Grundfähigkeits-Versicherung mit späterer Umstellungsoption

11.7.2018 – Seit Anfang Juli haben die DEVK Versicherungen einen Grundfähigkeits-Schutz im Angebot. Das klar strukturierte Bedingungswerk zählt 16 Leistungsauslöser auf, von denen der Auslöser – beide – „Arme gebrauchen“ ins Auge fällt. Nachahmenswert sind Besonderheiten in Sachen Beitragsdynamik und Umstellungsoption auf Berufsunfähigkeits-Schutz, meint Makler Philip Wenzel. Dies mache die Beschäftigung mit dem Produkt auch ohne eigene Poolanbindung interessant.

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Als Versicherungsmakler sagt man ja gerne mal dem Kunden, dass man alle am Markt erhältlichen Tarife anbieten kann. Das stimmt aber nicht. Die Tarife der DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung Lebensversicherungs-Verein a.G. beziehungsweise DEVK Allgemeine Lebensversicherungs-AG zum Beispiel sind maximal über eine Poollösung zu erreichen.

Philip Wenzel (Bild: privat)
Philip Wenzel (Bild: privat)

Kein Grund, sich die neue Grundfähigkeits- (GF-) Versicherung der DEVK nicht einmal genauer anzusehen. Vielleicht sind sie ja so schlecht, dass ich selbst sie nicht vermitteln mag.

Klare Struktur in den Bedingungen

Um diese neue Grundfähigkeits-Versicherung zu gebären, wurde die Erwerbsunfähigkeits-Versicherung der DEVK auf dem Altar des Vertriebs geopfert. Es ist dem Versicherer kein Vorwurf zu machen. Aber der Trend, die einzige echte Alternative zur Berufsunfähigkeits-Versicherung  (BU-Versicherung) einzustampfen, weil kaum jemand gute Ideen hat, wie diese zu verkaufen wäre, ist unerfreulich.

Aber wie dem auch sei: Die Bedingungen der neuen GF-Versicherung sind außergewöhnlich klar strukturiert. Was ein bisschen dabei stört, ist der Umstand, dass es nur ein einziges Bedingungswerk gibt, in dem alle Lebensversicherungen der DEVK zusammengefasst sind. Für die GF-Versicherung wird es ab Seite 105 interessant.

Vertrieblich bemerkenswert ist, dass alle 16 Leistungsauslöser auf eine Seite passen. Das lässt sich zum einen dadurch erklären, dass bereits vorangestellt geklärt wird, worauf die Beeinträchtigung einer Grundfähigkeit beruhen muss und durch wen sie festzustellen ist. Die Darstellungsstruktur ist, wie schon geschrieben, vorbildlich.

Leistungsauslöser

Die einzelnen Leistungsauslöser sind Arme (!) gebrauchen, Heben und Tragen, Treppensteigen, Sitzen, Gehen, Stehen, Hand gebrauchen, Knien und Bücken sowie Sehen, Sprechen und Hören. Über den Plusbaustein sind der Gleichgewichtssinn, geistige Fähigkeiten, eigenverantwortliches Handeln, Orientierung und das Autofahren einzuschließen.

Die Beeinträchtigung einer Grundfähigkeit, die zu einer Leistung führt, liegt nach zwölf Monaten vor. Dies entspricht dem Marktstandard. Die einzelnen Auslöser erfüllen größtenteils ebenfalls den Marktstandard.

Grundfähigkeit beider Arme

Einzig der Auslöser „Arme gebrauchen“ verlangt die Beeinträchtigung der Grundfähigkeit beider Arme. Das zielt mehr als bei anderen Versicherern auf Beweglichkeit ab, da die Kraft ja über das Heben und Tragen abgedeckt sein sollte.

Bei der DEVK erhält der Versicherte eine Leistung, wenn er seine Hände nicht gleichzeitig hinter den Kopf bewegen kann, um den Nacken zu berühren, und auch beide Hände nicht mehr gleichzeitig am Rücken zusammenführen kann.

Die meisten anderen Anbieter verlangen bei diesem Leistungsauslöser das Halten eines Arms auf Schulterhöhe für zehn Sekunden. Was am Ende schwerer zu erreichen ist, hängt sicherlich von der Art der Erkrankung ab.

