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Die teuersten Naturkatastrophen für die Kfz- und Sachversicherer

10.10.2018 – Fast drei Milliarden Euro haben die deutschen Sach- und Kraftfahrtversicherer 2017 für versicherte Schäden durch Elementarereignisse aufgewendet. Dies ist mehr als im Jahr zuvor und im langjährigen Durchschnitt, wie dem aktuellen GDV-Naturgefahrenreport zu entnehmen ist. Im Vergleich zum weltweiten Schadengeschehen ist die heimische Assekuranz allerdings vergleichsweise glimpflich davongekommen. In der Zeitreihe zeigt sich, dass seit 2002 drei einzelne nationale Naturkatastrophen teurer waren als das gesamte Schadenjahr 2017.

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Die versicherten Schäden durch Naturgefahren beliefen sich 2017 auf 2,9 Milliarden Euro. Das sind fast 400 Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor und 300 Millionen Euro mehr als Im jährlichen Durschnitt seit 2000. Dies teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) am Montag bei der Veröffentlichung des „Naturgefahrenreports 2018“ (PDF, 7 MB) mit.

Zwei Milliarden Euro versicherte Schäden in der Sachversicherung

Davon entfielen 2,0 (Vorjahr: 1,9 Milliarden) Euro auf die Sachversicherung. Dazu zählt der GDV die Zweige Wohngebäude, Hausrat, Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft.

1,12 Millionen (540.000) Sturm- und Hagelschäden kosteten die Versicherungswirtschaft dabei in etwa 1,7 (1,0) Milliarden Euro. Hinzu kamen 300 (900) Millionen Euro für 60.000 (110.000) erweiterte Elementarschäden.

GDV Naturgefahrenreport (Bild: GDV)

Für die Kraftfahrzeug-Sparte werden für 2017 in dem Report 860 (615) Millionen Euro an Schadenaufwand in der Voll- und Teilkaskoversicherung ausgewiesen. 850 (575) Millionen Euro davon wurden durch 405.000 (265.000) Sturm- und Hagelschäden verursacht. Schäden in Höhe von zehn (40) Millionen Euro entstanden durch 3.000 (8.000) Überschwemmungsschäden.

Es gab schon deutlich teurere Jahre

Zwar war die Schadenbelastung durch Naturgefahren im vergangenen Jahr überdurchschnittlich hoch. Allerdings gab es noch deutlich schlechtere Jahre für die deutschen Sach- und Kfz-Versicherer. So schlug vor allem das Jahr 2002 mit der Oder-Flut mit über zehn Milliarden Euro (hochgerechnet auf Bestand und Preise 2017) deutlich teurer zu Buche.

Auch 2013 lag die Schadensumme mit rund 8,7 Milliarden Euro in etwa drei Mal so hoch. Dieses Jahr war schadenseitig vom Juni-Hochwasser (VersicherungsJournal 3.7.2013, 2.9.2013) sowie von mehreren schweren Hagelstürmen und Orkanen geprägt (VersicherungsJournal 13.10.2014).

Die teuersten Naturkatastrophen hierzulande

So ist in der Rangliste der zehn verheerendsten Naturkatastrophen seit 2002 kein einziges Ereignis des vergangenen Jahres zu finden. Am teuersten für die deutschen Sach- und Kraftfahrtversicherer war mit über vier Milliarden Euro an versicherten Schäden das August-Hochwasser im Jahr 2002.

Dahinter folgen der Sturm „Kyrill“ (VersicherungsJournal 25.1.2007, 9.2.2007, 16.2.2007) und die Hagelereignisse „Andreas“ und „Bernd“ im Jahr 2013 mit über beziehungsweise knapp unter drei Milliarden Euro.

GDV Naturgefahrenreport (Bild: GDV)

Global gesehen verlief das Schadenjahr 2017 deutlich schlechter

Auch im Vergleich zur weltweiten Situation ist die deutsche Assekuranz vergleichsweise glimpflich davon gekommen. Denn 2017 war global gesehen eines der teuersten seit 1970. Nach Berechnungen des Swiss Re Institutes verursachten Naturkatastrophen 2017 versicherte Schäden in Höhe von knapp 140 Milliarden US-Dollar (umgerechnet gut 120 Milliarden Euro – Stand 9. Oktober 2018).

Teurer für die Versicherungswirtschaft waren nur zwei Jahre. Hierzu gehört 2011 mit einer außergewöhnliche Häufung von schweren Erdbeben (VersicherungsJournal 12.1.2012) sowie 2005 mit dem Hurrikan „Katrina“ (VersicherungsJournal 1.9.2005, 13.9.2015).

Wie teuer wird 2018?

Das laufende Jahr könnte für die Versicherer aus der Bundesrepublik allerdings ein sehr teures werden. Denn allein die Wohngebäudeversicherer hatten zwischen Januar und Juni bereits versicherte Schäden von über 1,2 Milliarden Euro zu verzeichnen (VersicherungsJournal 22.8.2018).

Über die Hälfte davon wurde laut GDV durch die Winterstürme „Burglind“ (VersicherungsJournal 8.1.2018) und „Friederike“ (VersicherungsJournal 19.1.2018, 24.1.2018) zu Beginn des Jahres verursacht.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Elementarschaden · Geschäftsbericht · Kfz-Versicherung · Sachversicherung · Unwetter
 
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