30.1.2026 – Für Makler besitzt das Kfz-Flottengeschäft einen vergleichsweise hohen Stellenwert. Favoriten der Vermittler sind die VHV und die Allianz. Dies zeigen die Asscompact Trends IV/2025. Aus der gemeinschaftlichen Kraftfahrt-Statistik von Bafin und GDV der letzten Jahre geht hervor, dass sich das Schadengeschehen kurzfristig wie auch langfristig in vielen Bereichen nicht positiv entwickelt hat.
Zwischen 2013 und 2024 ist die Zahl der haftpflichtversicherten Flotten-Pkw um annähernd ein Drittel auf über 2,7 Millionen Jahreseinheiten gestiegen. Die Zahl der versicherten Personenkraftwagen insgesamt (Wagniskennziffer (kurz: WKZ) 112) hat sich im gleichen Zeitraum nur um ein gutes Zehntel erhöht. Dadurch wuchs der Anteil der Flottenfahrzeuge von 4,9 auf zuletzt fast sechs Prozent.
Dies zeigen die „Jahresgemeinschaftsstatistik über den Schadenverlauf in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 2024“ und die Auflagen der Vorjahre. Die Statistik wird jährlich vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) herausgegeben. Sie beinhaltet keine Aufwendungen für die Schadenregulierung.
2022 war erstmals im Beobachtungszeitraum eine rückläufige Entwicklung bei den Flottenfahrzeugen zu beobachten (VersicherungsJournal 14.11.2023). Im Berichtsjahr jedoch setzte sich der ansonsten kontinuierliche Aufwärtstrend wieder weiter fort.
Aus den Publikationen geht weiter hervor, dass bei den Flotten-Pkw bei leicht rückläufiger Schadenzahl der Schadenaufwand erneut deutlich angezogen hat. Dabei sank die Fallzahl um rund zwei Prozent auf etwa 145.600, während die Kosten um fast neun Prozent auf fast 743,5 Millionen Euro zunahmen.
Zuvor hatte es nach jeweils kräftigen Anstiegen vor Jahresfrist (13.12.2024) (auch coronabedingt) zweimal Rückgänge gegeben (19.12.2022). Zum Vergleich: Auch in den Vor-Pandemiejahren war es fast kontinuierlich nach oben gegangen (17.12.2020).

Ein vertiefender Blick in die Statistik zeigt eine langfristig positive Entwicklung bei der Schadenhäufigkeit und bei dem für die Prämienkalkulation wichtigen Schadenbedarf.
Erstere hat im Vergleich zu 2013 um fast 40 Prozent auf 53 Unfälle je 1.000 versicherte Jahreseinheiten abgenommen. Zum Vergleich: Allein im ersten Corona-Jahr war es um fast ein Viertel nach unten gegangen (13.10.2021), 2021 nur noch von 55 auf 51 (12.12.2022). In den beiden Jahren danach betrug die relative Häufigkeit jeweils 55.
Der Schadenbedarf allerdings erhöhte sich im Berichtsjahr 2024 mit sieben Prozent (auf 270 Euro) etwas stärker als vor Jahresfrist. Im Jahr zuvor war es sogar um ein gutes Sechstel nach oben gegangen. Der aktuelle Wert fiel im Betrachtungszeitraum viermal höher und sechsmal niedriger aus. Im Vergleich zu 2013 war eine leichte Abnahme zu beobachten.
Andererseits haben sich die Kosten pro Crash im Vergleich zu 2013 um fast zwei Drittel auf 5.108 Euro erhöht. Allein im vergangen Jahr war eine Steigerung um ein neuntel beziehungsweise fast 510 Euro zu verzeichnen.

Insbesondere im Versicherungsmaklermarkt spielt die Flottenversicherung eine nicht zu vernachlässigende Rolle. In den Absatzhitparaden der letzten Auflagen der Asscompact-Trends landete diese Produktgruppe meist in der oberen Hälfte der gut drei Dutzend untersuchten Produktkategorien.
Das Top-Ergebnis erzielte die Kfz-Flottenversicherung im Frühjahr 2019 mit dem achten Rang. Mehr als die Hälfte der unabhängigen Vermittler berichtete seinerzeit von einem „(sehr) guten“ Geschäft im zu beurteilenden Schlussquartal 2018. Auf der anderen Seite lief es nur bei rund jedem fünften Befragten „(sehr) schlecht“ (21.3.2019). In der aktuellen Auflage IV/2025 reichte es immerhin noch für Position 16.
Die Studienreihe wird im Quartalsrhythmus von der BBG Betriebsberatungs GmbH durchgeführt. Basis ist eine Onlinebefragung zu diversen Vertriebsthemen von jeweils mehreren hundert Versicherungsmaklern. An der letzten Umfrage nahmen 311 Personen teil. Sie fand im Oktober 2025 statt.
Rund 86 Prozent der Befragten sind männlich und etwa 14 Prozent weiblich. Sie haben im Mittel 28,1 Jahre Branchenerfahrung bei einem Durchschnittsalter von 56,6 Jahren. Im Schnitt wollen sie mit 68,3 Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden. Fast 44 Prozent planen sogar, nicht vor Vollendung des 70. Lebensjahres aufzuhören.
Im Rahmen der Untersuchung werden die Makler auch zu ihren persönlichen Favoriten in etwa 40 Produktlinien befragt. Diese konnten die Vermittler über ein Drop-Down-Menü auswählen oder frei eingeben.
In der Kfz-Flottenversicherung liegt aktuell – zum neunten Mal in Folge – die VHV Allgemeine Versicherung AG an der Spitze. Sie konnte zuletzt mehr als jede vierte der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen. Den Silberrang verteidigte ein weiteres Mal die Allianz Versicherungs-AG, für die mehr als jeder fünfte Umfrageteilnehmer votierte.
Den Bronzerang teilen sich die Kravag Versicherungen und die R+V Allgemeine Versicherung AG mit Anteilen von jeweils einem guten Achtel. Dahinter folgen mit knapp sechs bis fast vier Prozent die Itzehoer Versicherung/Brandgilde von 1691 VVaG, die SV Sparkassenversicherung Gebäudeversicherung AG und die Axa Versicherung AG.
Während die Itzehoer zuletzt zwischen den Positionen fünf und sechs pendelte, bestätigte die Axa mit Rang sieben ihre schlechteste Platzierung in den letzten vier Auflagen. Bei der SV stoppte der Aufwärtstrend, der das Unternehmen von neun über sieben auf fünf nach oben geführt hatte.

Konkrete Gründe für die Favoritenwahl werden im Rahmen der Untersuchung nicht erhoben.
Der 167-seitige Berichtsband der Asscompact Trends IV/2025 kostet 1.785 Euro inklusive Mehrwertsteuer (Preisnachlass bei Jahresabonnement). Er kann bei Dr. Mario Kaiser per E-Mail oder per Telefon unter 0921 7575833 bestellt werden.
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