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Wenn der Traumstrand zum Albtraum wird

28.7.2020 – Ist ein im Katalog eines Reiseveranstalters beworbener Hotelstrand großflächig mit Algen verschmutzt, steht einem Reisenden eine Minderung des Reisepreises zu. Ein Anspruch auf eine Entschädigung wegen entgangener Urlaubsfreude besteht in der Regel jedoch nicht. Das hat das Amtsgericht Frankfurt am Main mit einem kürzlich veröffentlichten Urteil vom 14. August 2019 entschieden (2-24 O 158/18).

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Der Entscheidung lag der Fall einer Klägerin zugrunde, die für sich und ihren Ehemann bei einem Reiseveranstalter eine zwölftägige Pauschalreise in die Dominikanische Republik gebucht hatte.

Das Paar hatte sich für ein Fünfsternehotel entschieden. Dieses war in dem Katalog des Veranstalters damit beworben worden, dass es direkt an einem hoteleigenen weißen Strand liege. Dort seien Aktivitäten wie Kajak fahren, Schnorcheln, Beachvolleyball und Windsurfen möglich. Außerdem sollten Liegen, Sonnenschirme und Badetücher kostenlos genutzt werden können.

Algenteppich statt weißer Sand

Ein Großteil der Erwartungen auf diese Annehmlichkeiten löste sich jedoch in Luft auf. Denn als die Kläger im Hotel ankamen, stellte sich heraus, dass der Strand großflächig mit einem übel riechenden Algenteppich verschmutzt war. Der verhinderte nicht nur die angepriesenen sportlichen Aktivitäten, sondern auch ein Baden im Meer.

Der Mangel konnte während des gesamten Urlaubs nicht behoben werden. Daher verklagte die gefrustete Frau den Reiseveranstalter auf Zahlung von Schadenersatz. Damit hatte sie teilweise Erfolg.

Reiseveranstalter muss für den Mangel einstehen

Nach Ansicht des Frankfurter Landgerichts erstreckt sich die Einstandspflicht eines Reiseveranstalters zwar grundsätzlich nicht auf Mängel im Umfeld eines Reisziels, wie etwa auf die eines öffentlichen Strandes. Da dessen Beschaffenheit vom Reiseanbieter aber besonders hervorgehoben worden war, müsse er für den Mangel einstehen.

Denn auf den Lichtbildern im Katalog sei ein breiter, weißer Sandstrand beworben worden. Wegen der angegebenen Lage „direkt am Strand“ sei daher die Erwartung der Klägerin berechtigt gewesen, ihren Urlaub zusammen mit ihrem Mann an einem besonders schönen Meeresstreifen verbringen zu können. Es sei beiden zudem nicht zuzumuten gewesen, sich einen Weg durch die Algen zum Wasser zu bahnen.

Reisepreisminderung in Höhe von 20 Prozent

Dennoch sprach das Gericht den Eheleuten als Entschädigung für die Unannehmlichkeiten nur eine Reisepreisminderung in Höhe von 20 Prozent zu. Denn sie hätten trotz der Einschränkungen durch den Algenteppich die Annehmlichkeiten eines Fünfsternehotels sowie die des hotelnahen hinteren Strandabschnitts nutzen können.

Es bestehe daher keine Veranlassung, ihnen eine Entschädigung wegen entgangener Urlaubsfreuden zu gewähren. Denn das setze nach der Rechtsprechung eine erhebliche Beeinträchtigung einer Reise von etwa 50 Prozent voraus. Das Urteil ist mittlerweile rechtskräftig.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Beitragsrückerstattung · Schadenersatz
 
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