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Rückabwicklung: „Kunden helfen, Engpässe zu überbrücken“

4.5.2020 – Vermittler fürchten angesichts der Coronakrise Einschnitte im Leben-Geschäft, so eine aktuelle Umfrage. Andere schildern die Angst der Deutschen um ihre Altersvorsorge. Wie dies beim Rückabwickler Star Fund ankommt, berichtet Vertriebsdirektor Peter Paschke im Interview. (Bild: Star Fund)

Hintergrund: Widerspruchsbelehrung in der Lebens- und Rentenversicherung

In den Jahren zwischen 1994 und 2007 wurden Vorsorgeverträge geschlossen, bei denen Kunden hohe Renditen prognostiziert wurden. Sinkende Zinssätze führten dazu, dass sich die damit verbundenen Erwartungen von Kunden nicht erfüllt haben. Ihre Unzufriedenheit kommt auch bei den Versicherungs-Vermittlern an. Für manchen Kunden ist die Rückabwicklung seines Vertrags über das Widerspruchsrecht eine Option.

Diese Rechtsfrage hatte den Bundesgerichtshof in den vergangenen Jahren mehrmals beschäftigt. Er hat diesbezüglich einige verbraucherfreundlichen Urteile gefällt. Mit Urteil vom 7. Mai 2014 (IV ZR 76/11) etwa wurde entschieden, dass Lebensversicherten bei nicht ordnungsgemäßer Belehrung über ihr Recht auf Widerruf ein „ewiges“ Widerspruchsrecht zusteht (VersicherungsJournal 8.5.2014). Das hat weitere höchstrichterliche Urteile nach sich gezogen (16.4.2015, 30.11.2015).

Der Europäische Gerichtshof hatte zuvor bereits entschieden, dass die in deutschen Lebens- und Rentenversicherungs-Verträgen verwendete Klausel, nach der das Rücktrittsrecht bei nicht ausreichender Belehrung des Versicherten spätestens ein Jahr nach Zahlung der ersten Prämie erlischt, europäischem Recht widerspricht (20.12.2013). Dass Lebensversicherte ihr „ewiges“ Widerspruchsrecht aber auch verwirken können, wurde Ende 2018 vom Oberlandesgericht Dresden entschieden (21.1.2019)

Mit den Entscheiden der obersten Gerichte war das Geschäft mit dem Widerruf von Lebens- und Rentenversicherungen und somit die Rückabwicklung eines Vertrags geboren – nicht immer ganz seriös geführt und oft nicht von Erfolg gekrönt. Der Umgang von Versicherern mit der Widerspruchsbelehrung wiederum hat in den vergangenen Jahren auch den Verbraucherschutz öfter auf den Plan gerufen (VersicherungsJournal Archiv).

VersicherungsJournal: Herr Paschke, Sie sind Vertriebsdirektor der Muirfield Capital Global Advisors S.à r.l. in Luxemburg. Können Sie die Auswirkungen der Coronakrise auf Ihr Geschäft skizzieren?

Peter Paschke: Auf der einen Seite sehen wir den Versicherungsvermittler, der aktuell gefordert ist, den eigenen Geschäftsbetrieb neu zu organisieren. Der persönliche Kontakt zu den Kunden, der das Vertrauensverhältnis stärkt und die Basis für erfolgreiche Abschlüsse bildet, ist zurzeit nicht möglich. Auf der anderen Seite sehen wir den Versicherungsnehmer, der möglicherweise vor drohenden Liquiditätsengpässen steht. Und genau hier bietet sich mit Star Fund eine Chance für den Versicherungsvermittler, auf seine Kunden zuzugehen. Mit der Möglichkeit, dem Kunden die Rückabwicklungs-Ansprüche aus einer unrentablen Lebens- oder Rentenversicherung abzukaufen, geben wir dem Versicherungsvermittler ein Instrument in die Hand, um den eigenen Kundenstamm nochmals zu mobilisieren.

Wie heißt es so schön: In jeder Krise steckt auch eine Chance… Viele Menschen entschleunigen durch das „Mehr“ an zur Verfügung stehender Zeit. Warum diese also nicht nutzen, um Unterlagen zu sichten und Themen anzugehen, zu denen zuvor vielleicht die Muße fehlte. Last but not least: Unsere kurzfristigen Zahlungen an den Kunden und den Vermittler helfen, finanzielle Engpässe zu überbrücken.

VersicherungsJournal: Welche Umstellungen mussten Sie selbst im Betrieb vornehmen?