Weitere Leistungsbausteine

Der Tarif leistet nicht bei Pflegebedürftigkeit als eigenem Leistungsauslöser, was relativ ungewöhnlich ist. Allerdings zielen die Bausteine „Orientierung“ und „eigenverantwortliches Handeln“ darauf ab. Über letzteren Baustein sind auch psychische Erkrankungen mitversichert.

Wer mag, kann einen weiteren Leistungsbaustein anwählen, der bei Krebs, Schlaganfall oder Herzinfarkt die zweifache Jahresrente zahlt.

Nachträglich Beitragsdynamik einzubauen

Soweit ist der Tarif eine ordentliche Grundfähigkeits-Versicherung, die ins breite Mittelfeld einzuordnen ist. Zwei Dinge sind aber sehr nachahmenswert.

Bei der ersten Besonderheit wünscht man sich, dass jeder Versicherer sie in die Bedingungen seiner BU-, Erwerbsunfähigkeits- und GF-Versicherungen aufnimmt. Die DEVK bietet bei den Nachversicherungs-Möglichkeiten auch wahlweise die Option an, eine Beitragsdynamik für immerhin zehn Jahre Leistungsdauer nachträglich in den Vertrag mit aufzunehmen.

Das ist vor allem für jüngere Kunden interessant. Denn sie schätzen die Wahrscheinlichkeit eines Leistungsfalles in jungen Jahren noch gering ein.

Umstellungsoption auf BU-Schutz

Und für eben jene Zielgruppe ist die zweite Besonderheit interessant. Die DEVK gehört erfreulicherweise zu den wenigen Versicherern, die eine Umstellungsoption auf eine Berufsunfähigkeits-Versicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung zulassen.

Diese Option gilt nur für Schüler, Azubis und Studenten bei der erstmaligen Aufnahme eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses und ist außerdem auf 1.000 Euro Rente begrenzt. Dennoch ist dies besser, als keine Option darauf zu haben.

Gerade für Schüler ist es oft nicht einzusehen, warum eine BU-Versicherung zu Beginn schon sinnvoll sein soll. Der Verlust von Grundfähigkeiten ist da schon deutlich plastischer darzustellen. Da ist es ein Verkaufsargument mehr, wenn man mit dem Schutz auch eine Anwartschaft auf eine BU-Versicherung kaufen kann.

Beschränkung aufs Wesentliche

Unterm Strich betrachtet ist die Grundfähigkeits-Versicherung der DEVK ein Tarif, der sich aufs Wesentliche beschränkt und für die Zielgruppe Schüler, Studenten und Azubis auch sinnvolle Erweiterungen bereithält.

Der 38-jährige Mechatroniker zahlt für 1.000 Euro Rente bis zum 67. Lebensjahr mit einem Prozent Leistungsdynamik und dem Plusbaustein 56,45 Euro (brutto 83,02 Euro) im Monat. Ohne den Plusbaustein sind es 46,11 Euro (Brutto 67,81 Euro).

Lesetipp: Dossier „Die Grundfähigkeitsversicherung“

Verschiedene Beratungsansätze für das Geschäft mit Grundfähigkeits-Versicherungen hat der Versicherungsmakler Philip Wenzel in einem Gastkommentar dargelegt (VersicherungsJournal 23.1.2017).

Bild: VersicherungsJournal Verlag

Eine eingehende Analyse der Produktart und der am Markt befindlichen Angebote liefert darüber hinaus das Dossier „Die Grundfähigkeits-Versicherung“. Der Autor stellt darin die einzelnen Tarife mit ihren jeweiligen Besonderheiten vor.

Im zweiten Teil werden in einer tabellarischen Übersicht die einzelnen Leistungsauslöser, die in den Versicherungs-Bedingungen aufgeführt sind, nach Anbietern geordnet gegenübergestellt.

Die Tabelle soll dabei helfen, die Stärken der einzelnen Tarife mit Blick auf den Bedarf des Kunden zu vergleichen und damit aufzuzeigen, welcher Versicherer die beste Definition für den jeweiligen Fall bietet.

Philip Wenzel

Der Autor ist Fachwirt für Versicherungen und Finanzen (IHK) und für die Freche Versicherungsmakler GmbH & Co. KG tätig.

 
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