Neue Apps und neue Erkenntnisse über deren Gebrauch

13.6.2018 – Mit ihrer „WayGuard-App“ und deren Aktualisierung beschreitet die Axa Deutschland einen digitalen Weg, der aus dem üblichen Rahmen fällt. Die DKV sowie die Provinzial Rheinland melden ebenfalls Erweiterungen ihrer Apps. Roland Assistance macht darauf aufmerksam, dass manche Apps in besonderer Weise im Hintergrund wirken, und die Arag hat genauer nachfragen lassen, wer diese stark wachsenden Smartphone-Anwendungen wie nutzt.

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Apps finden in der Assekuranz immer mehr Verbreitung. Eingesetzt werden sie oft zur Optimierung der Schadenbearbeitung vor allem in der Kfz- und der Sachversicherung (VersicherungsJournal 12.6.2018) und im Vertrieb, aber zunehmend auch in anderen Bereichen.

Axa-App sorgt als virtueller Begleiter für mehr Sicherheit

Ein besonderes Beispiel dafür ist die „WayGuard-App“, auf deren jüngstes Update die Axa Deutschland in einer Pressemitteilung hinweist. Ursprünglich wurde sie von dem Versicherer gezielt für Frauen entwickelt, um ihnen ein Gefühl der Sicherheit zu geben, wenn sie beispielsweise nach der Arbeit spät abends nach Hause gehen oder in einsamer Umgebung joggen.

Die Anwendung fungiert dann auf Wunsch im Hintergrund als virtueller Begleiter, wie erläutert wird. Sie erkennt jedoch auch die genaue Position des Benutzers und übermittelt diese in Echtzeit verschlüsselt an das WayGuard-Team sowie optional an eine Vertrauensperson des Nutzers.

Bei einem Ernstfall können Notrufe daher rund um die Uhr direkt zur Polizei oder zu Rettungsdiensten weitergeleitet werden. Diese können dank der Standorterkennung dann ohne Zeitverlust Hilfe leisten.

Nun sind auch die Kinder-„Notinseln“ integriert

Dieser Service, so teilt die Axa weiter mit, werde inzwischen jedoch von weiteren Zielgruppen intensiv genutzt. Dies insbesondere von Eltern, die so ihren Nachwuchs virtuell begleiten, weshalb nach dem jüngsten Update nun auch „Notinseln“ auf der „WayGuard“-Karte angezeigt werden.

An die von der Stiftung Hänsel + Gretel seit 2002 eingerichteten „Notinseln“ können sich Kinder ab dem Grundschulalter wenden, wenn sie in einer akuten Gefahrensituation Hilfe benötigen, sich verlaufen oder etwas verloren haben. Mittlerweile gibt es den Angaben zufolge rund 19.000 solcher Anlaufstellen.

Dieses Projekt, so lässt die Axa wissen, passe ebenso zur generellen Mission des Unternehmens, nämlich Sicherheit zu geben, wie zum Konzept der „WayGuard-App“. Verwiesen wird in diesem Zusammenhang auch auf die 2013 ins Leben gerufene „Axa Kindersicherheits-Initiative“ (VersicherungsJournal 7.7.2014) als Teil des gesellschaftlichen Engagements des Konzerns.

DKV erweitert Gesundheits-App um ein telemedizinisches Angebot

Eine kostenlos verfügbare App-Erweiterung meldet auch die zur Ergo-Gruppe gehörende DKV Deutsche Krankenversicherung AG. Ihrer Ende vergangenen Jahres vorgestellten Gesundheits-App wurde laut einer Pressemitteilung nun ein telemedizinisches Angebot als Ergänzung zum klassischen Arztbesuch hinzugefügt.

Alle 780.000 Vollversicherten sowie – abhängig vom Tarif – ein Großteil der 3,5 Millionen Ergänzungsversicherten könnten auf diesem Wege nun kostenfrei allgemeine Fragen rund um ihre Gesundheit mit Ärzten und anderen Gesundheitsspezialisten klären. Dabei hätten sie die Wahl, ob sie aus der App heraus telefonieren, mailen oder chatten oder per Video verbunden werden wollen.

Angeboten würden eine Sofortberatung bei dringlichen Fragen und eine Facharztberatung mit kurzfristiger Terminvereinbarung. Ausgeschlossen von der telemedizinischen Beratung sind den Angaben zufolge jedoch die Erstellung von Diagnosen sowie die Ausstellung von Rezepten und Überweisungen.

