26.4.2019 (€) – Die deutsche Axa-Gruppe war 2018 mit einer Reihe von Projekten zur Neuausrichtung beschäftigt. Dies schlägt sich auch in den Zahlen 2018 nieder. Dass der Gewinn trotz Investitionen in die Digitalisierung steigt, hat mehrere Gründe.
Die Axa-Gruppe wuchs 2018 mit einem Plus um 0,6 Prozent auf 10,74 Milliarden Euro Beitrag deutlich langsamer als der Markt, nachdem in den Vorjahren absolut Beitrag verloren ging. Man habe „wegweisende strategische Entscheidungen zur Umsetzung gebracht und wichtige Meilensteine der Strategie Ambition 2020 erreicht“, so eine Pressemitteilung zu den Geschäftsberichten 2018.
Kurs in den richtigen Geschäftsfeldern
Insbesondere der Umbau des Portfolios und die weitere Fokussierung auf strategisch wichtige Segmente hätten im Mittelpunkt gestanden. Selektiv sei man in strategisch bedeutenden Bereichen der Sach- und der Krankenversicherung stärker als der Markt gewachsen und „weiterhin auf Kurs in den richtigen Geschäftsfeldern“, heißt es ohne weitere Erklärung.
Trotz der Investitionen in die digitale Transformation habe sich das operative Ergebnis (Underlying Earnings) um zehn Prozent auf 612 Millionen Euro und der Konzernjahresüberschuss um rund 14 Prozent auf 708 Millionen Euro verbessert.
Die Ergebnisverbesserung ist nicht nur eine Folge von Kosteneinsparungen. Unter anderem haben auch eine günstigere Schadenlage, die Auflösung von Rückstellungen, welche im Vorjahr in Komposit vorsichtshalber gebildet worden waren, sowie die Änderung der Berechnungsmethode zur Zinszusatzreserve (ZZR) in der Lebensversicherung dazu beigetragen.

- Kennzahlen in der Sparte Komposit. Zum Vergrößern Bild klicken (Bild: Axa)
Roland konsolidiert
Die Sparte Schaden- und Unfallversicherung legte um 3,3 Prozent auf rund vier Milliarden Euro Beitrag zu. Dies liegt nach Unternehmensangaben an einer gewachsenen Nettoproduktion im Industriegeschäft sowie der Akquisition weiterer Anteile an der Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG. Letztere wird mit ihrem Prämienaufkommen von 458 Millionen Euro nun voll im Axa-Konzern konsolidiert (Versicherungsjournal 17.4.2019).
Die größte Einzelgesellschaft Axa Versicherung AG wuchs um 1,2 Prozent auf 4,0 Milliarden Euro. Die Bruttokostenquote verringerte sich auf 25,9 (Vorjahr: 26,2) Prozent, die Brutto-Verwaltungskostenquote auf 13,6 (13,9) Prozent. Die Gesamtschadenquote sank auf 65,6 (67,3) Prozent.
Infolge der Auflösung von Schwankungs- sowie sonstigen Rückstellungen belief sich das versicherungstechnische Ergebnis für eigene Rechnung auf 254,6 (158,4) Millionen Euro. An die Konzernholding wurden 351,7 Millionen Euro Gewinn abgeführt. Im Vorjahr sind es 290,1 Millionen Euro gewesen (VersicherungsJournal 14.8.2018).

- Kennzahlen in der Sparte Leben. Zum Vergrößern Bild klicken (Bild: Axa)
Beitragsrückgang
Die Axa Lebensversicherung AG blieb bei Neugeschäft und Bestand teils sehr deutlich hinter der Branchenentwicklung zurück. Im Berichtsjahr nahm das Neugeschäft gegen laufenden Beitrag um 0,6 Prozent auf 157,3 Millionen Euro zu und das Neugeschäft gegen Einmalbeitrag um 9,6 Prozent auf 327,2 Millionen Euro ab.
Die Beitragseinnahmen gingen um 2,5 Prozent auf 2,57 Milliarden Euro zurück. Im gesamten Segment Vorsorge betrug der Rückgang 3,7 Prozent, was hauptsächlich mit der Veräußerung der Pro bAV Pensionskasse AG und eines kleineren Bestands in der fondsgebundenen Versicherung begründet wird (VersicherungsJournal 30.1.2018).
Ohne diese Transfers an eine Run-off-Plattform wird der Rückgang auf 1,1 Prozent beziffert. Gemessen am laufenden Jahresbeitrag sank der Versicherungsbestand auf 2,21 Milliarden Euro. Im Vorjahr lag er bei 2,25 Milliarden Euro (VersicherungsJournal 20.8.2018).
Verwaltungskostenquote nahm zu
Die Abschlusskostenquote verbesserte sich wegen des leicht rückläufigen Neugeschäfts auf 5,0 (5,1) Prozent. Wegen des geringeren Beitrags und leicht höherer Kosten nahm die Verwaltungskostenquote auf 3,2 (3,1) Prozent zu. Die Stornoquote wird mit 1,9 (2,0) Prozent angegeben. Die Nettoverzinsung sank auf 3,4 (4,7), weil zur Dotierung der ZZR weniger versilbert werden musste.
Die Zinszusatzreserve wurde gemäß der neuen Korridormethode (VersicherungsJournal 27.4.2018) um 200,1 (752,4) Millionen Euro auf 3,44 Milliarden Euro verstärkt. Infolge der geringeren ZZR-Zuführung stieg der Rohüberschuss nach Ertragsteuern auf 341,8 (287,6) Millionen Euro.
Davon wurden der Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) 106,8 (85,1) Millionen Euro zugewiesen. Nach Zuführung zu RfB und Steuern verblieben 74,5 (62,3) Millionen Euro Gewinn, die an die Axa Konzern AG abgeführt wurden.

- Kennzahlen in der Sparte Kranken. Zum Vergrößern Bild klicken (Bild: Axa)
Weniger Versicherte, aber mehr Beitrag
Die Axa Krankenversicherung AG verlor sowohl Voll- als auch Zusatzversicherte und damit in beiden Segmenten Marktanteile. Die Zahl der Versicherten nahm insgesamt auf 1,729 (1,736) Millionen Personen ab. Im Vorjahr hatte sie noch bei 1,736 Millionen Personen gelegen (VersicherungsJournal 23.7.2018).
Dass die Beitragseinnahmen mit einem Plus von 2,4 Prozent auf über 3,1 Milliarden Euro markt-überdurchschnittlich stiegen, wird mit Beitragsanpassungen in der Voll- und Zusatzversicherung sowie einem starken Firmengeschäft begründet.
Nach einer Schadenquote von 77,9 (75,9) Prozent erreicht die versicherungstechnische Ergebnisquote 14,3 (15,8) Prozent. Der Krankenversicherer führt 79,9 (80,5) Millionen Euro Gewinn ab.
Details finden sich in den Geschäftsberichten der einzelnen Gesellschaften unter diesem Link.




