Finanztest findet jeden dritten Zahnzusatztarif „sehr gut“

26.4.2019 – 76 von 234 Zahnzusatzpolicen sind in der Zeitschrift Finanztest (Ausgabe 5/2019) mit „sehr gut“ bewertet worden. Testsieger wurden die Tarife „Zahn Prestige“ (die Bayerische), „DFV-Zahnschutz Exklusiv 100“ (Deutsche Familienversicherung), „EZL“ (Hansemerkur) sowie „Zahn 100“ (Ottonova).

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Für ihre Zeitschrift Finanztest 5/2019 hat die Stiftung Warentest 234 Zahnzusatzpolicen unter die Lupe genommen. Untersucht wurden den Angaben zufolge die Tarife „aller Versicherer auf dem deutschen Markt […], deren Angebote Versicherten aller gesetzlichen Krankenkassen offenstehen. Stichtag war der 1. April 2019“. Im Test berücksichtigt wurden

  • „152 nach Art der Schadenversicherung kalkulierte Tarife, bei denen die Beiträge mit zunehmendem Alter des Versicherten in der Regel steigen,
  • 82 Tarife ohne altersbedingte Beitragsanpassung, davon sind zwölf nach Art der Schadenversicherung und 70 nach Art der Lebensversicherung kalkuliert“.

Bewertungskriterien

Bewertungsbereiche waren die Regelversorgung (zehn Prozent Gewichtung), Privatversorgung ohne Inlays und Implantate (40 Prozent), Inlays und Implantatversorgung (jeweils 20 Prozent Gewichtung) sowie jährliche Obergrenzen für alle Tarifleistungen (zehn Prozent Gewichtung).

Die Beiträge der unterschiedlichen Tarifarten, die nicht in die Bewertung einflossen, sollten zudem vergleichbar gemacht werden. Deshalb haben die Finanztester neben dem Beitrag für den 43-jährigen Modellkunden auch den höchsten Wert sowie den Durchschnittsbeitrag für die Altersspanne von 43 bis 73 Jahre angegeben.

Die besten Zahnzusatzpolicen

Testsieger mit dem Qualitätsurteil „sehr gut“ wurden, wie im Vorjahr, die drei Tarife „Zahn Prestige“ (Bayerische Beamten Versicherung AG), „DFV-Zahnschutz Exklusiv 100“ (DFV Deutsche Familienversicherung AG) und „EZL“ (Hansemerkur Krankenversicherung AG). Neu hinzugekommen in der Spitzengruppe ist „Zahn 100“ der Ottonova Krankenversicherung AG.

Die vier Tarife erhielten in allen Teilbereichen und damit auch insgesamt die Bestnote 0,5. Der Monatsbeitrag für das Alter 43 Jahre liegt zwischen 40 und 42 Euro, maximal werden 70 Euro fällig. Der Durchschnittsbeitrag beträgt zwischen 56 und 60 Euro.

Ebenfalls „sehr gut“

Minimal schlechter fiel mit jeweils 0,6 die Gesamtnote für die Angebote „Zahn Premium“ der LVM Krankenversicherungs-AG sowie „KombiMed KDTP100“ (auch in Kombination mit „KombiMed KDBE“ und „KombiMed KDBS“) der DKV Deutschen Krankenversicherung AG aus.

In vier Teilbereichen gab es die Höchstnote 0,5, das Segment „Jährliche Obergrenzen“ wurde „nur“ mit 0,7 (LVM) beziehungsweise 0,8 (DKV) bewertet. Warum im Vergleich zu den vier Spitzentarifen genau hier ein leichter Abschlag vorgenommen wurde, erfährt der Leser nicht. Denn wie Klauseln und Bestimmungen in den einzelnen Unterkategorien bewertet werden, wird nicht erläutert.

Top-Tarife (Bild: Wichert)

Leistungsdichte ist gestiegen

Dahinter folgen fünf Tarife mit der Note 0,8 und acht Angebote mit der Gesamtnote 1,0. Insgesamt hat die Verbraucherzeitschrift an fast jede(n) dritte(n) Tarif beziehungsweise Tarifkombinationen das Qualitätsurteil „sehr gut“ vergeben. Weitere knapp 30 Prozent der Produkte erhielten ein „gut“.

Ein Vergleich mit den Beurteilungen der vorangegangenen Tests von Zahnzusatzpolicen (VersicherungsJournal 20.4.2018, 29.7.2014) zeigt, dass die Angebote der Versicherer leistungsseitig deutlich besser geworden sind. Vor drei Jahren wurden noch vier von zehn Produkten mit „befriedigend“ oder schlechter bewertet, aktuell ist es nur noch jeder vierte untersuchte Tarif.

