Landesbrand büßte dabei in jedem Jahr des Beobachtungszeitraums ein. Dies ist vor allem zurückzuführen auf „die Umstellung der Bestände auf das neue Produkt in der Verbundenen Wohngebäudeversicherung, das im Risikoträger Bayerischer Versicherungsverband Versicherungs-AG geführt wird“, heißt es im Geschäftsbericht 2024 (PDF, 1,1 MB). Dies führe zu einem kontinuierlichen Rückgang.
Dieser fiel 2022 mit weit über einem Fünftel um bis zu zehnmal höher aus als in den übrigen Jahren. Im Geschäftsbericht 2022 (PDF, 3,9 MB) hatte das Unternehmen zum Hintergrund für das deutliche Minus die geänderte Ermittlung der Anzahl der Versicherungsverträge angeführt (21.2.2024).
Auch SV und Allianz im Rückwärtsgang
Um etwa ein Sechstel (auf 1,3 Millionen Kontrakte) büßte die SV Sparkassenversicherung Gebäudeversicherung AG ein, um rund ein Zwölftel (auf 2,27 Millionen) die Allianz Versicherungs-AG. Erstere verlor wegen fortgesetzter Sanierungsmaßnahmen und Beitragssatzanpassungen (23.2.2018) auch kontinuierlich, wenn auch ohne größere Schwankung (pro Jahr 3,0 bis 3,7 Prozent).
Die Allianz kehrte nach vier Verlustjahren zuletzt wieder in die Wachstumsspur zurück. Allerdings bewegte sich die Zuwachsrate mit 0,1 Prozent (auf 2,27 Millionen) auf überschaubarem Niveau.
Beim Marktführer fiel der Großteil des Rückgangs im vorletzten Jahr des Beobachtungszeitraums an. Laut Geschäftsbericht 2023 (PDF, 2,7 MB) fand seinerzeit aufgrund einer Systemmigration in der gewerblichen Gebäudeversicherung eine Änderung der Vertragszählung statt. Diese habe mit etwa 200.000 Stück negativ zu Buche geschlagen.
Nur vier Marktgrößen im Plus
Verminderungsraten zwischen 4,1 und 2,5 Prozent hatten die Bayerischer Versicherungsverband Versicherungs-AG (auf 881.400), die Axa Versicherung AG (auf 870.200) und die Generali Deutschland Versicherung AG (auf unter 702.000) zu verzeichnen.
Die vier übrigen Branchenschwergewichte hatten Ende 2024 größere Bestände als Ende 2019. Um knapp vier Prozent (auf 1,07 Millionen) legte dabei die R+V Allgemeine Versicherung AG zu, um fast sechs Prozent die Huk-Coburg Haftpflicht-Unterstützungs-Kasse kraftfahrender Beamter Deutschlands a.G. in Coburg (auf über 752.000).
Der LVM Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster a.G. wuchs um ein Siebtel (auf fast 805.000), während die Provinzial Versicherung AG ihren Bestand auf 1,09 Millionen Policen verdoppelte.
Hintergründe zu den größten Steigerungen
Die Entwicklung bei der Provinzial ist insbesondere auf einen Sonderfaktor zurückzuführen. So wurde die Westfälische Provinzial Versicherung auf die Provinzial Rheinland Versicherung verschmolzen. Letztere wurde dann in Provinzial Versicherung AG umfirmiert (13.12.2021). Sowohl vor als auch nach der Fusion zeigte die Kurve jeweils um etwa ein Prozent nach unten.
Drei Gewinn- und zwei Verlustjahre (2022 und 2023) standen für die R+V zu Buche, wobei der Zuwachs zuletzt mit fast vier Prozent am stärksten ausfiel. Der Huk-Coburg VVaG hingegen wuchs mit jeweils einem Prozent gleichverteilt auf jedes Jahr des Betrachtungszeitraums. Der LVM legte ebenfalls kontinuierlich zu, und zwar ohne größere Schwankungen zwischen zwei und drei Prozent.
Der „Branchenmonitor 2025: Wohngebäudeversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die Daten werden auf Sechsjahressicht dargestellt (2019 bis 2024). Die rund 80-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 892,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.






