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GF-Versicherung: einer echten BU-Alternative ziemlich nahe

10.7.2020 – Die Basler hat eine Grundfähigkeits-Versicherung in drei Varianten auf den Markt gebracht. Eine neue Klausel macht den Tarif zu einer interessanten Option hinsichtlich des Berufsunfähigkeits-Schutzes, schreibt der Biometrie-Experte Philip Wenzel. (Bild: Doris Köhler)

Viel hilft viel, wie der Volksmund weiß. Deswegen ist es auch nicht verwunderlich, wenn in der Grundfähigkeits- (GF-) Versicherung der Trend zu noch mehr Leistungsauslösern geht. Viele Auslöser suggerieren auch, dass es mehr Möglichkeiten gibt, um an seine Rente zu kommen.

Philip Wenzel (Bild: Doris Köhler)
Philip Wenzel (Bild: Doris Köhler)

Dass aber Quantität nur wenig mit Qualität zu tun hat, lässt sich schon daran sehen, dass die Berufsunfähigkeits-Versicherung in der Regel leistungsstärker ist als die GF-Versicherung, aber nur einen einzigen Auslöser hat. Nämlich dann, wenn man aus gesundheitlichen Gründen für sechs Monate nur noch zur Hälfte seinem Beruf nachgehen kann.

Grundfähigkeits-Versicherung in drei Varianten

Da die Verknüpfung zum eigenen Beruf die Absicherung für immer mehr Berufsgruppen sehr teuer macht, wundert es auch nicht, wenn sich sogenannte Alternativen am Markt immer mehr etablieren. So hat die Basler Lebensversicherungs-AG jetzt auch eine Grundfähigkeits-Versicherung, die in den Varianten „Bronze“, „Silber“ und „Gold“ angeboten wird.

Die Allgemeinen Versicherungs-Bedingungen (AVB) sind sehr verständlich geschrieben. Es wird so gut es geht auf Verweise nach vorne verzichtet und auch insgesamt ist die Sprache einfach gehalten.

Das geht dann selbstverständlich wieder auf die juristische Genauigkeit. So sind in der Regel keine Verfahren vorgeschlagen, mit denen die einzelnen Auslöser nachzuweisen sind. Positiv gesehen, hat hier der Kunde die Möglichkeit, mit dem Arzt das passende Verfahren zu finden.

16 Grundfähigkeiten in der Basisvariante

Bei der Version „Bronze“ sind Sehen, Hören, Sprechen, Gehen, Treppensteigen, Sitzen, Stehen, Gebrauch einer Hand, Schreiben/ Tastatur/ Touchscreen, Nieren-, Herz-, Lungen- und Leberfunktion, Mobilität, eigenverantwortliches Handeln und Pflegebedürftigkeit versichert. Das ist für einen Basistarif schon mal nicht schlecht. Und die 16 Grundfähigkeiten hätten auch noch weiter aufgeteilt werden können.

Unter dem Punkt Mobilität ist nämlich nicht nur der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) zu verstehen, sondern auch das Auto-, Motorrad- wie auch das Fahrradfahren. Da die Basler in Hamburg sitzt, ist im ÖPNV folgerichtig auch das Schiff genannt.

Beim Autofahren wird unbegrenzt geleistet, wenn der Führerschein entzogen oder nicht erteilt wird. Bei anderen Versicherern entfällt dieser Baustein, wenn man nicht bis zum 37. Lebensjahr seinen Führerschein gemacht hat.

Menge an versicherten Organen

Ebenfalls im Kundensinne positiv ist, dass beim Fahrradfahren nicht nur genannt ist, dass der Betroffene einen Kilometer fahren muss, sondern auch, dass dies innerhalb von zehn Minuten zu schaffen ist.

Die Menge an versicherten Organen ist einzigartig. Aber es ist davon auszugehen, dass bei der geforderten Einschränkung auch eine der anderen Grundfähigkeiten verlorenginge. Wenn zum Beispiel schon im Ruhezustand Atemnot bestehen muss, ist nicht davon auszugehen, dass man in zehn Minuten einen Kilometer Fahrrad fahren kann. Aber es ist sicherlich hilfreich, auch von dieser Seite aus den Leistungsfall nachweisen zu können.

