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Finanztest: Der besten Kinder-Invaliditäts-Versicherungen

23.3.2020 – Die Stiftung Warentest hat Kinder-Invaliditätspolicen untersucht. Nicht alle erfüllen die strengen Kriterien der Verbraucherschützer. Bei den empfohlenen Policen haben die Eltern die Wahl zwischen lebenslanger Rente oder Kapitalabfindung. Testsieger ist die Barmenia. Sechs weitere Versicherer werden als „gut“ bewertet.

Eine Kinder-Invaliditäts-Zusatzversicherung, kurz KIZ genannt, leistet, wenn ein Junge oder Mädchen aufgrund eines Unfalls- oder einer Erkrankung zu 50 Prozent oder mehr behindert wird. Entgegen der langläufigen Meinung sind bei Kindern übrigens nicht Unfälle überwiegend für die Invalidität verantwortlich, sondern in Wahrheit sind es Erkrankungen.

Das bereitet scheinbar auch den Assekuranzen Probleme. Daher wurden in den letzten Jahren immer mehr der Ideal-Policen mit Begründungen, wie „keine Nachfrage“ oder „zu teuer“ vom Markt genommen. Mindestens sieben Assekuranzen haben den vollen Kombi-Schutz für Kinder eingestellt. Neue Policen schließen teilweise nur noch ausgewählte Krankheiten ein.

Empfehlung nur für vollen Krankheitsschutz

Im ihrem aktuellen Test hat die Stiftung Warentest elf Angebote untersucht und die Ergebnisse in der Ausgabe 4/2020 ihrer Zeitschrift Finanztest veröffentlicht. Auswahlkriterium waren eine Versicherbarkeit ab dem zweiten Lebensjahr, ein Schutz ab 50 Invalidität oder Grad der Behinderung und eine Leistung als Rente, Kapitalzahlung oder Kombination aus beidem.

Testsieger ist der einzige mit „sehr gut“ bewertete Tarif „KISS“ der Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG. „Gut“ sind nach Meinung der Verbraucherschützer die Lösungen von Cosmos Lebensversicherungs-AG, Ergo Versicherung AG, WGV-Versicherung AG, DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung Sach- und HUK-Versicherungsverein a.G. und Versicherungskammer Bayern.

Die Allianz Versicherungs-AG schnitt „befriedigend“ ab. Wenn man nur auf die Bedingungen blickt, sind alle genannten Tarife „gut“. Aber die Stiftung Warentest lässt zu 30 Prozent die Qualität der Anträge mit in ihr Urteil einfließen. Und das hat die Allianz die gute Note gekostet. Ihre Anträge werden nämlich mit der Note 3,3 bewertet. Nur die Versicherungskammer Bayern ist an dieser Stelle noch schlechter.

Kinderinvaliditäts-Versicherung im Urteil der Stiftung Warentest

Anbieter

Tarif

Gesamturteil

Bedingungen

Anträge

Leistung bei Invalidität durch Unfall und Krankheit

Barmenia

KISS

++ (1,5)

+ (1,6)

++ (1,2)

Cosmos

Kinderschutz-Plan

+ (1,7)

+ (1,7)

+ (1,7)

Ergo

Kinder-Invaliditäts-Zusatzversicherung (kidZ)

+ (1,8)

+ (2,2)

+ (0,9)

WGV

Basis + KIZ / Optimal + KIZ

+ (1,8)

+ (2,2)

+ (0,9)

DEVK

Junior Plus

+ (2,4)

+ (2,5)

+ (2,2)

Versicherungs-kammer Bayern

Invaliditäts-Zusatzversorgung für Kinder (KIZ)

+ (2,5)

+ (2,0)

O (3,3)

Allianz

UnfallSchutz + Baustein Kinderinvaliditäts-Schutz (KIS)

O (2,6)

+ (2,3)

O (3,3)

Leistung bei Invalidität durch Unfall und bestimmte Krankheiten

Axa

Kinder-Existenzschutz-Versicherung (Kinder-ESV)

O (2,6)

O (3,3)

++ (0,9)

Janitos

Kinder Multi Rente Balance

O (3,1)

O (3,2)

O (2,9)

BGV/Trias

Golden IV Exklusiv Plus-Option (funktionelle Inv.absicherung)

O (3,2)

O (3,4)

O (2,8)

SV Sparkassen

SV ExistenzSchutz (Unfallteil Deckungskonzept Basis)

O (3,2)

O (3,3)

O (2,7)

Versicherungs-Bedingungen haben 70 Prozent Anteil am Testurteil

Die Tarife der Axa Versicherung AG, der Janitos Versicherung AG, der BGV-Versicherung AG und der SV Sparkassenversicherung Gebäudeversicherung AG leisten nur bei bestimmten Krankheiten. Sie erhielten lediglich das Testurteil „befriedigend“ und wurden nicht empfohlen.

