Altersvorsorge: Keine Gleichstellung für Frauen

8.3.2019 – Keine positiven Veränderungen zum Weltfrauentag: Frauen fürchten finanzielle Abhängigkeit und Altersarmut immer noch stärker als Männer. Mit gutem Grund, denn Auszeiten zugunsten der Familie stehen dem Aufbau eines soliden Polsters für die Rente im Weg. Das zeigt eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag des GDV.

WERBUNG

Pünktlich zum Weltfrauentag an diesem Freitag stellte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) eine aktuelle Umfrage zum Thema Altersvorsorge vor.

Schwerpunkt der Befragung durch die Forsa Politik- und Sozialforschung GmbH waren mögliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern bei der Altersvorsorge sowie bei den Erwartungen an die finanzielle Absicherung und Selbstständigkeit im Alter. Zentrales Ergebnis: Die Angst vor Armut im Alter ist bei Frauen immer noch deutlich ausgeprägter als bei Männern.

Für die Studie befragten die Sozialforscher insgesamt 1.004 Bürgerinnen und Bürger im Alter von 18 bis 65 Jahren in Deutschland. Die Erhebung wurde vom 15. bis 21. Februar 2019 mit Hilfe des Onlinepanels Forsa.omninet durchgeführt.

Altersvorsorge ist für Männer und Frauen wichtig

Das Thema Versorgung im Ruhestand treibt Frauen und Männer gleichermaßen um. 68 Prozent der von Forsa Befragten gaben an, dass sie sich schon intensiver mit ihrer finanziellen Situation im Alter auseinandergesetzt haben.

Etwa ein Drittel (31 Prozent) hat sich mit diesem Thema noch nicht wirklich beschäftigt. Mit zunehmendem Alter steigt aber der Anteil derjenigen, die sich bereits intensiver mit dem Thema Altersvorsorge auseinandergesetzt haben. Zwischen Männern und Frauen zeigen sich hier noch keine nennenswerten Unterschiede.

Mit zunehmendem Alter steigt auch das Interesse für die eigene Altersvorsorge. 66 Prozent der Befragten zwischen 30 bis 39 Jahren haben sich bereits intensiver mit dem Thema auseinandergesetzt. Bei den 40- bis 49-Jährigen waren es 73 Prozent, im Alter zwischen 50 bis 65 Jahren sogar 82 Prozent.

Frauen glauben nicht an finanzielle Unabhängigkeit im Alter

80 Prozent der Befragten strebt im Alter finanzielle Unabhängigkeit an. 17 Prozent wollen sich im Ruhestand finanziell auf sich selbst und andere, etwa ihren Partner oder ihre Kinder, verlassen können.

Knapp die Hälfte der Umfrage-Teilnehmerinnen geht aber davon aus, dass sie auf finanzielle Unterstützung im Alter angewiesen sein wird (45 Prozent). Im Vergleich: Nur 26 Prozent der Männer glauben, dass sie im Ruhestand finanzielle Hilfe brauchen.

„In punkto Altersvorsorge besteht bei der Gleichstellung von Frauen und Männern noch Nachholbedarf“, sagt Peter Schwark, Geschäftsführer für Altersvorsorge beim GDV. Wer befristet aus dem Beruf aussteige oder in Teilzeit arbeite, reiße Lücken bei der eigenen Altersvorsorge.

„Um negative Folgen im Alter zu vermeiden, sollten die notwendigen Altersvorsorgebeiträge während dieser Zeiten von den Partnern gemeinsam aus der Haushaltskasse gestemmt werden“, fasst der Experte zusammen.

In punkto Altersvorsorge besteht bei der Gleichstellung von Frauen und Männern noch Nachholbedarf.

Peter Schwark, Geschäftsführer für Altersvorsorge beim GDV.

Familie steht für Frauen vor Vorsorge

Wer davon ausgeht, seinen Lebensstandard im Alter nicht halten zu können, hat dafür verschiedene Erklärungen. Fast zwei Drittel der Befragten (65 Prozent) begründen ihre Einschätzung damit, dass die Rente oder Pension nicht sicher ist. Besonders häufig wird diese Ansicht von den unter 40-Jährigen geteilt. 27 Prozent geben an, dass ihre Ansprüche sehr niedrig seien.

Fast jede dritte Frau (30 Prozent) glaubt, aufgrund von Kindererziehungs- oder Familienzeiten nicht die Gelegenheit zu haben, eine ausreichende Altersvorsorge aufzubauen. Bei den Männern ist dieser Anteil mit sechs Prozent gering.

