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Hausratversicherung greift nicht bei Erpressung

15.11.2021 – Veranlasst ein Täter bei einem Überfall in einer Wohnung den Wohnungsinhaber durch Erpressung dazu, Bargeld von seinem Sparbuch abzuheben, um dieses dem Täter auszuhändigen, besteht kein Versicherungsschutz im Rahmen einer Hausratversicherung. Das hat das Oberlandesgericht Köln mit Beschluss vom 19. Juli 2021 entschieden (9 U 172/20) und damit ein gleichlautendes Urteil des Kölner Landgerichts bestätigt.

Die Klägerin war in ihrer Wohnung Opfer eines Überfalls geworden. Der Täter hatte bei der Durchsuchung der Wohnung kein Bargeld sondern nur eine Sparbuch gefunden. Daher drohte er ihr, Gewalt gegen ihre ebenfalls anwesende Tochter sowie ihr Enkelkind auszuüben, wenn sie das Sparbuch nicht auflöse und ihm das Sparguthaben in Höhe von 6.000 Euro aushändige.

Die derart Bedrohte ging daraufhin zu einer nahe gelegenen Filiale ihres Geldinstituts und hob das Geld ab. Sie händigte es in ihrer Wohnung anschließend dem Täter aus.

Abgehobenes Bargeld nicht versichert

Als die Frau den Verlust gegenüber ihrem Hausratversicherer geltend machte, erlebte sie eine böse Überraschung. Denn der weigerte sich, zu zahlen. Sein Argument: Für Vorfälle dieser Art bestehe kein Versicherungsschutz. Seine Kundin zog daher vor Gericht. Dort erlitt sie eine Niederlage.

Die Richter schlossen sich der Meinung des Versicherers an, dass zwar die Wegnahme des Sparbuchs durch den Täter versichert gewesen wäre, nicht aber die des abgehobenen Bargelds. Denn dieses habe erst von der Klägerin abgehoben und in ihre Wohnung gebracht werden müssen.

Nur körperliche Gegenstände

Die Klägerin brachte den Einwand ein, dass das Geld vor ihrer Fahrt zur Bank in Form des Sparbuchs bereits als Buchgeld vorhanden gewesen sei und wirtschaftlich den gleichen Wert darstelle. Dies ließen die Richter nicht gelten. Denn als versicherte Sache im Sinne der Versicherungs-Bedingungen einer Hausratversicherung würden nur körperliche Gegenstände gelten. Sparbücher seien folglich nicht mit Bargeld gleichzusetzen.

Nach Ansicht der Richter wird mit der Regelung das nachvollziehbare Interesse des Versicherers verfolgt, sein Risiko im Rahmen der Hausratversicherung auf jene Werte zu beschränken, die zum Schadenszeitpunkt am Versicherungsort bereits vorhanden waren. Sonst wäre das Risiko in der Prämienkalkulation nicht beherrschbar.

Nachdem die Klägerin ihre Berufung gegen die Entscheidung der Vorinstanz zurückgenommen hat, ist das Urteil rechtskräftig.

Schlagwörter zu diesem Artikel
AVB · Gewerbeordnung · Hausratversicherung
 
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