25.3.2026 – Ende 2024 befanden sich über 1,3 Millionen Riester-Verträge in der Auszahlungsphase. Laut der jetzt vom BMF vorgelegten „Riester-Auszahlungsstatistik“ lag die monatliche Rentenhöhe im Schnitt bei fast 145 Euro. Ohne die Abfindungen für Kleinrenten und die Renten mit Teilkapitalauszahlungen sind es knapp 88 Euro. Bei Männern war der Betrag im Schnitt höher als bei Frauen. Insgesamt erhielten 14,3 Prozent der Riester-Rentner pro Monat mindestens 250 Euro ausgezahlt.
Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat zum dritten Mal nach der Premiere im Vorvorjahr (VersicherungsJournal 23.4.2024) eine Datensammlung zu den geförderten Altersvorsorgeverträgen in der Leistungsphase veröffentlicht.
Die „Riester-Auszahlungsstatistik“ wurde in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) erstellt und erscheint den Angaben zufolge im Jahresturnus. Nach BMF-Angaben stehen im Fokus der Auswertung Personen mit mindestens einem in der Auszahlungsphase befindlichen, geförderten Riester-Vertrag.
Das Ministerium weist auf Folgendes hin: „Aufgrund von Besonderheiten (auch hinsichtlich der Besteuerung) werden Personen beziehungsweise Verträge mit Auszahlungen aus einem geförderten Wohn-Riester-Vertrag nur nachrichtlich ausgewiesen.“
Die Statistik „basiert auf den Prozessdaten der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA), die ihr im Rahmen des Rentenbezugsmitteilungsverfahrens (RBM-Verfahren) übermittelt werden. […]
Als Auswertungsstichtag wurde der 15. Mai eines Jahres festgelegt, da bis dahin alle Meldungen für die zugeflossene Leistung aus geförderten Riester-Verträgen des Vorjahres bei der ZfA vorliegen“, erläutert das Ministerium. Schwerpunktmäßig werde in der aktuellen Statistik das Leistungsjahr 2024 betrachtet.
Ausgewertet werden in der Auszahlungsstatistik die Fallzahlen, das jährliche Auszahlungsvolumen und die durchschnittlichen jährlichen Auszahlungsbeträge (arithmetisches Mittel und Median), differenziert nach verschiedenen Merkmalen. Es wird nach fünf Formen der Auszahlung unterschieden. Diese sind
Ende 2024 waren den BMF-Daten zufolge 1.318.703 Personen mit mindestens einem Riester-Vertrag in der Auszahlungsphase. An diese wurden 2.289,4 Millionen Euro ausgezahlt. Rund jeder 18. von ihnen (in konkreten Zahlen: 71.446 Menschen) wird in der Kategorie „Mehrfachrentenbezug“ geführt. An diese Gruppe flossen mit 224,9 Millionen Euro rund 9,8 Prozent des Auszahlungsvolumens.
An die rund 1.247.257 Personen aus dem Segment „Einfachrentenbezug“ wurden 2.064,6 Millionen Euro ausgezahlt. Die meisten von ihnen (1.045.926) erhielten eine laufende Alters- oder Erwerbsminderungsleistung, deren Volumen insgesamt 1.099,5 Millionen Euro betrug.
494,9 Millionen Euro gingen an die 74.742 Riester-Rentner aus der Kategorie „laufende Alters- oder Erwerbsminderungsleistung inklusive einmaliger Teilkapitalauszahlung von bis zu 30 Prozent“.
Weitere 446,7 Millionen Euro flossen als einmalige Abfindung einer Kleinbetragsrente (§ 93 EStG). Die noch verbleibenden 23,5 Millionen Euro wurden an etwa 29.600 Personen als laufende Leistung an Hinterbliebene oder als „sonstige Zahlungsform“ ausgezahlt.
Über alle vorgenannten Auszahlungsformen hinweg wird ein Gesamtleistungsbetrag von im Schnitt (arithmetisches Mittel) 1.736,12 Euro ausgewiesen. Das entspricht einer monatlichen Rente von 144,68. Das sind 8,34 pro Monat mehr als vor Jahresfrist.
Darin eingerechnet sind auch die einmaligen Abfindungen einer Kleinbetragsrente von im Schnitt 4.606,71 (2023: 4.342,80) Euro sowie die laufenden Leistungen inklusive der einmaligen Teilkapitalauszahlung in Höhe von durchschnittlich 5.934,86 (5.604,99) Euro, jeweils für das Berichtsjahr.
Betrachtet man nur die Gruppe der Riester-Rentner mit einer laufenden Alters- oder Erwerbsminderungsleistung (Einfachrentenbezug), so hat das Ministerium einen durchschnittlichen Betrag von 1.051,22 (2023: 1.017,15) Euro errechnet. Das bedeutet eine Monatsrente von 87,60 (84,76) Euro.
