Zinsanstieg: Lebensversicherte müssen warten

1.8.2022

Zu den Auswirkungen des derzeitigen Anstiegs der Zinsen für Staatsanleihen äußerte sich am Wochenende Herbert Schneidemann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Aktuarvereinigung e.V. und der Versicherungsgruppe die Bayerische, bei den Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX:

„Ich würde in den nächsten drei bis fünf Jahren bei klassischen Kapital-Lebensversicherungen nicht mit einem Anstieg der laufenden Verzinsung rechnen.“ Viele Versicherer würden zunächst die stillen Lasten abbauen, bevor sie die Überschussbeteiligung für ihre Kunden erhöhen. Ein schnellerer Anstieg sei bei Einmalbeitrags-Policen vorstellbar, ergänzte der Manager.

Herbert Schneidemann (Bild: die Bayerische)
Herbert Schneidemann (Bild: die Bayerische)

Derzeit läge die laufende Verzinsung bei knapp über zwei Prozent. Positiv sieht Schneidemann den Stand der Zinszusatzreserve. Die sei „mit rund 100 Milliarden Euro Ende 2021 im Schnitt ausfinanziert“, so dass die Versicherer hier keine weiteren Rückstellungen bilden müssten.

Durch die stark gestiegene Inflation sieht er die Schadenversicherungen betroffen, zum Beispiel den extrem starken Anstieg der Baukosten. Auch Hagel nehme stark zu. „Ich persönlich gehe davon aus, dass wir schnellere und höhere Prämienanpassungen durch Änderungskündigungen bei Nicht-Pflichtversicherungen sehen werden“, sagte der Versicherungs-Mathematiker.

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