In das Testurteil flossen zu 70 Prozent die Versicherungs-Bedingungen ein. Diese wurden nach Angaben der Stiftung mit den Musterbedingungen des Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) vergleichen und nach einem Punktesystem bewertet. Einzelheiten dazu wurden nicht genannt.

Die Antragsfragen flossen zu 30 Prozent in die Gesamtnote ein. Maßgeblich waren, ob deutlich auf die Folgen von Falschbeantwortung hingewiesen wird, sich die Fragen nur auf einen begrenzten Zeitraum und objektive Umstände beziehen, nicht nach Erbkrankheiten in der Familie gefragt wird und auf unbestimmte Fragen verzichtet wird.

Die Versicherungsbeiträge haben die Tester nicht bewertet, aber beispielhaft in dem Magazin genannt. Dazu haben sie verschiedene Leistungsmerkmale, mögliche Eintrittsalter und Höchstendalter sowie zahlreiche Besonderheiten aufgeführt.

Schwierige Beratung

Die Stiftung Warentest wundert sich darüber, das KIZ-Policen weitgehend unbekannt sind, beantwortet die nicht gestellte Frage nach dem Grund aber schon selbst: Die Vorstellung, dass das eigene Kind behindert wird, ist für die Eltern wohl oft so „unvorstellbar schlimm“, dass viele Eltern gar nicht erst darüber nachdenken wollen.

Zwar sind KIZ-Policen eine hochwertige Absicherung, doch gleichzeitig ist das Thema schwierig zu vermitteln. Auch wenn laut Statistik etwa eines von hundert Kindern unter 16 Jahren schwerbehindert wird.

Zudem könnte der Preis ein Hindernis sein. Die sieben besten Tarife kosten zwischen 107 und 421 Euro für eine versicherte Rente von 1.000 Euro oder eine Kapitalabfindung von 100.000 Euro. Deutlich steigen kann das Angebot der Cosmos von netto 217 Euro bei Wegfall aller Überschüsse auf bis zu 411 Euro pro Jahr.

Stiftung Warentest empfiehlt Rente statt Kapital

Die Stiftung Warentest empfiehlt derzeit, eine lebenslange Rente zu wählen. Angesichts der Kapitalzinsen ist das wohl ein nachvollziehbarer Tipp, denn das Kapital kann ja derzeit nicht gewinnbringend angelegt werden.

Beim Angebot der Ergo ist es nicht möglich, für den Versicherungsfall eine Dynamik zu vereinbaren, damit die Rente nicht von der Inflation entwertet wird. Trotzdem hat es der Tarif noch ins Ranking der besten Tarife geschafft.

Kein Schutz gegen Kündigungen

Die Tester schreiben, dass die Versicherer ihren Kinderschutz kündigen könnten. Das hatte beispielsweise die Basler Versicherung AG beim Tarif „Junior Schutz Plus“ getan (VersicherungsJournal 20.8.2019, 16.9.2019). Aber bei den aktiven Anbietern nachgefragt, ob ein solcher Ausstieg in den nächsten – vielleicht fünf Jahren – geplant ist, hat die Stiftung offenbar nicht.

Es fehlt auch der Hinweis, dass die Lebensversicherer kein ordentliches Kündigungsrecht haben. Das betrifft in diesem Fall das Produkt der Cosmos.

Alternative Pflegetagegeld

Als Alternative zur Kinderinvaliditäts-Versicherung nennen die Verbraucherschützer zuerst die Pflegezusatz-Versicherung. Die wäre schon ab fünf Euro pro Monat erhältlich.

„Existenzieller Invaliditätsschutz über eine Pflegeversicherung ist keine schlechte Idee“, bestätigt der Versicherungsberater Georg Pitzl. Angeboten werden unter anderem Tarife, die kindgerecht in vollem Umfang bei Laienpflege zahlen.

Leserbriefe zum Artikel:

Rudolf Schmitz - In erster Linie geht's um kundenfreundliche Bedingungen. mehr ...

Andreas Reissaus - Bei Eltern besteht durchaus Interesse. mehr ...

 
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