Vema kündigt weitere Digitalisierungs-Schritte an

13.5.2022 – Die Genossenschaft hat 2021 Courtagezahlungen in Höhe von 250 Millionen Euro erzielt. Der Overhead-Umsatz lag bei 28 Millionen Euro. Die Zahl der Partnerbetriebe wuchs um gut zehn Prozent auf 4.059 Unternehmen und soll in den nächsten Jahren auf 5.000 gesteigert werden. Außerdem ist geplant, das Dienstleistungsangebot um IT-Lösungen für eine barrierefreie Vernetzung und eine leichtere Kommunikation mit bestehenden MVP zu erweitern.

Herrlicher Sonnenschein draußen, beste Stimmung drinnen: Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause (VersicherungsJournal 26.11.2020) veranstaltete die Vema Versicherungs-Makler-Genossenschaft e.G. am Dienstag und Mittwoch dieser Woche in Fulda ihren Jahreskongress.

Vema-Tage 2022 in Fulda (Bild: Backhaus)
Vema-Tage 2022 in Fulda (Bild: Backhaus)

Erstmals wurde die Kombination aus Hausmesse und Fortbildung in weiten Teilen hybrid durchgeführt. Begrüßungsrede und Vorträge konnten im Livestream verfolgt werden.

Zu den Präsenzveranstaltungen hatten sich 1.300 Teilnehmer angemeldet. Zum Vergleich: 2019 hatten sich 1.600 Teilnehmer angekündigt (27.3.2019). In diesem Jahr kamen 600 (2019: 550) Vertreter von Produktpartnern und Dienstleister hinzu, die sich am ersten Tag an mehr als 130 Messeständen vorstellten.

Vema-Tage 2022 in Fulda (Bild: Backhaus)
Vema-Tage 2022 in Fulda (Bild: Backhaus)

Vema sieht sich beim Provisionsumsatz ganz vorne

Die Vema-Tage standen im Zeichen des 25-jährigen Bestehens des Maklerverbundes. Vorstand Herman Hübner, einer der Gründungsväter, blickte im Auftaktgespräch auf die Anfänge zurück, als sich 14 Makler zusammenfanden, um eine Genossenschaft zu gründen: „Keiner konnte sich vorstellen, wie stark die Gemeinschaft wird.“

Hübner sieht sein Unternehmen heute „gut positioniert am Markt“ und spricht von Marktführerschaft, bezogen auf die geschlüsselten Courtageeinnahmen aus klassischer Versicherungs-Vermittlung.

Im Gegensatz zum Geschäftsmodell von Pools gehen bei der Vema nahezu alle Courtageflüsse von den Versicherern direkt an die angeschlossenen Makler. Die Genossenschaft erhält einen zusätzlichen Overhead von etwa zehn Prozent auf das vermittelte Geschäft.

Im vergangenen Jahr lag dieser Overhead-Umsatz bei etwa 28 Millionen Euro. Dies entspricht einer Steigerung von 30 Prozent gegenüber 2020.

„Wir sind im Pandemiejahr recht gut gewachsen“, berichtete Hübner. Beide Positionen zusammen ergaben Courtagezahlungen in Höhe von mehr als 250 Millionen Euro. Auch 2022 laufe sehr gut an, heißt es.

Kompositgeschäft bleibt das wichtigste Geschäftsfeld

Hermann Hübner (links) und Andreas Brunner (Bild: Backhaus)
Hermann Hübner (links) und Andreas Brunner (Bild: Backhaus)

Die Personenversicherungen würden „sehr erfreuliche Zuwächse“ verzeichnen. Das Kompositgeschäft bleibt jedoch mit einem Umsatzanteil von 70 Prozent das wichtigste Geschäftsfeld. Hier sei man mit 127 Deckungskonzepten „gut und breit aufgestellt“. Insgesamt gebe es etwa 350 Deckungskonzepte und Sondervereinbarungen.

Allein in der Sparte Kfz-Versicherungen wurden 2021 rund 207.000 Verträge eingedeckt. Insgesamt gehen nach eigenen Angaben an jedem Arbeitstag mehr als 1.000 Deckungsnoten über den firmeneigenen Tarifrechner ein.

Auszeichnung als bester Arbeitgeber Deutschlands

Die Anzahl der Beschäftigten wurde im vergangenen Jahr am Hauptsitz in Heinersreuth und in der Vema-Akademie in Karlsruhe um zusammen gut zehn Prozent auf 180 Mitarbeiter aufgestockt. Und weitere offene Stellen sollen im Zuge des ausgeweiteten Dienstleistungsangebots noch besetzt werden, wird berichtet.

Um den gewohnten Servicelevel hochhalten zu können, müsse man als Arbeitgeber attraktiv bleiben. Das Forschungs- und Beratungsinstitut Great Place To Work Deutschland (GPTW GmbH) hat den Maklerverbund kürzlich erneut als einen der besten Arbeitgeber hierzulande ausgezeichnet (14.4.2022).

Genossenschaft will auf 5.000 Partnerbetriebe anwachsen

Die Zahl der Partnerbetriebe kletterte im vergangenen Jahr um 377 auf 4.059 Unternehmen, die 26.384 Mitarbeiter beschäftigten. Von diesen Maklerfirmen zeichneten 1.457 gleichzeitig einen Genossenschaftsanteil, 2019 waren es noch 926.