Kein Geld für Vorsorge im Alter

Mit 75 Prozent verfügt ein Großteil der Befragten über eine private Altersvorsorge. Fast ein Viertel (23 Prozent) hat dagegen keine zusätzliche Absicherung im Alter.

Für die fehlende Vorsorge nennt die Forsa-Auswertung zahlreiche Gründe. 58 Prozent sagen, dass sie nicht über die finanziellen Möglichkeiten für eine private Vorsorge verfügen. Viele wissen auch nicht, welches Angebot für sie das richtige ist (25 Prozent), sie fühlen sich zu wenig informiert oder müssten sich zu stark bei anderen Ausgaben einschränken (beide 24 Prozent).

16 Prozent kritisieren, dass der Staat zusätzliche Altersvorsorge zu wenig fördert. 15 Prozent sind der Ansicht, ihre Rente oder Pension reiche für das Alter aus und 14 Prozent sparen für andere Anschaffungen.

Dass ihr Arbeitgeber sie nicht über die Möglichkeiten der betrieblichen Altersversorgung und der Entgeltumwandlung informiert hätte, geben elf Prozent der Befragten als Begründung für die fehlende private Altersvorsorge an.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Altersarmut · Altersversorgung · Altersvorsorge · Betriebliche Altersversorgung · Marktforschung · Pension · Rente
 
WERBUNG
WERBUNG
Treffen Sie das VersicherungsJournal...

... auf den Vema-Tagen in Kassel an Stand 520.

Wir freuen uns schon auf Ihren Besuch und zahlreiche interessante Gespräche.

WERBUNG
Werben im Extrablatt

Mit einer Anzeige im Extrablatt erreichen Sie mehr als 14.000 Menschen im Versicherungsvertrieb, überwiegend ungebundene Vermittler. Über die Konditionen informieren die Mediadaten.

Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu. Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.de.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.de.

WERBUNG
Erfolgreich Kundengespräche führen

Geraten Sie in Verkaufssituationen immer wieder an Grenzen?
Wie Sie unterschiedliche Persönlichkeitstypen zielgerichtet ansprechen, erfahren Sie in einem Praktikerhandbuch.

Interessiert? Dann klicken Sie hier!

Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
29.11.2017 – Die Stimmung und das Wissen rund um das Thema Altersvorsorge sind nicht besonders gut, das zeigen zwei Studien von Swiss Life und der RWB Group. (Bild: OBS/ RWB Group AG) mehr ...
 
12.6.2017 – Wie viele Arbeitnehmer Vorsorgeleistungen über ihren Arbeitgeber beziehen, warum sie es in manchen Fällen nicht tun und was sie über die bAV wissen, veröffentlichte kürzlich Deloitte in einer aktuellen Studie. (Bild: Deloitte) mehr ...
 
28.4.2017 – Welche Anlageformen Bundesbürger am häufigsten nutzen, wovor sie Angst haben und was sie im anhaltenden Zinstief tun wollen, zeigt der aktuelle Axa-Deutschland-Report. (Bild: VersicherungsJournal) mehr ...
 
7.9.2018 – Welche Sparten bei Maklern und Mehrfachvertretern zuletzt die größten Ladenhüter waren und welche wie geschnitten Brot liefen, wurde in einer aktuellen Untersuchung ermittelt. (Bild: Wichert) mehr ...
 
20.3.2018 – Das BRSG steigert die Attraktivität der betrieblichen Altersversorgung (bAV) offensichtlich vor allem in kleinen Firmen. Die legen Wert auf intensive Beratung. Eine kürzlich vorgestellte Studie macht ihren Bedarf und ihre Wünsche deutlich. (Bild: Generali/FAZ-Institut) mehr ...
 
2.3.2018 – Der Neuzugang in Leben war 2017 so kläglich wie schon lange nicht mehr. Auch bei unabhängigen Vermittlern liefen Vorsorgeprodukte eher schlecht als recht, wie eine aktuelle Untersuchung zeigt. Der Vertriebsstimmung hat dies allerdings keinen Abbruch getan – ganz im Gegenteil. (Bild: Wichert) mehr ...
 
19.1.2018 – Das Deutsche Institut für Altersvorsorge hat untersucht, wie die Bundesbürger die gesetzliche, betriebliche und private Absicherung einschätzen. Eine große Zahl fühlt sich finanziell nicht ausreichend auf das Alter vorbereitet. (Bild: VersicherungsJournal) mehr ...
 
18.8.2017 – Wie es um das Vorsorgeverhalten der Jugendlichen und Erwachsenen in Deutschland steht, war Thema aktueller Studien der Deutschen Bank, der Postbank und von Union Investment. (Bild: Postbank) mehr ...
WERBUNG