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Bei 30 Lebensversicherern reichen die Kapitalerträge nicht

15.11.2019 – Laut einer Analyse von Policen Direkt hat sich die Finanz- und die Ertragskraft der Anbieter verbessert. Im Vergleich der Unternehmen zeigen sich jedoch erhebliche Unterschiede.

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Die Policen Direkt Versicherungs-Vermittlung GmbH hatte im Frühjahr eine Auswertung der Finanzstärke der deutschen Lebensversicherer gemäß deren SFCR-Berichten vorgelegt (VersicherungsJournal 25.4.2019). Nun hat das Unternehmen auch die Angaben der Gesellschaften gemäß Mindestzuführungs-Verordnung ausgewertet.

Bei 30 Gesellschaften reichen die Kapitalerträge nicht aus

Demnach reichen bei 30 (2017: 39) von 84 Lebensversicherern die erwirtschafteten Erträge aus der Kapitalanlage nicht aus, um die Garantieverpflichtungen zu erfüllen und die gesetzlich vorgeschriebene Reserve zu bedienen. Diese Unternehmen müssten dafür Erträge aus Risiko und Verwaltung in die Rechnung einbeziehen.

Nur ein (2017: fünf) Versicherer schafft es laut der Auswertung auch mit Verwaltungs- und Risikogewinnen nicht, die Anforderungen zu erfüllen und zehrt damit von der Substanz. „Die Reform der Zinszusatzreserve (ZZR) hat damit die erhoffte Wirkung gezeigt“, kommentiert Policen Direkt das Ergebnis.

Das Unternehmen hat eine Übersicht der untersuchten Anbieter auf seine Internetseite gestellt. Dort sind jeweils die Finanzstärke und die Gesamt-Ertragsstärke der Versicherer angegeben.

Finanzstärke verbessert

Die Finanzstärke errechnet Policen Direkt aus Erträge der Kapitalanlagen ins Verhältnis mit den Rechnungszins-Anforderungen (Garantiezinsen und Zuführung zur Zinszusatzreserve). Diese Kennzahl habe sich 2018 auf durchschnittlich 114,03 (Vorjahr 105,24) Prozent verbessert.

Nehme man sämtliche Erträge in die Rechnung, dann sei die Steigerung noch deutlicher: „Die Gesamt-Ertragsstärke verbessert sich so von 126,02 auf 141,75 Prozent. Ein Grund dafür: Lebensversicherer mussten statt 20 Milliarden Euro im Vorjahr lediglich sechs Milliarden Euro neu in die Reserve einzahlen.“

Die Finanzstarken und -Schwachen

In der Reihenfolge der finanzstärksten Marktteilnehmer liegen Entis Lebensversicherung AG, Interrisk Lebensversicherungs-AG Vienna Insurance Group und Hansemerkur Lebensversicherung AG vorne.

Am Ende rangieren Credit Life AG, Vereinigte Postversicherung VVaG und die im Jahr 2017 gegründete Dortmunder Lebensversicherung AG.

Finanzstärke der Lebensversicherer (Bild. Meyer)

Gegenüber dem Vorjahr haben sich Heidelberger Lebensversicherung AG, Entis und Süddeutsche Lebensversicherung a.G. relativ am deutlichsten verbessert. Dialog Lebensversicherungs-AG, Vereinigte Post VVaG und Dortmunder haben sich relativ am stärksten verschlechtert.

Die Ertragsstarken und -Schwachen

Bei der Gesamt-Ertragsstärke zeigt sich ein teilweise anderes Bild. Hier liegen Dortmunder, Delta Direkt Lebensversicherung AG München und Dialog vorne. Am schwächsten zeigen sich Frankfurt Münchener Lebensversicherung AG, PB Lebensversicherung AG und Landeslebenshilfe V.V.a.G.

Gesamt-Ertragsstärke der Lebensversicherer (Bild. Meyer)

Gegenüber dem Vorjahr relativ am stärksten verbessern konnten sich Skandia Lebensversicherung AG, Heidelberger Lebensversicherung AG und Ergo Vorsorge Lebensversicherung AG. Größte relative Verlierer waren Mylife Lebensversicherung AG, Öffentliche Lebensversicherung Oldenburg und Dortmunder.

Kein starker Rückgang der Überschussbeteiligung

Zu der Lage der Lebensversicherer äußerte sich Henning Kühl, Chefaktuar von Policen Direkt. Für 2020 erwartet er keinen starken Rückgang der Überschussbeteiligung, auch wenn sich die Ertragslage erneut verschärfen sollte.

Die Gestaltungs-Möglichkeiten bei der Verzinsung sieht er als „weitgehend ausgeschöpft“ und den Spielraum nach unten aufgrund der Garantieverzinsungen im Bestand bei den meisten Versicherern als „eng begrenzt“ an.

Kühl sieht die Branche weiterhin unter Druck. „Für den Großteil der Versicherer geht es auch mit der geringeren zusätzlichen Belastung durch die Zinszusatzreserve weiterhin darum, die garantierten Leistungsversprechen langfristig erfüllen zu können.“

Nachträgliche Ergänzung 15.11.2019:

Hinweis der VPV: „Der Vereinigte Postversicherung VVaG betreibt selbst kein aktives Versicherungsgeschäft, sondern fungiert als Muttergesellschaft für den VPV Konzern. Das operative Geschäft läuft über die VPV Lebensversicherungs-AG. Leider lässt PolicenDirekt diesen Umstand bei ihren Auswertungen außer Betracht."

Leserbriefe zum Artikel:

Peter Schramm - Reform der Zinszusatzreserve zeigt Wirkung. mehr ...

 
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