Die angeschlossenen Häuser profitierten 2021 von einer Umsatzbeteiligung in Höhe von 6,6 Millionen Euro. 2022 werden es voraussichtlich 8,5 Millionen Euro sein, wird prognostiziert.

Die Gemeinschaft wächst weiter und zählt zum gegenwärtigen Zeitpunkt mehr als 4.100 Betriebe mit rund 28.000 Mitarbeitern. In den kommenden zehn Jahren sollen es 5.000 Partner werden. Dies kündigte Vorstand Andreas Brunner an. „Wir müssen mit Leistung überzeugen“, betonte er und hob hervor: „Wir wollen Platz eins halten.“

Mehr als 5.000 Makler würden es allerdings wohl nicht werden, aber diese 5.000 würden deutlich mehr „zusammenbringen“. Die Vema werde dann für seine Partner mit „sicherlich“ 400 Mitarbeitern „unterwegs sein“.

Kennzahlen der Vema Versicherungs-Makler-Genossenschaft e.G.

Veränderung 2020 zu 2021

2021

2020

2019

2018

Partnerbetriebe Anzahl

10,2 %

4.059

3.682

3.098

2.761

Personen in den Partnerbetrieben, Anzahl

10,2 %

26.384

23.933

20.194

17.891

Mitarbeiter Anzahl

20 %

180

150

105

75

Zentrale Authentifizierung für eine barrierefreie Vernetzung

Das wesentliche Thema für die Zukunft sei die Digitalisierung, sagte Brunner. Man werde die Anwendung „Vemadata“, die die Verwaltungsprogramme der Makler mit dem Extranet der Genossenschaft vernetzt, konsolidieren.

Verschiedene Teilprojekte stünden an, darunter die Weiterentwicklung der vor zwei Jahren gestarteten „Vemapostbox“. Hierüber werden jeden Monat rund eine Million Dokumente von den Versicherungs-Gesellschaften abgeholt.

Das zunächst angedachte Einpflegen aller Daten hat sich Hübner zufolge für Makler, die mit 60 oder 70 Versicherern zusammenarbeiten, als zu komplex erwiesen. Deshalb möchte man künftig über die Zentralerkennung der Vema arbeiten. Ungefähr zwei Drittel der Partnerbetriebe sind aktuell bei dem Projekt dabei, von 90 „relevanten“ Produktgebern bereits 40 und bis Jahresende sollen 35 weitere folgen.

Der nächste Schritt sei, so Hübner, die barrierefreie Vernetzung von Makler-Verwaltungsprogramm, „Vemaextranet“ und Extranets der Versicherer. In Zukunft würden dann im Hintergrund automatisch Vertragsdaten aktualisiert, sobald der Makler eine Kundendatei aufrufe. Der Vorteil für alle Beteiligten sei eine erhebliche Arbeitserleichterung, aufgrund der zentralen Authentifizierung besonders auch in Hinblick auf das Thema Datenschutz.

Hybrides System soll Kommunikation mit bestehenden MVP erleichtern

Für die Kommunikation mit Makler-Verwaltungsprogrammen (MVP) wurde das hybride System „Vemaoffice“ entwickelt. Anwender sollen damit entscheiden können, ob sie ein Dokument über eine Schnittstelle in ihr bestehendes MVP einspielen oder in der „Vemapostbox“ lagern möchten.

Es sei eine Alternative zu cloudbasierten Makler-Verwaltungsprogrammen und vor allem für diejenigen interessant, die kein eigenes MVP mehr pflegen möchten, heißt es. Automatisierte Vorgänge wie das Anzeigen fehlerhafter Vertragsdaten sollen die Verwaltungsarbeit erleichtern. Das System befindet sich derzeit noch in einer Testphase.

Vema investiert 14 Millionen Euro in den Ausbau der Akademie

Neben diesen IT-Projekten hat die Vema das Programm „Backoffice“ aufgelegt. Angeschlossene Betriebe können darüber Unterstützung im Büroalltag buchen, beispielsweise für die Schadenaufnahme, als Urlaubsvertretung oder bei Vertriebsaktionen.

Außerdem unterstützt die Genossenschaft Makler dabei, Nachfolger zu finden. Ebenso assistiert sie bei der Übernahme von Firmen. „Wir haben genügend Vema-Kollegen, die bundesweit Bestände kaufen möchten“, berichtete Brunner. Der „Unternehmerparkplatz“ umfasse derzeit rund 300 Betriebe.

Zum Dienstleistungsangebot gehört auch die Vema-Akademie. Im vergangenen Jahr wurden über 210.395 Schulungsteilnahmen 167.314 anrechenbare Weiterbildungsstunden gesammelt. Die Einrichtung wird um ein zweites Gebäude erweitert, das unter anderem ein weiteres Studio für Aufzeichnungen erhalten soll. Das Investitionsvolumen liegt bei 14 Millionen Euro.

Das Ziel der Vema sei, so Hübner, mit eingenommenen Geldern neue Dienstleistungen zu schaffen. Der Finanzplan der Genossenschaft sehe grundsätzlich 30 Prozent dafür vor.

 
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