16.3.2026 – Auf Sechsjahressicht betrachtet verzeichnete mehr als jeder fünfte der 50 umsatzstärksten Haftpflichtversicherer ein Beitragsminus. Am stärksten fielen die Einbußen laut dem „Branchenmonitor 2025: Haftpflichtversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig bei der Dialog und der Hansemerkur aus.
Das Beitragsaufkommen in der allgemeinen Haftpflichtversicherung ist in den zurückliegenden Jahren kräftig gestiegen. Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) zufolge betrug das Plus von 2019 auf 2024 annähernd ein Zehntel. Zuletzt summierten sich die Einnahmen auf 8,93 Milliarden Euro (gebuchte Bruttobeiträge).
Auf Ebene der einzelnen Gesellschaften zeigen sich laut dem „Branchenmonitor 2025: Haftpflichtversicherung“ der V.E.R.S. Leipzig GmbH große Unterschiede bei der Prämienentwicklung. In der Publikation werden zahlreiche Kennzahlen (auf Sechsjahressicht; 2019 bis 2024) der 50 größten Marktteilnehmer mit rund 98 Prozent Marktanteil dargestellt.
So konnten angeführt von der Provinzial Versicherung AG über drei Viertel der aufgelisteten Marktteilnehmer zulegen (VersicherungsJournal 16.3.2026). Auf der anderen Seite hatten elf Akteure Umsatzrückgänge hinzunehmen.
Die größten Einbußen waren bei der Dialog Versicherung AG zu beobachten. Bei ihr schrumpfte der Umsatz um über ein Neuntel auf unter 88 Millionen Euro. Eine zweistellige Verminderungsrate (auf unter 20 Millionen Euro) stand ansonsten nur noch für die Hansemerkur Allgemeine Versicherung AG zu Buche.
Um acht bis vier Prozent sank das Prämienvolumen auf Sechsjahressicht bei der Janitos Versicherung AG (auf 13 Millionen Euro), beim DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung Sach- und HUK-Versicherungsverein a.G. (auf 31 Millionen Euro), bei der Rheinland Versicherungs AG (auf unter 14 Millionen Euro) und der BA die Bayerische Allgemeine Versicherung AG (auf 12,4 Millionen Euro).
Um jeweils etwa ein Prozent weniger Einnahmen als 2019 erzielten 20245 die Mannheimer Versicherung AG, die Öffentliche Sachversicherung Braunschweig, die Landschaftliche Brandkasse Hannover (VGH), die Huk-Coburg Haftpflicht-Unterstützungs-Kasse kraftfahrender Beamter Deutschlands a.G. in Coburg und die Continentale Sachversicherung AG.

Für fast alle der vorgenannten Gesellschaften zeigte die Kurve in der Umsatzrangliste um ein bis zwei Plätze nach unten. Am deutlichsten abwärts ging es für die Dialog (von 15 auf 21) sowie für die Hansemerkur (von 38 auf 41).
In jedem Jahr des Betrachtungszeitraums verloren nur Dialog und Hansemerkur. Letztere büßte nach vier Reduzierungen zwischen einem und drei Prozent im Jahr 2024 mit vier Prozent am stärksten ein. Die Dialog hatte im ersten Jahr des Beobachtungszeitraums mit über sechs Prozent die größten Verluste. Nachdem die Schrumpfungsdynamik 2022 und 2023 fast zum Erliegen gekommen war, stieg das Mimus zuletzt wieder auf zwei Prozent an.
Immerhin einmal wuchs der DEVK VVaG, und zwar 2020 um fast sieben Prozent. Nach einer noch deutlicheren Verminderung im Jahr darauf von über acht Prozent schwächte sich die Verminderungsrate kontinuierlich weiter ab auf zuletzt deutlich unter zwei Prozent.
Die VGH kehrte nach einem vergleichsweise starken Rückgang von vier Prozent im ersten Jahr des Betrachtungszeitraums für zwei Jahre zurück in die Wachstumsspur. Danach zeigte die Kurve zweimal wieder leicht nach unten.

Der „Branchenmonitor 2025: Haftpflichtversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die Daten werden auf Sechsjahressicht dargestellt (2019 bis 2024). Die rund 80-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 892,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.
Wie aus den offiziellen Statistiken des GDV geht auch aus den Kennzahlen des Branchenmonitors nicht hervor, wie sich die Beitragseinnahmen der einzelnen Gesellschaften hinsichtlich Privat- und Gewerbekundengeschäft verteilen.
Zudem wird in dem Branchenmonitor der Schwerpunkt auf Anbieter mit Fokus auf das Privatkundengeschäft gelegt. Daher werden Daten für Industrieversicherer wie die Allianz Global Corporate & Specialty SE (AGCS) oder die HDI Global SE nicht in der Untersuchung aufgeführt.
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