Die Rechtsschutzversicherer mit dem größten Kundenschwund

2.2.2026 – Bei fünf der 25 größten Anbieter schrumpfte auf Sechsjahressicht laut dem „Branchenmonitor 2025: Rechtsschutzversicherung“ der Vertragsbestand. Die ADAC Versicherung büßte nach absoluten Zahlen wie auch prozentual am stärksten ein. Auch Advocard, Badische, Deurag und NRV verloren.

Die im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) organisierten Rechtsschutzversicherer konnten den Vertragsbestand von 2019 auf 2024 um etwa drei Prozent auf 25,7 Millionen ausbauen.

Allerdings legten – angeführt von der Arag SE (plus fast 794.000 Kontrakte) beziehungsweise der Landschaftlichen Brandkasse Hannover (VGH; plus fast ein Drittel) – nur 20 der 25 umsatzstärksten Akteure zu (VersicherungsJournal 2.2.2026).

Dies zeigt der „Branchenmonitor 2025: Rechtsschutzversicherung“ der V.E.R.S. Leipzig GmbH. Darin werden zahlreiche Kennzahlen der 25 größten Akteure mit 98 Prozent Marktanteil dargestellt.

Bestand Rechtsschutzversicherung: ADAC mit dem größten Minus

Den größten Rückgang nach absoluten Zahlen hatte die ADAC Versicherung AG zu verzeichnen. Sie büßte im Betrachtungszeitraum rund 221.000 (auf 1,81 Millionen) Policen ein. Um etwa 60.000 Verträge schmolz der Bestand der Deurag Deutsche Rechtsschutz-Versicherung AG (auf unter 1,1 Millionen).

Verminderungen im jeweils niedrigen fünfstelligen Bereich hatten die Advocard Rechtsschutzversicherung AG (auf unter 1,4 Millionen), die Neue Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG (NRV; auf 384.000) sowie die Badische Rechtsschutz-Versicherung AG (auf unter 156.000) hinzunehmen.

Verlierer absolut (Bild: Wichert)
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Verminderungsraten von bis zu fast einem Achtel

Betrachtet man die Verminderungsraten von 2019 auf 2024, so fiel das Minus ebenfalls bei der ADAC Versicherung am größten aus, und zwar mit annähernd einem Neuntel.

Bei der Badischen, der Deurag und der NRV betrugen die Verminderungsraten zwischen 8,9 und 4,5 Prozent. Um 1,6 Prozent sank der Bestand der Advocard.

Verlierer prozentual (Bild: Wichert)

Drei Anbieter mit kontinuierlichen Rückgängen

Dabei büßten die ADAC Versicherung, die Deurag und die Badische kontinuierlich ein. Die Deurag verlor in der Spitze 1,7 Prozent, und das im letzten Jahr des Beobachtungszeitraums. Die ADAC Versicherung verlor 2019 mit knapp drei Prozent deutlich stärker als in den Jahren danach mit jeweils gut zwei Prozent.

Auch bei der Badischen verlangsamte sich das Schrumpfungstempo, wobei die Rückgänge zuletzt zweimal mit etwas über einem Prozent nur in etwa halb so stark ausfielen wie zu Beginn des Betrachtungszeitraums. In der Spitze betrug die Verminderungsrate 2,6 Prozent.

Die NRV konnte nach zwei Verlustjahren zweimal einen leichten Zuwachs erzielen. Zuletzt zeigte die Kurve allerdings wieder nach unten. Die Advocard schaffte einmal im Beobachtungszeitraum ein leichtes Wachstum (20.3.2023). In den übrigen Jahren reduzierte sich der Bestand immer um weniger als ein Prozent.

Bestandsentwicklung (Bild: Wichert)

Der „Branchenmonitor 2025: Rechtsschutzversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die rund 50-seitige Studie kann als PDF-Version für 654,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.

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Berufsunfähigkeit · Geschäftsbericht · Marktanteil · Rechtsschutz · Senioren
 
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