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Erster Lebensversicherer deklariert Überschussbeteiligung

17.11.2022 – Die Ideal bietet ihren Kunden mit klassischen Policen im kommenden Jahr eine laufende Verzinsung von unverändert 3,0 Prozent. Hinzu kommen ein Schlussüberschussanteil sowie eine Beteiligung an den Bewertungsreserven von bis zu 0,7 Prozent. Auch „Universal Life“-Kunden werden mit 3,0 Prozent bedient.

2022 ist die laufende Verzinsung des Deckungskapitals der deutschen Lebensversicherer bei klassischen privaten Rentenversicherungen auf den historischen Tiefstand in diesem Jahrtausend von 2,02 Prozent zurückgegangen. Das zeigen Berechnungen der Assekurata Assekuranz Rating-Agentur GmbH.

Bei den Neue-Klassik-Produkten, für die Assekurata seit 2015 ebenfalls Daten bereithält, liegt der Durchschnittswert bei 2,05 (2021: 2,13) Prozent (VersicherungsJournal 11.2.2022, 16.2.2022). Er ist damit erstmals höher als bei den konventionellen Policen.

Überschussbeteiligung im Sinkflug

Waren es 2001 durchschnittlich noch über sieben Prozent Verzinsung, so wurde 2012 die Vier-Prozent-Marke und 2016 die Drei-Prozent-Marke unterschritten. Im Beobachtungszeitraum ging es lediglich 2007 und 2008 bergauf, ansonsten kontinuierlich bergab.

Entwicklung Verzinsung (Bild: Wichert)

Für das laufende Jahr hatten erneut nur noch drei Anbieter eine laufende Verzinsung von 3,0 Prozent deklariert. Dies waren die Athora Lebensversicherung AG, die Entis Lebensversicherung AG und die Ideal Lebensversicherung a.G. (20.10.2021). Höhere Werte gab es nicht (24.1.2022).

Ideal mit 3,0 Prozent laufender Verzinsung

Am Mittwoch hat die Ideal nun als erster Marktteilnehmer die Überschussdeklaration für 2023 per Pressemitteilung bekannt gegeben. Auch vor einem und vor drei Jahren hatten sich die Berliner als erster Akteur aus der Deckung gewagt (18.10.2019). Im Vorvorjahr war die Lebensversicherung von 1871 a.G. München (LV 1871) am schnellsten (18.11.2020).

Die Ideal hält die laufende Verzinsung mit 3,0 Prozent konstant auf dem Niveau des laufenden Jahres. 2019 und 2020 hatte das Unternehmen mit 3,3 Prozent ebenfalls die marktweit höchste laufende Verzinsung geboten.

Für 2019 hatte der Versicherer sogar von 3,0 auf 3,3 Prozent erhöht (3.12.2018). Vor den Berlinern hatte letztmals die Deutsche Ärzteversicherung AG die laufende Verzinsung für 2012 angehoben (23.11.2011). Für 2018 hatte die Ideal die laufende Verzinsung konstant gehalten (29.11.2017). Im Jahr davor war um 0,70 Prozentpunkte reduziert worden (16.12.2016). Für 2015 und die Jahre zuvor lag der Wert noch jeweils bei 4,0 Prozent (19.11.2014).

Verzinsung Ideal (Bild: Wichert)

Ergänzend kommt bei den klassischen Produkten noch ein Schlussüberschussanteil beziehungsweise eine Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven von bis zu 0,7 Prozent hinzu. Dadurch erreiche die gesamte Verzinsung – je nach Vertragskonstellation – bis zu 3,7 Prozent des Deckungskapitals.

3,0 Prozent auch für „Universal Life“

Für das vor gut sieben Jahren auf den Markt gebrachte Produkt „Ideal Universal Life“ (22.7.2015, 23.11.2015) hat der Versicherer die laufende Verzinsung für 2023 ebenfalls auf 3,0 Prozent festgesetzt.

Bei diesem Produkt gibt es anstelle eines Schlussüberschusses einen sogenannten Treuebonus. Dieser wird aus Zinsen in Promille der Kontostände des individuellen Rentenkontos – der Deklarationssatz liegt für das kommende Jahr unverändert bei 0,3 Promille – berechnet. Dabei werden alle Kontostände zum Monatsende seit der letzten Gutschrift des Treuebonus aufsummiert.

Der angesammelte und verzinste Bonus wird den Kunden bis zum Rentenbeginn alle fünf Jahre (erstmalig nach zehn Jahren Laufzeit) im Überschusskonto gutgeschrieben, letztmalig nach 40 Jahren Laufzeit.

Zinsabschlag entfällt künftig

Wie die Gesellschaft weiter mitteilte, wird der temporäre Zinsabschlag von 0,5 Prozentpunkten, der bis dato für Verträge gegen Einmalbeitrag beziehungsweise mit kombinierter Beitragszahlung galt, im kommenden Jahr entfallen.

Nach Unternehmensangaben betrifft diese Regelung „sowohl Neuverträge als auch alle Verträge im Bestand. So können die Kunden der Ideal schon frühzeitig vom derzeit steigenden Zinsumfeld profitieren. Begründet wird diese Entscheidung damit, dass der überdurchschnittlich hohe Anteil an liquiden Mitteln bereits erste Anlageerfolge bei Neuemissionen mit attraktivem Renditeniveau möglich machte“.

Rang 40 nach Beitragseinnahmen

Die Ideal belegt in der Rangliste nach verdienten Bruttoprämien laut dem Map-Report Nummer 926 – „Bilanzrating deutscher Lebensversicherer 2021“ (2.11.2022) Platz 40 (Vorjahr: 41). Die Berliner steigerten den Umsatz um fast ein Drittel auf knapp 520 Millionen Euro.

Im Neugeschäft (eingelöste Versicherungsscheine in der Hauptversicherung) bedeuteten annähernd 29.000 Stück (plus 10,6 Prozent) Position 39. Hier ist der Akteur hauptsächlich in den Segmenten Kapitalleben (über die Hälfte Anteil) und Rente (fast 45 Prozent) unterwegs.

Beim Bestand ordnet sich das Unternehmen ebenfalls an 39. Stelle ein – mit zuletzt fast 602.000 Policen (minus 0,2 Prozent). Fast drei Viertel davon entfallen auf den Bereich Kapitalleben, ein leicht angestiegener Anteil von einem guten Viertel auf Rentenversicherungen.

 
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