Peter Paschke (Bild: Star Fund)
Peter Paschke (Bild: Star Fund)

Paschke: In der momentanen Situation sind wir alle gefordert. Auch wir mussten mit einer für uns absolut neuen Form des Miteinanders umgehen lernen. Seit Mitte März agieren alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von zu Hause aus. Dabei ist der intensive Austausch obligatorisch, um unser Service-Level gegenüber unseren Kooperationspartnern auf einem hohen Niveau zu halten. Gleichzeitig fokussieren wir uns darauf, unsere Prozesse und die IT zu optimieren, um die Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern deutlich einfacher zu gestalten.

Allein die Verschiebungen von Gerichtsterminen stellten uns anfangs vor neue Herausforderungen. Mittlerweile gibt es aber die eine oder andere Verhandlung auch schon mal per Videokonferenz. Wir ändern aufgrund dessen jedoch nicht unsere Strategie für die Durchsetzung der Ansprüche und rechnen hier nur mit geringfügigen Auswirkungen auf die Durchsetzungs-Geschwindigkeit.

VersicherungsJournal: Spüren Sie verstärkte Nachfrage durch Vermittler? Wie schlägt sich das konkret nieder, was wird angefragt?

Paschke: Ja, wir können eine verstärkte Nachfrage verzeichnen. Wir identifizieren hier zwei Faktoren, die das begründen. Nachdem wir nun schon einige Zeit auf dem Markt sind, haben wir seit Beginn des Jahres unsere Marketingaktivitäten mit dem Ziel gesteuert, Bedarf zu wecken, um uns kennenzulernen. Die Vorteile unseres Geschäftsmodells gepaart mit positiven Resultaten sprechen sich zu unserer Freude rum. Das wiederum ist für uns Ansporn, die zuvor angesprochenen Prozesse kontinuierlich zu verbessern.

In erster Linie erhalten wir momentan sehr viele potenzielle Anfragen zur möglichen Zusammenarbeit. Hier ist unser Vertrieb bestrebt, innerhalb weniger Stunden den direkten telefonischen Kontakt zu suchen.

Die bereits an uns angebundenen Versicherungsvermittler kennen unser Geschäftsmodell und werden über ein eigenes System kontinuierlich mit Informationen beliefert. Diese Partner sind bereits von der Profitabilität überzeugt und nutzen die vorgenannten Argumente, mehr Zeit und Liquidität, zur direkten Kundenansprache. Und das Ergebnis zeigt sich in der Einreichung diverser Vorgänge.

VersicherungsJournal: Und haben Sie den Eindruck, dass der Bedarf bei Kunden gewachsen ist? Wie äußert dies sich?

Paschke: Verständlicherweise beschäftigen sich Kunden derzeit mit Fragen, die sich mit den Auswirkungen der Pandemie auf die eigene wirtschaftliche Situation befassen. Die persönliche finanzielle Lage wird überdacht, die Entwicklungen auf dem Weltmarkt werden beobachtet. Bereits jetzt werden viele private Investitionen verschoben. Da kommt natürlich eine Offerte, wieder mehr finanziellem Spielraum zu haben beziehungsweise einen Liquiditätsengpass zu vermeiden, genau richtig. Der Bedarf ist aus unserer Sicht tatsächlich gewachsen. Wir verzeichnen mehr Anfragen über Versicherungsvermittler aber auch von Kunden, die direkt auf uns zukommen, um mehr über Star Fund zu erfahren.

VersicherungsJournal: Gibt es neue Ansätze zur Unterstützung der Vermittler und wie wird dies angenommen?

Paschke: Wir arbeiten kontinuierlich an der Prozessoptimierung – auch innerhalb unserer IT-Systeme. Dabei haben wir im Fokus, die Abläufe des Ankaufprozesses von Rückabwicklungs-Forderung für den Versicherungsvermittler so einfach und effizient wie möglich zu gestalten. Insbesondere jetzt nutzen wir die Zeit, in der wir keine persönlichen Kontakte pflegen können, neue Features zu entwickeln und in unsere Systeme einzuspielen. So sieht heute beispielsweise der Kooperationspartner in Echtzeit den jeweiligen Abwicklungsstatus. Und mittels eines Quickchecks kann er gleich zu Beginn mit wenigen Eingaben (Versicherungs-Gesellschaft, Rückkaufswert und Beitragssumme) direkt sehen, ob sich der Widerruf mit Star Fund lohnt.

Das sind alles Dinge, die sehr gut angenommen und im Markt kommuniziert werden. Ein positiver Effekt für uns daraus ist: Bereits nach kürzester Zeit der Einführung haben uns mehrere potenzielle Partner signalisiert, mit uns zusammenzuarbeiten, wenn sich der Lockdown gelöst hat. Und natürlich setzen auch wir auf Video- und Telefonkonferenzen, um zwar nicht physisch dafür aber visuell mit unseren Kooperationspartnern in Kontakt zu bleiben.

Die Fragen stellte

 
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