Die schlechtesten Versicherungsprodukte

11.4.2018 – Die Nominierten für die diesjährige Auflage des Negativpreises „Versicherungskäse des Jahres“ stehen fest, wie der Bund der Versicherten als Initiator des Preises jetzt bekanntgab. Dazu gehören der Schutzbrief „Ergo Smart Home“, der „Generali Vitality BU-Tarif SBUV 17“ sowie die von WGV und BGV angebotene „Schülerversicherung“.

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Der Bund der Versicherten e.V. (BdV) zeichnet in diesem Jahr mit dem „Versicherungskäse des Jahres“ zum vierten Mal wieder das aus seiner Sicht schlechteste Versicherungsprodukt aus. Gradmesser hierfür sind mangelnde Transparenz, lückenhafte und nicht nachvollziehbare Leistungen, zu hohe Beiträge oder ein zweifelhafter Nutzen.

Nun hat die Jury die drei Produkte und Versicherungs-Gesellschaften benannt, die es in die diesjährige Endausscheidung „geschafft“ haben. Die endgültige Entscheidung inklusive der Preisübergabe wird im Rahmen der diesjährigen BdV-Wissenschaftstagung vorgenommen, die Ende der Woche in Berlin stattfindet.

Erster Kandidat: Schutzbrief „Ergo Smart Home“

Nominiert wurde zum einen der Schutzbrief „Ergo Smart Home“ der Ergo Group AG. Er deckt Risiken von Häusern und Wohnungen, die mit dem Smart-Home-System der Deutschen Telekom ausgestattet sind, und informiert eigenständig Feuerwehr, Polizei und Handwerker.

„Völlig rätselhaft bleibt der Jury der Sinn dieser Versicherung. Meldet die App Feuer, ruft man doch eigentlich selbst die Feuerwehr an? Meldet sie einen Einbruch, kommt die Polizei. Deren Notrufnummern 112 und 110 kennt jedes Kind“, so der BdV. Kosten, die zu versichern wären, entstünden in der Regel nicht.

Die Juroren des Wettbewerbs „Goldener Bulle“ waren anderer Ansicht – hier gewann der Schutzbrief in der Kategorie „Versicherungs-Innovation des Jahres“ (VersicherungsJournal 6.2.2018).

Zweiter Kandidat: „Generali Vitality BU-Tarif SBUV 17“

Ebenfalls nominiert für den „Versicherungskäse des Jahres“ wurde der „Generali Vitality BU-Tarif SBUV 17“ der Generali Deutschland AG. Die Kombination von Berufsunfähigkeits- (BU-) Versicherung und Gesundheitsprogramm (VersicherungsJournal 26.10.2017) hält die Jury nicht nur datenschutzrechtlich und aus Sicherheitsgründen für bedenklich.

Moniert wird unter anderem auch ein minimaler, kaum quantifizierbarer Rabatt bei der Versicherungsprämie zum Preis der Herausgabe höchst sensibler Gesundheitsdaten.

Dritter Kandidat: „Schülerversicherung“ von WGV und BGV

Die dritte Nominierung ging an die „Schülerversicherung“ (VersicherungsJournal Medienspiegel 17.1.2018), die von der Württembergische Gemeinde-Versicherung a.G. (WGV) und der BGV-Badische Versicherung AG angeboten wird.

„Eine landesrechtliche Regelung ermögliche es der BGV und der WGV, kleine und unsinnige Versicherungen über die Lehrer an die 1,5 Millionen Schüler zu verteilen“, erläutert der Bund der Versicherten. Die Lehrer verteilten die Anträge und kassierten das Geld. Beraten dürften und könnten sie auch nicht. „Die Jury hält diese Versicherungen und deren Vertrieb für preiswürdig“, heißt es weiter.

Bisherige „Preisträger“

Bei der Premiere des Wettbewerbs hatte die Allianz Versicherungs-AG den Negativpreis für ihr Versicherungsprodukt „Rund um den Arenabesuch“ erhalten (VersicherungsJournal 30.9.2015).

Weitere „Preisträger“ waren die Axa Lebensversicherung AG für ihre „Relax Rente“ (VersicherungsJournal 22.4.2016) und das Produkt „Ideal KrebsAirbag“ (VersicherungsJournal 13.3.2017) der Ideal Lebensversicherung a.G. (VersicherungsJournal 8.5.2017).

Zur Jury gehören Kerstin Becker-Eiselen von der Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH), BdV-Aufsichtsratschefin Edda Castelló, Lars Gatschke vom Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (VZBV), der stellvertretende BdV-Aufsichtsratschef und Versicherungsberater Peter Schütt sowie die Finanzjournalistin Barbara Sternberger-Frey.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Berufsunfähigkeit · Gesundheitsreform · Lebensversicherung · Rente · Smart Home · Versicherungsberater
 
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