29.1.2026 – E-Autos können in der Versicherung teurer sein als vergleichbare Verbrenner. Die Zeit der Besserstellung ist für die neue Motorisierungsart vorbei. Auch bei E-Autos sollte die Kundschaft Anbieter vergleichen. Hochwertigen E-Autoschutz gibt es mittlerweile in vielen Tarifen.
Bei rund der Hälfte der Vollkaskotarife für E-Autos verlangen die Kfz-Versicherer aktuell höhere Prämien als für vergleichbare Verbrenner. Das geht aus einer Modellstudie des Internetbrokers Verivox GmbH hervor.
In der Musterrechnung sind beispielsweise Vollkaskotarife für einen BMW X3 mit Elektroantrieb bis zu 44 Prozent teurer als für das gleiche Modell mit Verbrennungsmotor. Und das, obwohl beide in denselben Typklassen liegen. Von den Tarifen, die der Modellfahrer für beide Modelle wählen kann, sind knapp die Hälfte (rund 49 Prozent) für das E-Modell teurer.
Günstiger ist die Versicherung für den Stromer nur bei rund 32 Prozent der Tarife. Bei 19 Prozent der Angebote liegen die Kosten gleichauf. Für das Elektro-SUV Skoda Enyaq sind die Tarife bis zu 18 Prozent teurer als für den „Kodiaq“, seinen typklassengleichen Benzin-Zwilling. Insgesamt sind rund 40 Prozent der Angebote teurer und nur 35 Prozent günstiger. Gleichstand erreichen die beiden bei rund 26 Prozent der Tarife.
Für die Analyse hat Verivox für einen 45-jährigen Berliner mit einer jährlichen Fahrleistung von 12.000 Kilometern und Schadenfreiheitsklasse 15 die Vollkasko-Versicherung berechnet. Die Auswertung umfasst über 400 Tarife von rund 70 Versicherern.
In der Vergangenheit hatten die Assekuranzen E-Fahrzeuge lange Zeit deutlich günstiger tarifiert. Ein Grund war, dass es keine ausreichenden Schadendaten für die neue Motorisierungsart gab. Zudem versuchten die Kfz-Versicherer, die lukrative Zielgruppe der E-Autokäufer durch Öko-Rabatte an sich zu binden.
Nun sind die Fahrzeuge voll in der Statistik angekommen. Das bestätigt eine Studie des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV). „Unfallschäden an einem Elektroauto kosten deutlich mehr als bei einem vergleichbaren Auto mit Verbrennungsmotor“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.
Zwar werden in der Vollkasko-Versicherung für Stromer bis zu 20 Prozent weniger Schäden gemeldet als bei vergleichbaren Verbrennern. Aber jeder Schaden kostet im Schnitt bis zu 25 Prozent mehr.
Die Versicherung von E-Autos ist hingegen simpel geworden. Beim Schutz von E-Autos gibt es marktweit immer weniger Unterschiede. Das zeigt ein Test mit dem Versicherungsmakler-Programm der Nafi GmbH.
Mit einem „Klick“ kann man bei Nafi die Tarife mit E-Auto-Zusatzleistungen auswählen. Die Anforderung „Hybrid/Elektrofahrzeug Zusatzleistungen“ erfüllen 199 Tarife im Test für einen Peugeot e-308.
Fazit: Nur 45 Tarife haben keinen E-Autoschutz. Die Unterschiede sind also gering. Vor allem das „Herzstück“ des Elektroautos, der Akku, genießt nun fast überall Allgefahrenschutz. Somit sind alle Schäden abgesichert – auch Bedienungsfehler, die beispielsweise beim Laden entstehen können.
Hochwertige Tarife leisten zudem den Neuwert, wenn der Akku einen Schaden erleidet. Allein eine Leistung gibt es in der Regel nirgendwo: Wer mit einem leeren Akku liegenbleibt, erhält von der Kfz-Versicherung keine Pannenhilfe. Frühzeitiges Laden ist somit angesagt. Oder man schließt einen Kfz-Schutzbrief ab, der auch bei leerer Batterie das Abschleppen bis zur nächsten Ladestation beinhaltet.
Für Kunden, die ihr Auto online selbst versichern, haben gewerbsmäßige Portale oft ein Handicap: Es werden erst einmal Billig-Tarife angezeigt. Verbraucher müssen also selbst „auf den Trichter“ kommen, dass sie beispielsweise „grobe Fahrlässigkeit“ abdecken sollten und zudem eine lange Neuwertentschädigung vereinbaren sollten.
Am Markt ist hier viel möglich, etwa 24, 36 oder gar 60 Monate. Gerade für E-Fahrzeuge – mit schnellem Wertverfall – gilt es, auf eine lange Neuwertentschädigung zu achten.
Hier ist weiterhin heimlicher Top-Favorit für E-Auto-Schutz der teure, aber sehr leistungsstarke Tarif „Premium Werterhaltgarantie Beitragsschutz“ der Allianz Versicherungs-AG. Mit dem Baustein „WerterhaltGarantie“ haben die Versicherten im Falle eines Totalschadens oder Diebstahls noch 60 Monate nach Kauf ein Anrecht auf den Kaufpreis.
Bei einem unverschuldeten Unfall, wenn die gegnerische Assekuranz nur den Wiederbeschaffungswert bezahlt, übernimmt die Allianz die Differenz zum vollen Neu- beziehungsweise Kaufpreis.
Zudem gibt es den Baustein „BeitragsSchutz“. Mit ihm werden Prämienerhöhungen durch Typ- beziehungsweise Regionalklassenveränderungen oder jährliche Beitragsanpassungen bis zum nächsten Fahrzeugwechsel ausgeschlossen. E-Autobesitzer, die wohl noch immer aus besser gestellten Verhältnissen kommen dürften, sollte das schon locken.
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