19.3.2026 – Auf Sechsjahressicht betrachtet schrumpfte der Vertragsbestand in der verbundenen Wohngebäudeversicherung bei 22 der 50 größten Anbieter. Dies zeigt der „Branchenmonitor 2025: Wohngebäudeversicherung“. Dabei verlor die Bayerische Landesbrand sowohl nach absoluten Zahlen als auch prozentual. Auch die Allianz und die SV hatten Einbußen im sechsstelligen Bereich zu verzeichnen.
Zwischen 2019 und 2024 hatten die im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) organisierten Wohngebäudeversicherer einen Bestandsrückgang von 19,3 auf 19,2 Millionen Verträge hinzunehmen. Dies entspricht einem Minus von etwa 0,5 Prozent.
Allerdings konnten mehr als die Hälfte der 50 nach Beitragseinnahmen größten Anbieter ihre Bestände gegen den Branchentrend ausbauen. Dabei legten die Rhion Versicherung AG (plus 134 Prozent) beziehungsweise die Provinzial Versicherung AG (plus 545.000 Stück) am stärksten zu (VersicherungsJournal 19.3.2026).
Dies zeigt der „Branchenmonitor 2025: Wohngebäudeversicherung“ von der V.E.R.S. Leipzig GmbH. Die jährlich veröffentlichte Studie enthält Übersichten zu zahlreichen Kennzahlen der 50 größten Marktteilnehmer in der Sparte, die auf rund 95 Prozent Marktanteil kommen.
Für 22 der im Monitor aufgelisteten Akteure schlugen rückläufige Bestände zu Buche. Die größten Einbußen nach absoluten Zahlen hatte die Bayerische Landesbrandversicherung AG mit fast 686.000 (auf unter 1,23 Millionen) Stück zu verzeichnen.
Die Bayerische Landesbrand erläutert im Geschäftsbericht 2024 (PDF, 1,1 MB): „Die Umstellung der Bestände auf das neue Produkt in der Verbundenen Wohngebäudeversicherung, das im Risikoträger Bayerischer Versicherungsverband Versicherungs-AG geführt wird, führt zu einem kontinuierlichen Rückgang der Verträge in dieser Sparte.“
Die Bayerische Landesbrand hatte die fünfte Bestandsverminderung in Folge zu verzeichnen. Dies fiel 2022 mit weit über einem Fünftel um bis zu zehnmal höher aus als in den übrigen Jahren. Im Geschäftsbericht 2022 (PDF, 3,9 MB) hatte das Unternehmen zum Hintergrund für den hohen Rückgang ausgeführt:
„Aufgrund der geänderten Ermittlung der Anzahl der Versicherungsverträge kann es in einzelnen Versicherungszweigen zu Abweichungen im Vergleich zum Vorjahr kommen. Dies betrifft insbesondere die Verbundene Wohngebäudeversicherung.“ Deshalb seien die 2022er-Zahlen mit denen des Vorjahres nicht vergleichbar (21.2.2024).
Ebenfalls kontinuierlich im Minus befand sich die SV Sparkassenversicherung Gebäudeversicherung AG. Sie büßte auf Sechsjahressicht rund 242.500 (auf 1,3 Millionen) Kontrakte ein. Sie verlor dabei ohne größere Schwankung pro Jahr 3,0 bis 3,7 Prozent. Ursache dürften unter anderem fortgesetzte Sanierungsmaßnahmen und Beitragssatzanpassungen (23.2.2018) gewesen sein.
Die Allianz Versicherungs-AG verlor zwischen 2019 und 2024 fast 210.000 Policen. Nach vier Verlustjahren kehrte das Unternehmen zuletzt wieder in die Wachstumsspur zurück. Allerdings bliebe die Zuwachsrate mit 0,1 Prozent (auf 2,27 Millionen) auf überschaubarem Niveau.
Bei der Allianz fiel der Großteil des Rückgangs im vorletzten Jahr des Beobachtungszeitraums an. Laut Geschäftsbericht 2023 (PDF, 2,7 MB) fand seinerzeit aufgrund einer Systemmigration in der gewerblichen Gebäudeversicherung eine Änderung der Vertragszählung statt. Diese habe mit etwa 200.000 Stück negativ zu Buche geschlagen.

Beim Bayerischen Versicherungsverband verminderte sich der Bestand auf Sechsjahressicht um rund 37.500 auf unter 881.500 Versicherungsverträge,
Einbußen zwischen fast 26.800 und knapp 20.800 Policen hatten die Axa Versicherung AG (auf 870.200 Stück), die Landschaftliche Brandkasse Hannover (VGH; auf 452.000), die Dialog Versicherung AG (auf unter 175.000) und die Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG, Direktion für Deutschland (auf 123.900), zu verzeichnen.

Betrachtet man die Veränderungsraten, so fiel das Minus ebenfalls bei der Bayerischen Landesbrand am größten aus. Der Bestand schrumpfte um über ein Drittel. Bei der SV blieb die Vertragszahl 2024 um etwa ein Sechstel hinter der aus 2019 zurück, bei der Helvetia um ein Siebtel und bei der Dialog um ein Neuntel.
Schrumpfungsraten zwischen neun und acht Prozent hatten die Oldenburgische Landesbrandkasse (auf unter 134.500), die Lippische Landesbrandversicherung AG (auf 48.500), die Hamburger Feuerkasse Versicherungs-AG (auf 140.100), die Allianz, die Nürnberger Allgemeine Versicherungs-AG (auf unter 71.500) und die HDI Versicherung AG (auf 224.100) hinzunehmen.

Der „Branchenmonitor 2025: Wohngebäudeversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die Daten werden auf Sechsjahressicht dargestellt (2019 bis 2024). Die rund 80-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 892,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.
Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.
Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.
Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.
Geraten Sie in Verkaufssituationen immer wieder an Grenzen?
Wie Sie unterschiedliche Persönlichkeitstypen zielgerichtet ansprechen, erfahren Sie im Praktikerhandbuch „Vertriebsgötter“.
Interessiert? Dann können Sie das Buch ab sofort zum vergünstigten Schnäppchenpreis unter diesem Link bestellen.