Bei den 490.424 Männern (knapp 47 Prozent Anteil) in dieser Gruppe lag der Gesamtleistungsbetrag 2024 bei im Schnitt 1.189,51 (2023: 1.149,52) Euro, was einer monatlichen Riester-Rente von 99,13 (95,79) Euro entspricht. Die 555.502 Frauen bekamen im Berichtsjahr durchschnittlich 929,13 (899,32) Euro ausgezahlt. Daraus ergibt sich eine monatliche Zahlung in Höhe von 77,43 (74,94) Euro.
An die Personen mit Mehrfachrentenbezug wurden durchschnittlich 3.147,54 (2.952,88) Euro ausbezahlt. Das sind pro Monat 262,30 (246,07) Euro. Bei den Männern waren es im Jahr (Monat) 3.503,19 (291,93) Euro, bei den Frauen 2.805,96 (233,83) Euro. Dies entspricht Zunahmen im Vergleich zu 2023 von jeweils knapp 18 (Herren) beziehungsweise gut 15 Euro (Damen) pro Monat.
Wie aus den BMF-Daten weiter hervorgeht, lag – über alle Personen mit einer Auszahlung hinweg – der jährliche Gesamtleistungsbetrag nur noch bei 27,6 (2023: 28,0) Prozent unter 500 Euro (monatlich weniger als 41,67 Euro).
Bei 29 (2023: 28) Prozent waren es 500 bis unter 1.000 Euro im Jahr (höchstens 83,32 Euro im Monat), bei erneut einem weiteren Sechstel 1.000 bis unter 1.500 Euro im Jahr (weniger als 125 Euro pro Monat). Gut jeder Fünfzehnte (knapp jeder Dreizehnte) erhielt zwischen 250 und unter 500 Euro im Monat, jeder achtzehnte (siebzehnte) Riester-Rentner 500 Euro oder mehr Monatsrente.
Noch höher sind die Anteile in den unteren Bereichen, wenn man nur die Riester-Rentner mit einer laufenden Alters- oder Erwerbsminderungsleistung im Einfachrentenbezug betrachtet. Auf die beiden Auszahlungsklassen „unter 500 Euro“ und „500 bis unter 1.000 Euro“ entfallen knapp 30 Prozent beziehungsweise ein Drittel. Hinzu kommt ein weiteres Sechstel in der Klasse „1.000 bis 1.500 Euro“.
In den folgenden Auszahlungsklassen (abgestuft in 500-Euro-Schritten) nimmt der Anteil der Personen mit einer laufenden Einfachrentenleistung fast kontinuierlich immer weiter ab. In der Klasse „2.000 bis unter 2.500 Euro“ (höchstens 208,32 Euro Monatsrente) findet sich noch etwa jeder Dreiundzwanzigste wieder, in der Klasse „2.500 bis unter 3.000 Euro“ (weniger als 250 Euro im Monat) nur noch jeder Achtundvierzigste.
In allen weiteren Auszahlungsklassen beträgt der Anteil weniger als ein Prozent und liegt nur bis zur Klasse „7.500 bis unter 8.000 Euro“ oberhalb der Marke von 0,1 Prozent. 10.000 Euro und mehr pro Jahr, das sind mindestens 833,33 Euro im Monat, erhielten immerhin 1.147 Personen.

Das Ministerium weist auf viele Besonderheiten der Auszahlungsstatistik hin, die bei der Interpretation zu beachten seien. „So erhalten Empfänger mit den Auszahlungsformen ‚Einmalige Abfindung einer Kleinbetragsrente‘ und ‚laufende Alters- und Erwerbsminderungsrenten mit einmaliger Teilkapitalauszahlung von bis zu 30 Prozent‘“ zum Teil sehr hohe Leistungsbeträge, die nur im ersten Leistungsjahr auftreten.
Frühere Empfänger einer einmaligen Teilkapitalauszahlung werden ab dem Folgejahr als Empfänger einer laufenden Alters- oder Erwerbsminderungsrente erfasst. Die Leistungshöhe einer laufenden Alters- und Erwerbsminderungsrente ist bei den Fällen, die zu Beginn der Auszahlung eine einmalige Teilkapitalauszahlung erhalten haben, entsprechend niedriger. Diese Fälle fließen jedoch ebenfalls in die Durchschnittsberechnung der laufenden Alters- und Erwerbsminderungsrenten ein.
Das BMF weist ferner darauf hin, dass aktuelle Bestandsfälle kaum lange Ansparphasen aufweisen könnten, da die Förderung der Riester-Rente erst 2002 begonnen habe.
Deshalb hatte das Ministerium bei der Premierenauflage der Statistik erwartet, „dass sich die Auszahlungsbeträge bei zukünftigen Auswertungen erhöhen werden, wenn vermehrt Leistungsempfänger mit längeren Riester-Ansparphasen in die Auszahlung gelangen.
Wie sich die Rentenhöhen bei den Neufällen darstellen und ob die vorgenannten BMF-Erwartungen sich auch in den Zahlen widerspiegeln, wird die VersicherungsJournal-Redaktion in einem separaten Artikel in einer der kommenden Ausgaben darlegen.
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