Geldvermögen erreicht neuen Höchststand

16.1.2026 – Mit knapp 9.400 Milliarden Euro erreichte das Geldvermögen zum Ende des dritten Quartals 2025 einen neuen Höchststand. Die zusätzlichen Ersparnisse werden überwiegend in Form von Bargeld als auch von Sichteinlagen gehalten. Aktien und sonstigen Anteilsrechten verdanken ihren Zuwachs von 47 Milliarden Euro fast ausschließlich Kursgewinnen. Die aggregierte reale Gesamtrendite im dritten Quartal 2025 lag bei etwa 1,9 Prozent. 36,9 Prozent des Geldvermögens sind in Bankguthaben angelegt. Auf Platz zwei folgen Versicherungen mit 27,3 Prozent.

Das nominale Geldvermögen der privaten Haushalte betrug zum Jahresende 2024 9.050 Milliarden Euro. Zum Ende des dritten Quartals 2025 lag es bei 9.389 Milliarden Euro. Selbst preisbereinigt erreichte das Geldvermögen einen neuen Höchststand, teilte die Deutsche Bundesbank mit. Damit setzte sich die seit Ende 2023 andauernde Wachstumsserie fort.

Bargeld und Sichteinlagen wegen Flexibilität bevorzugt

Im Vergleich zum Vorquartal nahm das nominale Geldvermögen um 165 Milliarden Euro zu. Dieser Anstieg resultierte aus zwei wesentlichen Faktoren: Zum einen bauten die Haushalte neue Forderungen in Höhe von 78 Milliarden Euro auf. Zum anderen profitierten sie von Bewertungsgewinnen in Höhe von 86 Milliarden Euro, vor allem durch steigende Aktienkurse.

Die zusätzlichen Ersparnisse werden überwiegend in Form von Bargeld (plus elf Milliarden Euro) als auch von Sichteinlagen (+ 23 Milliarden Euro) gehalten. Offenbar gewichten die Haushalte Flexibilität und kurzfristige Verfügbarkeit ihrer Mittel derzeit hoch, interpretiert die Deutsche Bundesbank dieses Verhalten.

Bei Aktien und sonstigen Anteilsrechten lag der Zuwachs bei 47 Milliarden Euro. Davon resultieren 46 Milliarden Euro aus Bewertungsgewinnen und nicht aus Neuanlagen. Die Bewertungsgewinne bei den Investmentfondsanteilen lagen mit 41 Milliarden Euro deutlich über dem Niveau der vergangenen fünf Jahre.

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Reale Rendite des Geldvermögens steigt

Die reale, also inflationsbereinigte Gesamtrendite des Geldvermögens bildet die tatsächlich erzielte Rendite der privaten Haushalte ab. Die Betrachtung nach Vermögensgruppen zeigt, dass die im Schnitt erzielbaren realen Renditen für die Haushalte der vermögenderen Hälfte der Verteilung im dritten Quartal insgesamt leicht gestiegen sind.

Die vermögensärmere Hälfte der privaten Haushalte erzielte hingegen eine negative Rendite. Diese Haushalte setzen nahezu ausschließlich auf Einlagen und Versicherungsansprüche. Beides ist risikoarm, wirft aber tendenziell geringere Renditen ab. Im Gegensatz dazu profitierten die vermögendsten zehn Prozent der Haushalte von positiven Beiträgen aus Kapitalmarktanlagen.

Diese Anlageform trug maßgeblich zur Steigerung der realen Gesamtrendite ihres Finanzportfolios bei. Werden alle Haushalte zusammen betrachtet, stieg die aggregierte reale Gesamtrendite im dritten Quartal 2025 auf etwa 1,9 Prozent. Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf Aktien und Investmentfondsanteile zurückzuführen.

Geldvermögen privater Haushalte (Bild: Deutsche Bundesbank)
Zum Vergrößern Bild klicken. (Bild: Deutsche Bundesbank)

In Versicherungen fließen 27 Prozent des Geldvermögens

Die Struktur des Geldvermögens der privaten Haushalte in Deutschland ist relativ stabil. Zum Jahresende 2024 waren 36,9 Prozent in Bankguthaben angelegt. Auf Platz zwei folgen Versicherungen mit 27,3 Prozent.

Etwa 13,6 Prozent des Geldvermögens investierten die deutschen Privathaushalte in Investmentfonds. Die Aktienquote betrug 6,5 Prozent. In Rentenpapiere flossen 2,6 Prozent. Sonstige Anteilsrechte kamen auf 13,2 Prozent.

Laut der im April 2025 veröffentlichten Vermögensbefragung 2023 der Deutschen Bundesbank bleiben auch die wichtigsten Sparmotive der Haushalte auf lange Sicht insgesamt recht stabil. Die drei bedeutendsten Sparmotive waren in allen Jahren die „Vorsorge für Notsituationen“, „Größere Anschaffungen“ und die „Altersvorsorge“. 68 Prozent der Haushalte nannten eines dieser drei Sparmotive.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Altersvorsorge · Inflation · Investmentfonds · Rente · Senioren · Zinsen
 
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