Finanzhelfer-Apps sind für Jüngere interessant

3.12.2018 – Die Mehrheit der deutschen Kunden kennt die neue Zahlungsdienst-Richtlinie, PSD2, nicht. Dennoch zeigen sich junge Kunden und Besserverdienende durchaus offen für Apps auf PSD2-Basis wie Finanzplaner oder Versicherungshelfer. Sie würden dafür sogar externen Anbietern wie Versicherern den Zugriff auf ihre Kontodaten erlauben.

Drei Viertel der Bundesbürger, 78 Prozent, kennen die seit Anfang 2018 geltenden neuen Regeln für den bargeldlosen Zahlungsverkehr (Payment-Device-Directive oder PSD2) noch nicht. Am besten informiert sind Direktbank- (29 Prozent) und Privatbank-Kunden (25 Prozent).

Dies zeigt die aktuelle Studie „PSD2: Chance oder Risiko für Banken?“ des Marktforschungs- und Beratungsinstituts Heute und Morgen GmbH. 1.200 Bundesbürger ab 18 Jahren befragte das Unternehmen im Juli 2018 repräsentativ zur PSD2-Richtlinie und zu den daraus resultierenden Änderungen für die Kunden.

Die Umfrage fand online in einem Verbraucherpanel statt. Interessenten können die gesamte PSD2-Studie kostenlos bei Heute und Morgen per E-Mail bestellen.

Heute und Morgen PSD2-Studie (Bild: Heute und Morgen)
Heute und Morgen PSD2-Studie (Bild: Heute und Morgen). Zum Vergrößern Bild klicken.

Verbraucher sind bei externen Anbietern skeptisch

Geldtransfers in Deutschland und Europa sollen durch die neue Zahlungsdienst-Richtlinie einfacher und sicherer werden. Gleichzeitig verlieren die Banken mit der neuen Vorgabe das Monopol des Datenzugriffs auf Kundendaten.

Die explizite Erlaubnis des Bankkunden vorausgesetzt, können jetzt auch andere Anbieter, wie etwa Fintechs oder Versicherer, auf die Konten zugreifen und entlang von Kontoständen, Überweisungen und Ausgabeverhalten neue digitale Dienste anbieten.

Die Auswertung der PSD2-Umfrage zeigt, dass die meisten Verbraucher noch skeptisch sind, was die neue Transparenz ihrer Daten für externe Anbieter betrifft.

Bei näherer Betrachtung zeigen sich viele aber aufgeschlossen für die mit PSD2 verbundenen neuen Möglichkeiten.

Heute und Morgen in den Studienunterlagen zum Potenzial der neuen PSD2-Richtlinie.

Kunden vertrauen Versicherern, die sie kennen

Zwei Drittel fürchten spontan um die Sicherheit ihres Kontos. „Bei näherer Betrachtung zeigen sich viele aber aufgeschlossen für die mit PSD2 verbundenen neuen Möglichkeiten“, erklären die Autoren der Studie.

Generell sind die Bundesbürger derzeit noch wenig bereit, Dritten Einsicht in ihre Kontodaten zu gewähren. Am ehesten können sich das 23 Prozent bei Versicherern vorstellen, bei denen sie bereits Kunde sind. Kernzielgruppe sind hier laut Umfrage Personen bis 40 Jahre.

Eigene Energieversorger (neun Prozent) und Mobilfunkunternehmen (acht Prozent), Fremdbanken (sechs Prozent), Internetplattformen wie Amazon oder Google (fünf Prozent), Fintechs, also Anbieter von Apps für Finanzdienstleistungen (fünf Prozent) genießen nur wenig Grundvertrauen. Fremden Versicherungs-Unternehmen wollen nur drei Prozent Einblick in die eigenen Kontodaten gewähren.

Die junge Zielgruppe im Alter bis 30 Jahren ist durchaus bereit, Fintechs oder „nicht-klassischen Finanzanbietern“ Zugriff auf ihre Finanzdaten zu erlauben, schreiben die Marktforscher in ihren Unterlagen.

Heute und Morgen PSD2-Studie (Bild: Heute und Morgen)
Heute und Morgen PSD2-Studie (Bild: Heute und Morgen). Zum Vergrößern Bild klicken.

Finanzplaner-App kommt gut an

Ein anderes Bild ergab sich, als die Berater den Befragten konkrete Anwendungsbeispiele für PSD2-Anwendungen vorstellten. Eine Finanzplaner-App, die auf Basis von Buchungen das frei verfügbare Geld für den laufenden Monat ermittelt, bewerten 41 Prozent der Umfrage-Teilnehmer als attraktiv. Zuspruch fand auch die Abo- und Vertragskündiger-App mit 41 Prozent.

27 Prozent können sich generell vorstellen, eine solche App zu installieren. Bei den unter 30-Jährigen sind es sogar 48 Prozent.

Eine sogenannte Versicherungshelfer-App, die auf Basis von Kontobewegungen Vorschläge für entsprechende Optimierungen macht, finden 28 Prozent der Befragten generell attraktiv. „Diese App erfährt den größten Zuspruch unter Besserverdienern“, stellt Heute und Morgen fest.

