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Flutkatastrophe: Versicherer liefern erste Schadenprognosen

23.7.2021 – Nach den Unwettern in der vergangenen Woche sind bei der R+V mittlerweile 9.545 Schadensmeldungen in Höhe von 167 Millionen Euro eingegangen. Die Nürnberger verzeichnet eine erhöhte Nachfrage nach Elementarschutz in den letzten Tagen. Die Gothaer meldet bislang 4.125 Schäden und gründet einen Hilfsfonds für die Unwetterregionen. Zudem bietet sie einen kostenlosen Unfallschutz für freiwillige Fluthelfende an, ebenso der LVM.

In den vom Hochwasser betroffenen Gebieten geht das Aufräumen weiter – und damit auch die Dokumentation der entstandenen Schäden. Bei den Versicherern stehen die Telefone nicht mehr still. „Im Minutentakt melden sich verzweifelte Kunden“, berichtete am Mittwoch Rico Kretschmer, Abteilungsleiter Schadenmanagement bei der R+V Versicherung AG, gegenüber der Redaktion (VersicherungsJournal 21.7.2021).

R+V: 9.545 Schadensmeldungen in Höhe von 167 Millionen Euro

Zu diesem Zeitpunkt hatten sich mehr als 8.300 Kunden gemeldet, die Schäden beliefen sich auf 135 Millionen Euro. Bereits einen Tag später informiert der Versicherer in einer Pressemeldung, dass mittlerweile 9.545 Schadensmeldungen in Höhe von 167 Millionen Euro nach dem Unwettertief „Bernd“ eingegangen sind.

Schon im Juni hatten beim genossenschaftlichen Anbieter mehrere Sturmtiefs 41.000 Einzelschäden mit einer Gesamtschadensumme von 154 Millionen Euro verursacht. Für das laufende Jahr wurden insgesamt 82.000 Elementarschäden in Höhe von knapp 387 Millionen Euro verbucht.

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Nürnberger: Nachfrage nach Elementarschutz erheblich gestiegen

Auch bei den Nürnberger Versicherungen gehen laufend Schadensmeldungen ein. „Ein abschließendes Bild über die Anzahl und Höhe der gesamten Schäden wird es aber erst in einigen Wochen geben“, heißt es in einer Mitteilung. Zwei Generalagenturen des Unternehmens sind unmittelbar vom Hochwasser betroffen.

Unterdessen sei die Nachfrage nach Elementarversicherungen in den letzten Tagen ganz erheblich gestiegen. „Vielen Menschen ist jetzt erst bewusst geworden, wie wichtig dieser Schutz ist“, berichtet der Vorstandsvorsitzende Armin Zitzmann.

Gothaer gründet Hilfsfonds für Unwetterregionen

Dem Gothaer-Konzern wurden laut einer Presseerklärung bislang 4.125 Schäden gemeldet. „Es kommen laufend weitere hinzu“, heißt es.

Der Versicherer hat einen Hilfsfond aufgelegt, der zunächst mit 500.000 Euro dotiert ist. Ziel sei, die vom Unwetter „Bernd“ betroffenen Regionen zu unterstützen. Gefördert werden sollen vor allem Projekte, die soziale Härten ausgleichen oder zu einem nachhaltigen Wiederaufbau in den Regionen beitragen. Darüber hinaus wird den Helfern der Kunden ein kostenloser Unfallschutz angeboten.

LVM: Kostenloser Unfallschutz für freiwillige Fluthelfende

Auch die LVM Versicherungen unterstützen mit einer beitragsfreien Unfallversicherung. Alle, die freiwillig und ehrenamtlich in den von der Naturkatastrophe betroffenen Gebieten bei den Aufräumarbeiten mit anpacken, können sich hier auf der Homepage des Unternehmens registrieren oder bei einer Agentur vor Ort melden.

Die Leistungen sehen bis zu 150.000 Euro bei einer dauerhaften Beeinträchtigung (Invalidität) durch einen Unfall, 20.000 Euro für ein mögliches Reha-Management sowie 5.000 Euro als Todesfallleistung vor. Verfügt der Ehrenamtliche bereits über eine Unfallversicherung, wird im Schadensfall zusätzlich geleistet. Dieser spezielle Versicherungsschutz endet spätestens am 30. September 2021.

GDV spricht von vier bis fünf Milliarden Euro

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hat am Mittwoch eine erste Schadenprognose veröffentlicht. Laut GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen rechnet die Branche momentan mit versicherten Schäden in Höhe von vier bis fünf Milliarden Euro durch das Tief „Bernd“.

„Insgesamt dürfte dieses Jahr mit Stürmen, Überschwemmung, Starkregen und Hagel zum schadenträchtigsten Jahr seit 2002 werden“, sagt Asmussen. Seinerzeit entstanden versicherte Unwetterschäden in Höhe von 10,9 Milliarden Euro (22.7.2021).

Schlagwörter zu diesem Artikel
App · Elementarschaden · Gewerbeordnung · Invalidität · Regulierung · Starkregen · Unwetter
 
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