WERBUNG

Die Unfallversicherer mit dem größten Policenschwund

17.2.2021 – Bei zwei von fünf der 50 größten Anbieter schrumpfte zwischen 2014 und 2019 der Vertragsbestand in der privaten Unfallversicherung. Die Signal Iduna büßte laut dem „Branchenmonitor 2014-2019: Unfallversicherung“ sowohl nach absoluten Zahlen als auch prozentual am stärksten ein. Dies geht vor allem auf den Abgang eines großen Gruppenversicherungs-Vertrags zurück.

Schon seit vielen Jahren gehört die private Unfallversicherung zu den profitabelsten Zweigen der Assekuranz hierzulande. Seit 2007 erzielte die Branche durchgängig eine kombinierte Schaden-Kosten-Quote von um die 80 Prozent.

2019 lag der versicherungstechnische Gewinn sogar bei über 23 Cent pro Beitragseuro. Im vergangenen Jahr waren es nach vorläufigen GDV-Zahlen von Ende Januar (VersicherungsJournal 20.1.2021) sogar etwa 25 Cent pro Beitragseuro.

Unfallversicherung Combined Ratio (Bild: Wichert)

Bestand im Rückwärtsrang

Allerdings haben die Anbieter in dieser Sparte schon seit geraumer Zeit mit sinkenden Beständen zu kämpfen. Allein zwischen 2014 und 2018 ging es um rund 700.000 auf 25,4 Millionen Verträge bergab. Die Verminderungsraten lagen im Betrachtungszeitraum teilweise bei weit über einem Prozent.

Auch für 2019 weist der Versichererverband ein Minus aus. Die „bereinigte Veränderungsrate aufgrund der Änderung der Grundgesamtheit“ wird mit minus 0,4 Prozent (auf 25,8 Millionen Stück) angegeben. Da keine bereinigten Werte für die Vorjahre vorliegen, muss auf eine Mehrjahresbetrachtung verzichtet werden.

WERBUNG

20 Anbieter mit Rückgängen in der Unfallversicherung

Die Vertragsbestände auf Ebene der einzelnen Akteure entwickelten sich dem „Branchenmonitor 2014-2019: Unfallversicherung“ zufolge höchst unterschiedlich. Die Studie wird jährlich von der V.E.R.S. Leipzig GmbH in Kooperation mit der Sirius Campus GmbH durchgeführt. Sie enthält Übersichten zu diversen Kennzahlen der 50 größten Anbieter in der Sparte mit 93 Prozent Marktanteil.

Der Publikation zufolge erzielten 28 Unternehmen zwischen 2014 und 2019 Bestandszuwächse (17.2.2021), während 20 Anbieter Rückgänge zu verzeichnen hatten. Nicht berücksichtigt wurden die erst 2019 gegründete Dialog Versicherung AG (25.10.2018, 11.10.2019) sowie die VHV Allgemeine Versicherung AG.

Die Hannoveraner haben 2019 „die Zählweise der Versicherungsverträge verändert, die Werte für das Jahr 2018 wurden entsprechend angepasst“, wird in einer Fußnote im Branchenmonitor angemerkt. Aus diesen Gründen kann bei Dialog und VHV keine Sechsjahresbetrachtung erfolgen.

Signal Iduna mit den größten Verlusten

Die größten Einbußen erlitt die Signal Iduna Allgemeine Versicherung AG mit über 620.000 Kontrakten. Für die Ergo Versicherung AG stand ein Minus von fast einer halben Million Verträgen zu Buche.

Vergleichsweise große Verluste im hohen fünfstelligen Bereich hatten die Nürnberger Allgemeine Versicherung AG und die HDI Versicherung AG zu verzeichnen.

Bestandsrückgänge zwischen gut 50.000 und knapp 20.000 Kontrakten waren bei der R+V Allgemeinen Versicherung AG, der Cosmos Versicherung AG, der Landschaftlichen Brandkasse Hannover (VGH), der Westfälischen Provinzial Versicherung AG und der Continentalen Sachversicherung AG zu beobachten.

Unfallversicherung Bestandsrückgang absolut (Bild: Wichert)

Hintergründe zu den Bestandsverlusten

Der Rückgang bei der Signal Iduna ist zum Großteil auf den Abgang eines Gruppen-Unfallversicherungs-Vertrags mit über einer halben Million versicherten Personen im Geschäftsjahr 2018 zurückzuführen (6.2.2020). In den Jahren davor gab es Verminderungen von in der Spitze knapp über 10.000, zuletzt von gut 20.000 Policen.

Das Minus bei der Ergo verteilte sich relativ gleichmäßig auf die einzelnen Jahre. Die Verringerung belief sich auf jeweils um die fünf Prozent. Hintergrund dürfte vor allem sein, dass die Düsseldorfer einigen Jahren kein Geschäft in der Unfallversicherung mit garantierter Beitragsrückzahlung (UBR) mehr zeichnen.