Besserverdiener würden Versicherungshelfer nutzen

Zwölf Prozent der Befragten können sich vorstellen, eine Finanzplaner-App auf ihrem Smartphone zu installieren. Acht Prozent würden einen „Versicherungshelfer“ nutzen. Auch hier zeigt sich wieder insbesondere die jüngere Zielgruppe bis 30 Jahre offen für neue Services.

Vom sogenannten Versicherungshelfer fühlen sich insbesondere Besserverdienende mit einem monatlichen Haushalts-Einkommen über 4.000 Euro angesprochen.

Am ehesten würden die Befragten einer solchen App auf PSD2-Basis vertrauen, wenn sie von ihrer Bank oder Sparkasse kommt (29 Prozent). Käme das Tool vom Versicherer würden nur noch 15 Prozent den Zugriff auf ihre Daten erlauben.

Schlagwörter zu diesem Artikel
App · Insurtech · Marktforschung · PSD2 · Zielgruppe
 
WERBUNG
WERBUNG
Mehr Umsatz durch professionelle Kundenpflege

Ob Kundenzeitung, Homepage oder Newsletter – durch regelmäßige Fachinformationen bieten Sie Ihren Kunden echten Nutzen.
Sie haben keine Zeit dafür? Die Autoren des VersicherungsJournals nehmen Ihnen das Schreiben ab.

Jetzt auch für Ihren Social Media Auftritt.

Eine Leseprobe und mehr Informationen finden Sie hier...

WERBUNG
VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.de
  • Xing – über den Verlag
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
  • Youtube – Hintergründe zum Buchprogramm
WERBUNG
Von welchen Gesellschaften wollen die Vertreter weg?

Wie steht es um die Wechselbereitschaft in der Versicherungswirtschaft?

Neue Erkenntnisse der Studie „Betriebswirtschaftliche Struk- turen des Versicherungsver- triebs – BVK-Strukturanalyse 2016/2017“ erfahren Sie hier.

Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

WERBUNG
Fonds sind kein Teufelszeug

Von Fonds und Fondspolicen lassen die meisten Deutschen die Finger. Wie Sie dennoch mit dieser Produktgruppe Vertriebserfolge einfahren, zeigt ein aktuelles Praxisbuch.

Mehr Informationen erhalten Sie hier...

Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
7.12.2018 – Neben dem Preis und der Leistung werden für Versicherte einfache, digitale Angebote der Gesellschaften immer wichtiger. Welche Ansprüche junge Kunden an die Versicherer haben und warum das auch Vermittler interessieren sollte, zeigt eine Umfrage. (Bild: Bitkom) mehr ...
 
19.10.2016 – Versicherungen werden laut einer aktuellen Studie nach wie vor weit überwiegend beim Vermittler abgeschlossen. Dennoch haben Online-Abschlüsse stark zugenommen, noch stärker sogar eine vorausgehende Online-Recherche. Doch diese kann einer weiteren Studie zufolge schnell nach hinten losgehen. (Bild: Zurich, GfK, Google) mehr ...
 
22.10.2018 – Wie die Regulierung von Sachschäden schneller, billiger und zielgruppenorientierter werden kann, demonstrierten einige hoch spezialisierte Startups auf einer Fachtagung. Teilweise kann sogar auf jegliche Schadenmeldung verzichtet werden. (Bild: Winkel) mehr ...
 
28.8.2018 – Welche Insurtechs die Nutzer als fair bewerten, zeigt eine aktuelle Umfrage von Servicevalue. Die Kunden urteilten über 24 Unternehmen mit verschiedenen Geschäftsmodellen. (Bild: Pixabay CC0) mehr ...
 
21.8.2018 – Der traditionelle Versicherungsvertrieb steht vor seiner größten Bewährungsprobe, schreibt Michal Trochimczuk von Sollers Consulting, in einem Gastbeitrag. Neben der Lebensversicherung drängen Banken jetzt zunehmend auch in die Schadenversicherung. (Bild: Marek Popowski) mehr ...
 
13.6.2018 – Die Entwicklungen bei Axa, DKV, Provinzial Rheinland und Roland Assistance greifen sehr unterschiedliche Kundenbedürfnisse auf. Arag hat die aktuellen Verbraucher-Präferenzen per Umfrage ermittelt. (Bild: Geralt, Pixabay, CC0) mehr ...
 
8.6.2018 – Eine App haben viele Versicherer im Angebot, ohne sie zielführend einzusetzen. Dabei sind Apps besonders für eine attraktive, einkommensstarke Kundengruppe von hohem Interesse. Ein Gastbeitrag von Juliane Berek, Bernhard Keller und Christian Vorwerck. (Bild: Ears and Eyes) mehr ...
 
30.5.2018 – Welche Digitalisierungs-Ideen das Potenzial zu Megatrends haben, das wurde gestern auf Einladung der Hamburg School of Business Administration diskutiert. Dabei wurde auch gezeigt, wie künstliche Intelligenz in der Branche schon praktisch genutzt wird. (Bild: Meyer) mehr ...
WERBUNG