Krankenkasse fordert 30.000 Euro für Klinikaufenthalt zurück

12.8.2019 – Die behandelnden Ärzte einer Nierenkranken hielten zum Vorbereiten einer Transplantation eine stationäre Behandlung für erforderlich. Solche Kosten muss der gesetzliche Krankenversicherer in der Regel übernehmen. Das geht aus einem kürzlich veröffentlichten Urteil des Sozialgerichts Mannheim vom 15. Mai 2019 hervor (S 2 KR 3116/17).

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Geklagt hatte eine Krankenkasse, welche zunächst die Kosten eines dreiwöchigen Krankenhausaufenthalts einer Versicherten übernommen hatte. Die Behandlung hatte der Vorbereitung auf eine Nierenlebendspende gedient.

Stundenlanges Martyrium

Die im Jahr 1960 geborene Patientin musste wegen eines Nierenversagens seit Jahren regelmäßig zur Dialyse. Schließlich entschloss sich ihr Ehemann, ihr eine seiner Nieren zu spenden.

Dazu mussten seiner Frau im Vorfeld ihre eigenen Nieren entnommen werden. Weil ihr Partner eine nicht kompatible Blutgruppe hatte, mussten parallel zu der laufend durchzuführenden Dialyse und einer üblichen immununterdrückenden Behandlung noch weitere Vorbereitungs-Handlungen für die Transplantation durchgeführt werden.

Das dauerte jeweils neun bis zehn Stunden. Nicht zuletzt auch deswegen sprachen sich die behandelnden Ärzte für einen Klinikaufenthalt ihrer Patientin aus.

Krankenkasse verlangte Geld zurück

Deren Krankenkasse hielt eine stationäre Behandlung angesichts des guten Allgemeinzustandes der Versicherten jedoch letztlich für überflüssig. Da kein Notfall vorlag, hätten die Maßnahmen nach Meinung des Versicherers auch ambulant und damit deutlich kostengünstiger durchgeführt werden können.

Er forderte daher die dem Nierenzentrum für die stationäre Aufnahme gezahlte Vergütung in Höhe von knapp 30.000 Euro zurück.

Dramatische Gewichtszunahme

Zu Unrecht, urteilte das Mannheimer Sozialgericht. Es hielt die Klage des Kostenträgers für unbegründet.

Im Rahmen der Beweisaufnahme hatte ein Sachverständiger die Auffassung der behandelnden Ärzte bestätigt, dass im Fall der Nierenkranken ein stationärer Krankenhausaufenthalt erforderlich war. Denn sie habe durch die immunologische Behandlung ohne ihre eigenen Nieren keine Möglichkeit einer ausreichenden Entwässerung gehabt.

Das aber habe zu einer Gewichtszunahme von jeweils 1,9 Kilogramm beziehungsweise drei Prozent ihres Körpergewichts innerhalb nur weniger Stunden geführt. Wegen der damit verbundenen starken Belastung für das Herz-Kreislauf-System sei daher eine stationäre Behandlung zwingend erforderlich gewesen.

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Gesetzliche Krankenversicherung · Gesundheitsreform
 
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