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Gothaer wirft die Produktmaschine an

29.3.2021 – Mit seiner noch stärkeren Fokussierung auf mittelständische Firmenkundschaft sieht sich der Gothaer-Konzern gut aufgestellt. Er ist 2020, wie im Dezember tendenziell prognostiziert, um 0,7 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro Bruttobeitrag gewachsen und hat nach Steuern 72 Millionen Euro verdient.

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Der Gothaer-Konzern rechnet nicht mit Schäden aus Lieferengpässen im Gefolge des im Suezkanal verunglückten Containerschiffs „Ever Given“. „Non-damage-business-interruption sei in der normalen Betriebsunterbrechung nicht gedeckt“, sagte Thomas Bischof, der als neuer Chef den größten Risikoträger des Konzerns, die Gothaer Allgemeine Versicherung AG, verantwortet (VersicherungsJournal 22.9.2020).

Thomas Bischof (Bild: W&W)
Thomas Bischof (Bild: W&W)

Mit Blick auf ähnliche Schäden geht er auch nicht davon aus, dass „verderbliche Ware ein wahrnehmbares Ereignis“ sei.

Mittelstand zeigt sich in Coronakrise resilienter

Der Gothaer-Konzern ist 2020 um 0,7 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro Bruttobeitrag gewachsen. Bereinigt um den Verkauf der polnischen Tochtergesellschaft beträgt das Plus 1,6 Prozent. Dass der Konzernabschluss auf 72 (Vorjahr: 115) Millionen Euro sinkt, beruht auf höherer Zuführung zu den versicherungs-technischen Reserven und geringeren Erträgen aus Kapitalanlagen. Konzernvorstand Oliver Schoeller hatte dies bereits im Dezember prognostiziert (16.12.2020).

„Wir sind insbesondere im Mittelstandssegment gewachsen und blicken sehr zuversichtlich auf die kommenden Jahre,“ sagte Schoeller auf der Bilanzpressekonferenz am Freitag. Das Geschäft mit mittelständischen Unternehmen mit bis 500 Millionen Euro Jahresumsatz ist eines der Kernelemente der Strategie „Ambition25“.

Der Markt der Mittelständler wird nach Einschätzung von Bischof „in Zukunft stark wachsen und neue Risikocluster entwickeln“. Der Mittelstand sei in der Coronakrise deutlich resilienter als Großunternehmen. Dies zeige sich an der schnellen Anpassungsfähigkeit. Mehr als 50 Prozent dieser Unternehmen hätten ihr Geschäftsmodell aufgrund der Coronakrise neu ausgerichtet.

Neues Beratungstool für spartenübergreifenden Ansatz

„Wir können Mittelstand und haben ausgeprägte Stärken im Mittelstand – und das in allen drei Risikoträgern“, sagte Michael Kurtenbach, Chef der Lebensversicherung. Zu den Neuerungen für die Firmenkunden gehört das Tool für den ganzheitlichen, spartenübergreifenden Beratungsansatz „Gothaer Unternehmens-Radar“.

Dieses Tool findet sich auf der Internetseite des Versicherers und „geht über Produktverkauf hinaus“, so Kurtenbach. Es soll helfen, Kundenbedarfe strukturiert zu ermitteln und den Fokus je nach Bedarf auf verschiedene Aspekte wie „Team“, „Betrieb“ und „Management“ zu legen.

Oliver Schoeller (Bild: Gothaer)
Oliver Schoeller (Bild: Gothaer)

Das reiche von der Mitarbeitergewinnung und der Absicherung von Schlüsselpersonen über die Absicherung der Gebäude und die Cyberversicherung bis hin zum Unternehmer und seiner Familie mit der privaten Absicherung und Vorsorge.

Im Sommer soll das bereits ankündigte integrierte Arbeitgeberportal zur Verwaltung von betrieblicher Altersversorgung (bAV) und betrieblicher Krankenversicherung (bKV) laufen.

