Bund der Versicherten sucht den „Versicherungskäse des Jahres“

8.4.2019 – Die Nominierten für die diesjährige Auflage des Negativpreises „Versicherungskäse des Jahres“ stehen fest. Dazu gehören „Prosperity – WohlstandsVorsorge“ der Liechtenstein Life, „Vorsorgekomponente V“ der Allianz Kranken und „Wetter Bonus“ der Cardif Allgemeine. Dies gab der Bund der Versicherten als Initiator des Preises am Freitag bekannt.

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Der Bund der Versicherten e.V. (BdV) zeichnet in diesem Jahr zum fünften Mal das aus seiner Sicht schlechteste Versicherungsprodukt aus. Gradmesser für den „Versicherungskäse des Jahres“ sind mangelnde Transparenz, lückenhafte und nicht nachvollziehbare Leistungen, zu hohe Beiträge oder ein zweifelhafter Nutzen.

Am Freitag hat die Jury die drei Produkte und Versicherungs-Gesellschaften benannt, die es in die diesjährige Endausscheidung „geschafft“ haben. Die endgültige Entscheidung inklusive der Preisübergabe wird im Rahmen der diesjährigen BdV-Wissenschaftstagung vorgenommen. Diese findet kommenden Freitag in Berlin statt.

Zur Jury gehören Kerstin Becker-Eiselen von der Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH), die Verbraucherschützerin und Juristin Edda Castelló, Lars Gatschke vom Verbraucherzentrale Bundesverband e.V., Dr. Dirk Ulbricht vom Institut für Finanzdienstleistungen e.V. (IFF) sowie die Finanzjournalistin Barbara Sternberger-Frey.

Kandidat Nummer eins: „Prosperity“ der Liechtenstein Life

Nominiert wurde zum einen das Produkt „Prosperity – WohlstandsVorsorge“ der Liechtenstein Life Assurance AG. Dabei handelt es sich um eine Fondspolice, die mit flexiblen Ein- und auch Auszahlungen sowie Einzahlungspausen beworben wird (VersicherungsJournal Medienspiegel 25.1.2019).

Auf Nachfrage teilte der Bund der Versicherten dem VersicherungsJournal folgenden Jury-Kommentar mit: „Das Insurtech vertreibt die ‚WohlstandsVorsorge‘, eine fondsgebundene Rentenversicherung – Intransparenz, Datenstriptease und Kostenwirrwarr inklusive.“

Zweiter Kandidat: „Vorsorgekomponente V“ der Allianz Kranken

Ebenfalls Chancen auf den „Versicherungskäse 2019“ hat das Produkt „Vorsorgekomponente V“ der Allianz Privaten Krankenversicherungs-AG. Dabei handelt es sich um einen Tarif für privat Krankenversicherte zur Beitragsentlastung im Alter. „Hohe Kosten vernichten die Rendite. Beitragszahlung ein Leben lang! Beitragssteigerung inklusive“, so der Kommentar der Juroren.

Zu einer komplett gegensätzlich Einschätzung kamen die Autoren einer Untersuchung der Deutschen Finanz-Service Institut GmbH (DFSI) in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift Focus Money. Hier landete das Allianz-Produkt auf dem Spitzenplatz – keine weitere Beitragsentlastungs-Komponente wurde mit „hervorragend“ bewertet. Die Testergebnisse (PDF, 3,9 MB) wurden in Ausgabe 3/2019 der Zeitschrift veröffentlicht.

Kandidat Nummer drei: „Wetter Bonus“ von Cardif

„Wieder mal ein unsinniges Produkt, das vor keinem existenziellen Risiko schützt. Totaler Unsinn!“, lautet der Jury-Kommentar zum dritten nominierten Produkt. Dies ist „Wetter Bonus“ der Cardif Allgemeinen Versicherung, Zweigniederlassung für Deutschland der Cardif-Assurances Risques Divers S.A.

Bei dem von Cardif und der BMW Bank GmbH entwickelten Produkt handelt es sich um eine Art Regenversicherung für Cabriofahrer. Wie zu Jahresbeginn der Brancheninformations-Dienst Asscompact.de berichtete, erhalten Fahrer eines BMW Z4 Roadster bei zu vielen Regentagen im Quartal in ihrer Wetterregion 100 Euro ausgezahlt.

Bisherige „Preisträger“

Bei der Premiere des Wettbewerbs hatte die Allianz Versicherungs-AG den Negativpreis für ihr Versicherungsprodukt „Rund um den Arenabesuch“ erhalten (VersicherungsJournal 30.9.2015).

Weitere „Preisträger“ waren die Axa Lebensversicherung AG für ihre „Relax Rente“ (VersicherungsJournal 22.4.2016) und das Produkt „Ideal KrebsAirbag“ (VersicherungsJournal 13.3.2017) der Ideal Lebensversicherung a.G. (VersicherungsJournal 8.5.2017).

Im vergangenen Jahr hatte die Jury den Negativpreis an die „Schülerversicherung“ (VersicherungsJournal Medienspiegel 17.1.2018) vergeben. Diese wurde von der Württembergischen Gemeinde-Versicherung a.G. und der BGV-Versicherung AG angeboten (VersicherungsJournal 16.4.2018).

Im vergangenen Herbst wurde bekannt, dass es die „Schülerversicherung“ in der seinerzeitigen Form ab 2019 nicht mehr geben werde (VersicherungsJournal 16.10.2018).

Leserbriefe zum Artikel:

Tim Enders - Aus Stichworten der Jury lässt sich nichts erkennen. mehr ...

Nils Fischer - Kläglicher Versuch, eine Daseinsberechtigung nachzuweisen. mehr ...

Schlagwörter zu diesem Artikel
Fondspolicen · Insurtech · Lebensversicherung · Rente · Verbraucherschutz
 
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