Zwei neue Auslöser betreffen den gesamten Bewegungsapparat

Obwohl schon ziemlich viel in „Bronze“ versichert ist, ist es empfehlenswert, mindestens den „Silber“-Tarif zu wählen. Denn in ihm sind zusätzlich die Fähigkeiten Gleichgewicht, Armgebrauch, Knien und Bücken, Heben und Tragen, Greifen und Halten, der Intellekt und das Infektionsrisiko versichert. Hier kommen einige Grundfähigkeiten hinzu, die den Bewegungsapparat in Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit betreffen.

Die „Gold“-Variante enthält das Ziehen, das Schieben, Riechen und Schmecken, die Bildschirmarbeit, Unterhaltung führen und die Fingerfertigkeit.

Das Ziehen und das Schieben sind zwei neue Auslöser, die den gesamten Bewegungsapparat, von den Händen über die Arme und den Rücken bis in die Beine, stark beanspruchen. Es müssen 85 Kilogramm mit einem Handwagen gezogen oder mit einem Rollstuhl 100 Meter weit geschoben werden. Vertrieblich übersetzt, ist das für den Krankenpfleger ein lebensnaher Auslöser.

Auch das Riechen und Schmecken ist neu. Der Versicherte darf nicht in der Lage sein, Menthol oder Essig zu riechen oder Glucose oder Zitronensäure zu schmecken. Der Geruchssinn ist in der Regel der erste, der uns verlässt. Und die Nase und die Zunge sind äußeren Einflüssen gegenüber auch recht empfindlich. In der vertrieblichen Ansprache ist dieser Auslöser für Köche besonders stark.

Bausteine für unterschiedliche Berufsgruppen attraktiv

Außerdem gibt es noch die Bausteine für schwere Krankheiten oder „BerufPlus“, in dem der Lkw/-Bus-Führerschein versichert ist. Vorgesehen sind ferner die Benutzung von Atemschutzgeräten und die Infektions-Klausel unbegrenzt, was sie über den „Silber“-„Tarif nur auf 24 Monate begrenzt leistet.

Unter vertrieblichen Aspekten betrachtet, ist das für Lkw- und Busfahrer, Feuerwehrleute, Gastronomen und Krankenpfleger interessant. Diese Kalkulation ist ziemlich clever, da es keinen Beruf gibt, für den alle drei Punkte wichtig sind. Deshalb dürfte die Kombination nicht viel teurer sein, als einen Baustein einzeln abzuschließen.

Arbeitsunfähigkeits-Klausel leistet für 18 Monate

Die spannendste Neuerung ist eine Arbeitsunfähigkeits- (AU-) Klausel, die ab sechs Monaten Krankschreibung für 18 Monate leistet. Somit können vorübergehende Einkommensausfälle sehr passgenau abgedeckt und darüber eine eventuelle Umschulung finanziert werden.

Ein Grundfähigkeits-Verlust ist ja generell unabhängig vom ausgeübten Beruf und in der Regel auch eher dauerhaft. Über diese Klausel erhält der Betroffene schnell eine Leistung, wenn er krankgeschrieben ist.

Das Risiko, dauerhaft berufsunfähig zu werden, trägt er selbst. Aber wenn er eine Grundfähigkeit verlieren sollte, ist er wieder abgesichert. Damit ist dieser Tarif einer echten Alternative zur Berufsunfähigkeits-Versicherung schon ziemlich nahe.

Der 40-jährige Mechatroniker zahlt im „Gold“-Tarif 67,25 Euro (89,67 Euro Brutto) für 1.000 Euro Rente bis 67 bei einem Prozent Leistungsdynamik.

Philip Wenzel

Der Autor ist Fachwirt für Versicherungen und Finanzen (IHK) und für das Maklerunternehmen Worksurance tätig.

 
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