Alle Vorsorgeprodukte mit nachhaltigen Anlagen

Zudem wird mit Blick auf die ebenfalls in den Fokus gestellte Nachhaltigkeit die „Produktmaschine angeworfen“, so Kurtenbach. Bis Ende des Jahres würden alle Altersvorsorgeprodukte mit nachhaltigen Anlagen angeboten.

Bei dem aktuell neu auf den Markt gebrachten Zahnzusatz-Tarif habe man bei der inkludierten elektrischen Zahnbürste auf deren Recyclingfähigkeit geachtet, sagte die neue Kranken-Chefin Dr. Sylvia Eichelberg. In Komposit stehen Updates im Bereich E-Mobilität und in der Wohngebäudesparte für energetisch nachhaltige Maßnahmen an.

In den Premium-Tarifen in Hausrat sind Bausteine für ökologische Mehraufwände beim Schadenersatz in der Vorbereitung.

Das Jahr 2020 in Zahlen

Die Gothaer Allgemeine wuchs 2020 um 4,7 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro, wobei das Geschäft mit Unternehmerkunden um 7,5 Prozent auf 825 Millionen Euro stieg. Als Folge geringerer Großschäden und weniger Naturkatastrophen sank die Combined Ratio brutto auf 91,8 (95,1) Prozent. In Kraftfahrt waren es nur 89,27 Prozent.

Für 1.318 Betriebsschließungs-Fälle wurden laut Bischof auf Basis des Bayerischen Kompromisses 24,3 Millionen Euro gezahlt. Der Jahresüberschuss der Allgemeinen sank auf 63 (102) Millionen Euro. Der Schwankungsrückstellung wurden 38 Millionen Euro zugeführt nach 14 Millionen Euro Entnahme im Vorjahr.

Michael Kurtenbach (Bild: Gothaer)
Michael Kurtenbach (Bild: Gothaer)

Das Kapitalanlageergebnis der Allgemeinen ging auf 77 (115) Millionen Euro zurück. Der Nettozins betrug 2,1 (3,2) Prozent, was Finanzvorstand Harald Epple mit der Marktentwicklung und dem kurzfristigen Anlagehorizont in Komposit begründete.

Vollversicherte verloren

Leben und Kranken erzielten aufgrund des längeren Horizonts Nettoverzinsungen von 3,6 (3,5) beziehungsweise 3,2 (3,4) Prozent. In der Lebensversicherung wurden mit 1,445 Milliarden Euro 1,7 Prozent weniger Bruttobeiträge gebucht.

Das Neugeschäft sank um 3,1 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro Beitragssumme netto. Der Zinszusatzreserve (ZZR) wurden 140 (110) Milliarden Euro zugeführt. Kurtenbach geht davon aus, dass die ZZR in drei Jahren „in Trippelschritten“ aufgelöst werden kann.

Bei der Gothaer Krankenversicherung ist die Zahl der Vollversicherten auf 130.000 (133.800) Personen gesunken. Wachstum wurde in der Zusatzversicherung erzielt – wozu auch die betriebliche Krankenversicherung zählt. Bei einer unter dem Markt liegenden Beitragsanpassung in der Vollkostenversicherung von 3,2 Prozent (5.2.2021, 22.12.2020) erhöhten sich die gebuchten Bruttobeiträge um 2,7 Prozent auf 889 Millionen Euro.

Gut in das Geschäftsjahr 2021 gestartet

In den ersten zwei Monaten 2021 wuchsen die Komposit-Sparten um 2,2 Prozent und der Bereich Kranken um 3,5 Prozent. Die Sparte Leben dagegen schrumpfte oberhalb von einem Prozent.

Die Konzerneigenkapital-Basis wurde 2020 auf 1,33 (1,26) Milliarden Euro verstärkt. Inklusive Volatilitätsanpassung, aber ohne Transitional erreichte die Solvency-ll-Quote in Leben 187 (207) Prozent. Für den Konzern, dessen Zahlen noch ungeprüft sind, werden 193 (196) Prozent angegeben.

 
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