Notenverteilung (Bild: Wichert)

Weitere Leistungen

Im aktuellen Zahnzusatz-Test werden in der Ergebnistabelle für jedes Angebot vier Leistungsbeispiele aufgeführt. Dabei werden die Gesamtkosten, die Kassenleistung sowie die Leistung der Zusatzpolice für (Kassen-) Kronen, Inlays und Implantate abgebildet. Bei den 13 Top-Tarifen gibt es hier keine sichtbaren Leistungsunterschiede.

Ebenfalls tabellarisch aufgeführt werden weitere Leistungsausprägungen der Tarife – wie etwa für professionelle Zahnreinigung, Kunststofffüllungen und Wurzel- oder Parodontal-Behandlungen. In die Bewertung eingeflossen sind diese allerdings nicht. „Meist geht es um Behandlungen, die nicht oft vorkommen oder nicht so teuer sind“, heißt es zur Begründung.

Unterschiede bei den Top-Tarifen

Bei diesen weiteren Leistungen gibt es bereits bei den vier Top-Tarifen einige Unterschiede. So sieht das Hansemerkur-Angebot im Bereich „Akkupunktur, Hypnose, Narkose“ keine und im Bereich professionelle Zahnreinigung nur eingeschränkte Leistungen vor. Letzteres bedeutet, dass die Hamburger sich mit weniger als 70 Euro an den Kosten beteiligen. Bei den anderen Produkten sind es mindestens 70 Euro.

Allerdings erfährt der Leser hier und bei den weiteren Beispielen nicht, in welcher Höhe der Versicherer leistet. Den in der Vorjahresuntersuchung gegebenen Hinweis „Wer Wert auf eine Zusatzleistung legt, sollte diese Details vor Vertragsschluss klären“, gibt die Verbraucherzeitschrift Abschlussinteressierten aktuell nicht mehr mit auf den Weg.

Besser ist es […], die Zahnzusatzversicherung abzuschließen, bevor die ersten „Zahnbaustellen“ beginnen, also bereits mit Mitte 30.

Finanztest Heft 5/2019

Tipps zum Abschluss

Einige Empfehlungen halten die Finanztester für ihre Leser dann allerdings doch parat. Ein Rat lautet, eine Zahnzusatzpolice bereits mit Mitte 30 abzuschließen. Die meisten Menschen machten sich erst dann Gedanken über einen Abschluss, wenn sie erstmals selbst beim Zahnarzt einen größeren Betrag hinblättern mussten.

Wenn bereits die ersten „Zahnbaustellen“ begännen, sei es aber meist zu spät. „Denn es dauert in der Regel drei bis fünf Jahre, bis Kunden die vertraglichen Leistungen voll erhalten. Zu Beginn sind die Summen begrenzt“, heißt es in der Verbraucherzeitschrift. Zudem sähen viele Tarife Wartezeiten von bis zu acht Monaten vor.

Weitere Hürde: Hat der Zahnarzt den Patienten bei einer früheren Untersuchung auf eine Schwachstelle hingewiesen, so gelte das für die Versicherer bereits als angefangene Behandlung. „Und laufende Behandlungen sind vom Versicherungsschutz ausgeschlossen“, so die Finanztester.

Ein Wechsel ist oft nicht sinnvoll

Ein Wechsel zu einem anderen Versicherer wird Verbrauchern mit einer solchen Police nicht empfohlen. Denn beim neuen Vertragspartner gebe es eventuell wieder neue Wartezeiten. Zudem seien anfangs die Summen wieder begrenzt und empfohlene Behandlungen dann wieder ausgeschlossen.

Wer allerdings einen mehr als zehn Jahre alten Vertrag habe, der eh nur die Festzuschüsse der gesetzlichen Krankenversicherung um einen bestimmten Prozentsatz erhöhe, habe beim Neustart mit einer neuen Police nicht allzu viel zu verlieren.

Wer hingegen seinen Tarif mit umfangreicheren Leistungen verbessern wolle, dem raten die Finanztester dazu, mit dem derzeitigen Versicherer in Kontakt zu treten. Denn die erneuten Grenzen und Wartezeiten beträfen dann „nur den Teil, der die Leistungen des bisherigen Tarifs übersteigt. Das ist allemal besser, als wieder bei null anzufangen“.

Die Ausgabe 5/2019 von Finanztest ist für 6,10 Euro im Handel erhältlich oder kann als PDF-Datei für 4,49 Euro online auf dieser Internetseite erworben werden. Die elektronische Version des Artikels kann für 4,00 Euro online abgerufen werden.

 
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