Bei Nürnberger und HDI schrumpften die Bestände ebenfalls kontinuierlich. Die Verminderung bei der Nürnberger betrug in jedem Jahr des Betrachtungszeitraums um die 20.000 Kontrakte und verlor zuletzt wieder an Tempo. Beim HDI nahm das Schrumpfungstempo hingegen immer weiter zu – auf zuletzt vier Prozent.

Unfallversicherung Bestandsentwicklung (Bild: Wichert)

Weitere Studiendetails und Bezugsmöglichkeiten

Betrachtet man die Veränderungsraten, so fiel das Minus bei der Signal Iduna mit über einem Drittel am größten aus. Um jeweils über ein Fünftel verringerte sich der Bestand bei der Ergo und der Cosmos.

Die Verringerungsraten von Nürnberger, HDI und Mannheimer Versicherung AG betrugen zwischen etwa einem Sechstel und rund einem Siebtel.

Unfallversicherung Bestandsrückgang relativ (Bild: Wichert)

Der „Branchenmonitor 2014-2019: Unfallversicherung“ enthält neben Daten zur Bestandskundenanalyse auch zahlreiche weitere Übersichten zu Kennzahlen zum Versicherungszweig.

Die rund 100-seitige Studie kann als PDF-Version für 803,25 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Clemens Wilde per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659265 bestellt werden.

Leserbriefe zum Artikel:

Nils Fischer - Produkt gehört in jede Beratung. mehr ...

 
WERBUNG
Wie gehen Sie mit dem zunehmenden Effizienzdruck um?

Die neue BVK-Studie deckt die Erfolgsfaktoren des Versicherungsvertriebs auf und zeigt Ihnen, wie auch Sie Ihren Betrieb effizienter gestalten und sich für die Zukunft wappnen können.

Mehr Informationen erhalten Sie unter diesem Link...

Kurzumfrage – Ihre Meinung ist gefragt!

WERBUNG
Inserieren im Anzeigenmarkt

Das VersicherungsJournal ist eines der meistgelesenen Medien in der Branche, siehe Mediadaten.

So finden Sie zielsicher Ihre neuen Mitarbeiter, Arbeitgeber oder Geschäftspartner. Nutzen Sie die schnelle und direkte Zielgruppenansprache zu günstigen Konditionen. Gesuche werden kostenlos veröffentlicht.

Erteilen Sie hier Ihren Anzeigenauftrag für Angebote und Verschiedenes oder Gesuche, oder lassen sich persönlich beraten!

Beachten Sie auch die Seite Aktuelles für Stellenanbieter.

Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

WERBUNG
Erfolgreich Kundengespräche führen

Geraten Sie in Verkaufssituationen immer wieder an Grenzen?
Wie Sie unterschiedliche Persönlichkeitstypen zielgerichtet ansprechen, erfahren Sie in einem Praktikerhandbuch.

Interessiert? Dann klicken Sie hier!

Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
23.11.2020 – Die Anbieter schrieben auch 2019 wieder satte versicherungstechnische Gewinne – von in der Spitze weit über 50 Cent pro Beitragseuro. Wer zu den Spitzenreitern gehört und wer nur so gerade eben kostendeckend arbeitete. (Bild: Wichert) mehr ...
 
7.11.2018 – In der Hausratversicherung schrieben die Anbieter auch im vergangenen Jahr wieder satte Gewinne von bis zu gut 50 Cent pro Beitragseuro. Wer zu den Spitzenreitern gehört und wer nur knapp an der Verlustzone vorbeischrammte. (Bild: Wichert) mehr ...
 
15.11.2017 – Im vergangenen Jahr schrieb die Branche in der verbundenen Hausratversicherung ein weiteres Mal satte Gewinne. In der Spitze waren es über 50 Cent pro Euro an Beitrag. Anders als 2015 landete keine der 50 größten Gesellschaften in der Verlustzone. (Bild: Wichert) mehr ...
 
6.11.2017 – Die Wohngebäudeversicherer schafften 2016 zwar nach einer langen Durststrecke wieder die Rückkehr in die Gewinnzone. Dennoch schrieb immer noch etwa jeder fünfte der 50 größten Anbieter zum Teil tiefrote Zahlen, wie eine aktuelle Studie zeigt. (Bild: Wichert) mehr ...
 
9.2.2021 – Zwischen 2014 und 2019 haben sich die Anbieter kräftig Kunden abgejagt. Zwar baute die Branche den Vertragsbestand um fast drei Millionen aus. Aber bei rund jedem fünften der 50 größten Akteure schrumpfte er zum Teil erheblich – um bis zu fast 190.000 Kontrakte. (Bild: Wichert) mehr ...
 
18.1.2021 – 2019 haben die Branchenschwergewichte versicherungstechnisch zwischen sieben Cent Gewinn und vier Cent Verlust geschrieben. Wer zu den Schlusslichtern und den Spitzenreitern gehört – und wer sich besonders deutlich verbesserte. (Bild: Wichert) mehr ...
WERBUNG