Was für Firmenkunden einen Top-Versicherer ausmacht

10.10.2018 – Für Unternehmen sind die Bedingungen und die Deckung die wichtigsten Faktoren, wenn es um die Auswahl des Versicherers geht. Das Eigenkapitalpolster bestimmt die Risikobereitschaft, Schäden selbst zu tragen und Selbstbehalte müssen sich für die Klientel konkret auszahlen. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie von GVNW und der V.E.R.S. Leipzig.

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Der Gesamtverband der versicherungsnehmenden Wirtschaft e.V. (GVNW) hat in Zusammenarbeit mit der V.E.R.S Leipzig GmbH eine Studie zum gewerblichen Risikomanagement umgesetzt. Unter dem Titel „Risikomanagement im Industrieunternehmen – Wertbeitrag für mittelständische Unternehmen“ wurde die empirische Auswertung veröffentlicht.

Ziel der Studie war es, den Stand des Risikomanagements in Industrieunternehmen zu analysieren, bestehende Konzepte zu vergleichen und Potenziale aufzuzeigen, heißt es in der Auswertung. Sie steht hier zum Download zur Verfügung (PDF, 3,6 MB).

Methodik der Studie

Die Wissenschaftler führten nach eigenen Angaben 25 persönliche Interviews mit Repräsentanten des Risikomanagements von mittelständischen Industrieunternehmen durch. Diese fanden im Zeitraum von Dezember 2017 bis August 2018 statt.

Dazu wurden von Mai bis Juli 2018 zudem 15 Teilnehmer „sowohl größerer als auch kleinerer mittelständische Industrieunternehmen aus verschiedenen Branchen“ befragt, so die Autoren der Studie. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass der wertschöpfende Charakter von Risikomanagement noch nicht ausreichend erkannt werde, fasst der GVNW zusammen.

Bedingungen und Deckung bestimmen Wahl des Versicherers

In den meisten Fällen übernimmt die Geschäftsführung die Verantwortung, welche Versicherungen abgeschlossen werden sollen (93 Prozent) oder legt fest, in welcher Höhe die Versicherungssumme liegt (83 Prozent). Versicherer und Vermittler sind in diesem Bereich vor allem beratend aktiv und unterstützen die Unternehmensleitung bei ihrer Entscheidung zum Risikotransfer (VersicherungsJournal 9.10.2018).

Bei der Wahl der Versicherer sind vor allem die Bedingungen und hier im Speziellen der Deckungsumfang entscheidend. Jeweils 97 Prozent der Befragten stimmen dieser Aussage „voll“ oder „eher“ zu.

Die finanzielle Stabilität des Versicherers bewerten 95 Prozent der Firmenkunden als wichtig bei der Auswahl für einen Anbieter. Wert auf Erfahrungen in der Schadenregulierung legen 79 Prozent der gewerblichen Klientel.

Worauf Firmenkunden Wert legen

Als wichtiges Kriterium für die Wahl eines Versicherers geben 76 Prozent der Befragten „eigene Kapazitäten in der Schadenregulierung“ an. Die Expertise im „eigenen Industriebereich“ nennen 70 Prozent als entscheidend.

Weniger bedeutend finden Firmenkunden folgende Punkte:

  • „Flexibilität und Innovation“ ihrer Gesellschaft (63 Prozent),
  • Kapazitäten (61 Prozent),
  • Gerichtsstand im Heimatland des Versicherers (56 Prozent) oder
  • die „Dauer der Geschäftstätigkeit in Deutschland“ (40 Prozent).

Selbstbeteiligungen müssen sich auszahlen

Der Aussage „Selbstbeteiligungen (SB) gleich ausreichende Prämienrabatte“ stimmen nur 33 Prozent der befragten Firmenkunden zu. Wesentlich mehr Zustimmung erfährt in der Umfrage die Angabe „Selbstbeteiligungs-Systeme gleich unternehmensübergreifend“ mit 79 Prozent.

Die meistgenannten Kriterien für die Entscheidung über Selbstbeteiligungen waren „Einfluss auf Prämien und Rabatte“, „Schadenfrequenz in der Vergangenheit“, und „durchschnittliche Schadenhöhe“.

Studie Risikomanagement im Industrieunternehmen (Bild: GVNW)
„Studie Risikomanagement im Industrieunternehmen” (Bild: GVNW)

Eigenkapital bestimmt Risikobereitschaft

Zum Bestimmen der eigenen Risikobereitschaft ziehen Firmenkunden als Referenzgröße vor allem das Eigenkapital mit 53 Prozent heran. Danach folgen als Entscheidungshilfe das Jahresergebnis (43 Prozent) und der Cash-Flow (30 Prozent). Der Umsatz spielt hier praktisch keine Rolle.

Außerdem geben die Firmenkunden an, dass sie auf ihre „Erfahrung in der Chance/Risiko-Abwägung und die Prämienersparnis im Verhältnis zum SB-Risiko“ achten. Auch das „operative Ergebnis“ und ihr „Rating“ bestimmen die Risiko-Bereitschaft.

In 90 Prozent der Unternehmen erfolgt eine regelmäßige Berichterstattung über das firmeneigene Risikomanagement. Adressat dieser Risikoberichte ist an erster Stelle die Unternehmensleitung mit 97 Prozent. Danach folgt der Aufsichtsrat (61 Prozent) und die Eigentümer (56 Prozent).

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Marktforschung · Rating · Schadenregulierung
 
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