Basler BU: Neue Leistungen bei bestimmten Beeinträchtigungen

17.4.2019 – Die Basler Lebensversicherung hat ihren Berufsunfähigkeits-Schutz überarbeitet. Der Tarif bietet jetzt eine Überbrückungshilfe, zudem sind Leistungen bei bestimmten Beeinträchtigungen wie Taubheit oder Blindheit vorgesehen. Für junge Kunden sind neu geschaffene Erhöhungsoptionen oder eine Günstigerprüfung interessant, berichtet der Biometrieexperte Philip Wenzel.

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Flexibilität ist bei der Absicherung des Einkommens sehr wichtig. Aber die Produkte müssen auch bezahlbar bleiben. Deswegen ist es schwierig, nach dem Motto „Haben ist besser als Brauchen“ einfach mal alle möglichen Leitungsauslöser in ein Produkt zu packen. Denn dadurch würde der Preis in die Höhe schießen.

Philip Wenzel (Bild: Privat)
Philip Wenzel (Bild: Privat)

In der Berufsunfähigkeits- (BU-) Versicherung gestaltet sich das noch ziemlich einfach. Der Hauptauslöser ist hier so umfassend, dass man darunter einiges an Auslösern packen kann, die eine Leistung eher veranschaulichen und bedingungsgemäß festlegen, als tatsächlich einen neuen Zugang zur Leistung zu öffnen.

Neuauflage des Basler-Tarifs

In der Neufassung ihrer BU-Versicherung hat die Basler Lebensversicherungs-AG nun anscheinend untersucht, welche Verbesserungen kostenneutral möglich sind, und das dann in den Allgemeinen Versicherungs-Bedingungen (AVB) festgeschrieben.

Auch mit dem Bedingungsstand April 2019 gehört der Tarif der Basler (VersicherungsJournal 14.5.2018) weiterhin zu den besten am Markt. Die AVB lassen sich flüssig lesen und sind gut zu verstehen. Nach Ansicht des Autors finden sich allerdings etwas zu viele Verweise auf erst später kommende Erklärungen, aber ein Bedingungswerk ist nun mal kein durchkomponierter Roman.

Gut für das Kollektiv und den Einzelnen

Die Basler hält sehr gut die Balance zwischen dem Versicherten und dem Kollektiv. Eine Einmalleistung in Höhe von sechs Monatsrenten (maximal 10.000 Euro) etwa wird nur dann bezahlt, wenn die Beendigung der BU-Leistung durch eine konkrete Verweisung möglich ist, weil die versicherte Person neue berufliche Fähigkeiten erworben hat.

So wird das Engagement belohnt und das Kollektiv, weil ein Kunde nach sieben Monaten Berufsunfähigkeit wieder fit sein wird, vor vielen Zahlungen bewahrt, die sonst fällig würden.

Des Weiteren werden freiwillige Reha-Maßnahmen mit bis zu 1.000 Euro unterstützt. Das hilft auch wieder dem Kollektiv. Der Versicherte wird eventuell wieder gesund und der Versicherer muss dann in diesem Fall nicht mehr zahlen.

Neue Überbrückungshilfe

Die Basler verfügt nach wie vor über eine sehr gute Arbeitsunfähigkeits- (AU-) Klausel, die auch ohne zeitgleiche Beantragung der Leistung wegen Berufsunfähigkeit leistet. Zusätzlich gibt es nun eine sogenannte Überbrückungshilfe.

Diese greift erst, wenn die 36 Monate AU-Leistung aufgebraucht sind. Dann würde die Basler ohne Prüfung leisten, wenn ein privater oder gesetzlicher Krankenversicherer die Leistung einstellt, weil nach deren Definition eine Berufsunfähigkeit vorliegt.

Die Überbrückungshilfe leistet für maximal sechs Monate oder bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Basler die Prüfung auf Berufsunfähigkeit abgeschlossen hat. Sollte die Basler feststellen, dass der Kunde nicht berufsunfähig ist, muss er erhaltene Leitungen aus der Überbrückungshilfe nicht zurückzahlen.

Leistung bei Taubheit oder Blindheit

Ebenfalls neu ist eine Leistung bei bestimmten Beeinträchtigungen. Dazu zählen vollständige Taubheit oder Blindheit oder der Fall, dass der Versicherte auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Unter diesen Umständen wird für zwölf Monate geleistet. Eine konkrete Verweisung ist aber möglich.

Da die Basler auf die Befristung des Anerkenntnisses verzichtet, ist es für den Kunden durchaus hilfreich, wenn er bei eindeutigen BU-Fällen schnell an die Leistung kommt. Ob eine bedingungsgemäße Berufsunfähigkeit vorliegt, kann dann ja in aller Ruhe geprüft werden. Für die Zukunft dürfte dieser Baustein gern um weitere Krankheitsbilder, wie zum Beispiel bestimmte Krebsarten, ergänzt werden.

Pflegepunkte und Erhöhungsoptionen

Positiv anzurechnen ist eine weitere Klarstellung im Bedingungswerk. Bei Azubis würden, wenn es für sie zum Vorteil ist, im BU-Fall bereits erworbene Kenntnisse und Fähigkeit für ein mit der Ausbildung verbundenes Berufsbild berücksichtigt werden.

Die Basler leistet außerdem beim Verlust von einem von sechs Pflegepunkten, was so kein Dutzend Versicherer vorsieht. Ein Beispiel: Wessen Bein bis zum Oberschenkel für mehr als sechs Monate eingegipst ist, der wird sich wahrscheinlich nicht mehr alleine anziehen können. Damit wäre er nach den Bedingungen pflegebedürftig.

Ein weiterer Baustein sind die Erhöhungsoptionen. Diese sind vor allem bei jungen Kunden ein Thema. Oft sind für sie aber eine Heirat, die Geburt eines Kindes oder der Erwerb einer Immobilie weit entfernt. Die Basler bietet als erster Versicherer eine Erhöhung an, wenn der Versicherte aus der elterlichen Wohnung das erste Mal auszieht. So können niedrig angesetzte BU-Versicherungen, die als Schüler abgeschlossen werden, schnell in eine vernünftige Höhe gebracht werden.

Günstigerprüfung bei neuem Beruf

Ebenfalls positiv zu werten ist, dass die Basler in den Bedingungen festgeschrieben hat, dass bei einem neuen Beruf eine Günstigerprüfung stattfindet. Eine Schlechterstellung ist nicht möglich.

Allerdings behält sich der Versicherer vor, die Gesundheit erneut zu prüfen. In den meisten Fällen wird aber eine einfache Erklärung, dass sich der Gesundheitszustand seit Antragsstellung nicht verändert hat, ausreichen. Unter vertrieblichen Aspekten betrachtet, ließe sich hier besser argumentieren, wenn nicht der Beitrag gesenkt, sondern die Leistung erhöht wird.

Alles in allem ist es der Basler gelungen, den Tarif kostenneutral und vertrieblich sinnvoll darstellend attraktiver zu machen. Der 39-jährige Bürokaufmann zahlt bis zum Endalter 67 für 1.000 Euro Rente bei einem Prozent Leistungsdynamik 60,44 Euro (Brutto 80,59 Euro) im Monat. Der Mechatroniker zahlt 89,74 Euro (Brutto 119,66 Euro).

Philip Wenzel

Der Autor ist Fachwirt für Versicherungen und Finanzen (IHK) und für das Maklerunternehmen BSC Neutrale Allfinanz-Vermittlungs-GmbH tätig.

 
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