Provinzial Rheinland nutzt erstmals Chatbots

Die Versicherungsgruppe Provinzial Rheinland berichtet ebenfalls über eine Weiterentwicklung ihres digitalen Services. Konkret geht es bei ihr um die kostenlose Kundenportal-App „Meine Provinzial App“, mit der die Vernetzung der stationären Berater mit der digitalen Welt weiter vorangetrieben werden soll.

Herausgestellt wird insbesondere, dass damit erstmals auch Chatbots im Dialog mit den Kunden zum Einsatz kommen. Dank des geführten Sprachdialogs gelangten sie mit ihren unterschiedlichsten Anliegen nun leichter und ohne Umwege ans Ziel.

Roland Assistance stellt Apps „im Hintergrund“ zur Verfügung

Die Roland Assistance GmbH weist in einer Pressemitteilung darauf hin, dass bei immer mehr Versicherern und Mobilitäts-Dienstleistern neben Schäden auch Pannen sowohl telefonisch wie digital gemeldet werden können. Dies sei beispielsweise bei Europcar, Check 24 und den WGV-Versicherungen der Fall.

Bei inzwischen 23 dieser Anbieter verberge sich dahinter die digitale Pannenhilfe von Roland Assistance, lässt das Unternehmen wissen. Gestartet wurde diese Variante den Angaben zufolge im Herbst 2017 mit fünf Partnern.

Pannenmeldungen per Smartphone beschleunigen Pannenhilfe

Als besonderer Vorteil der Pannenmeldung per Smartphone wird – neben der Vermeidung von Missverständnissen bei einer telefonischen Kontaktaufnahme – die Standort-Ermittlung über die Ortungsfunktion herausgestellt. Sie erleichtere es den Pannenhelfern, schnell und ohne Umwege zum Zielort zu gelangen.

Nach dem erfolgreichen Start der digitalen Pannenmeldung biete Roland Assistance den Unternehmenspartnern inzwischen auch die Möglichkeit an, sie in deren Apps und Websites zu integrieren und so Medienbrüche zu vermeiden. Dass der Service bei deren Kunden ebenfalls ankommt, belegt den Angaben zufolge, dass bereits bis zu 40 Prozent diese Dienstleistung nutzen.

Arag will mehr über die App-Nutzung und deren Zukunft wissen

Apps werden ganz generell immer mehr Verbreitung finden, prognostiziert die Arag SE aufgrund der Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage bei 1.000 Bundesbürgern. Die wurde in ihrem Auftrag vom Marktforschungsinstitut Kantar Deutschland GmbH durchgeführt.

Diese Schlussfolgerung liege schon deshalb nahe, weil die Zahl der Nutzer von Smartphones in Deutschland laut Prognosen bis zum Jahr 2022 auf etwa 65 Millionen anwachsen wird und 76,2 Prozent der App-Nutzer dies per Smartphone tun. Besonders intensive Anwender sind laut Umfrageergebnis erwartungsgemäß die 14- bis 29-Jährigen.

Messenger-Dienste besonders gefragt

97 Prozent von ihnen machen von diesen Software-Anwendungen Gebrauch. Bei den Über-60-Jährigen sind es noch 61,6 Prozent.

Klare Favoriten unter den Apps sind den Nennungen zufolge bei allen Altersgruppen mit 92,6 Prozent Messenger-Dienste wie Whatsapp, Facebook oder Instagram, mit denen Sprachnachrichten und Bilder versandt werden können. Es folgen mit 86 Prozent Service-Apps, die beispielsweise Wettervorhersagen oder Reise- und Restauranttipps anbieten, ist der Pressemitteilung zu entnehmen.

Kosten darf es nichts

Multimedia-Apps kommen auf 69,3 Prozent, Nachrichten-Apps auf 62,4 Prozent und Spiele-Apps auf 51,4 Prozent. Auf Shopping-Apps greifen 44,6 Prozent aller Nutzer per Smartphone oder Tablett zu und auf Unternehmens-Apps, beispielsweise von Banken und Versicherungen, 39,4 Prozent.

Bei letzteren ist laut Umfrageergebnissen vor allem bei Frauen noch viel „Luft nach oben“, denn der Nutzeranteil liegt bei ihnen bisher nur bei 30 Prozent. Bei den Männern sind es immerhin 47,1 Prozent.

Deutliche Nutzungs-Unterschiede zeigte die Umfrage außerdem bei regionaler Betrachtung. Für fast alle Nutzer – nämlich für 95,7 Prozent – ist jedoch insbesondere vorrangig, dass die Angebote kostenlos sind, denn nicht einmal jeder Dritte zeigt sich gewillt, dafür Geld auszugeben.

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App · Assistance · Gesundheitsreform · Marketing · Marktforschung · Sachversicherung · Social Media · Terminvereinbarung · Zielgruppe
 
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