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Sporttrainer: Versicherungspflicht trotz Honorartätigkeit?

7.10.2019 – Ein Trainer, der eine Sportmannschaft über einen längeren Zeitraum trainiert, ist regelmäßig in die betrieblichen Abläufe des Sportvereins eingegliedert. Daher steht auch ein überdurchschnittlich hohes Honorar der Annahme einer abhängigen Beschäftigung nicht entgegen – so das Sozialgericht Wiesbaden in einem jüngst veröffentlichten Urteil vom 17. Mai 2019 (S 8 R 312/16).

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Der Entscheidung lag der Fall eines Übungsleiters einer Hockeymannschaft zugrunde, der seine Tätigkeit auf Honorarbasis ausübte.

Er war von dem Verein insbesondere mit dem Ziel engagiert worden, die Mannschaft für einen Aufstieg in die nächst höhere Liga fit zu machen. Hierzu wurden ihm von dem Auftraggeber alle erforderlichen Mittel und Freiheiten, etwa durch eine vorrangige Zuweisung von Trainingszeiten und -plätzen, eingeräumt.

Weisungsgebunden

Trainer und der Verein stuften die Tätigkeit als selbständig und daher versicherungsfrei ein. Dagegen ging die Deutsche Rentenversicherung Bund von einem abhängigen Beschäftigungs-Verhältnis aus. Für den Mann sollten daher Beiträge zur gesetzlichen Renten- und Arbeitslosen-Versicherung abgeführt werden.

Nach erfolglosem Widerspruch zogen die Sportorganisation und der freie Mitarbeiter gegen den Rentenversicherer vor Gericht. Dort erlitten die Kläger eine Niederlage.

Nach Überzeugung der Richter ist trotz der im Wesentlichen frei gestalteten Tätigkeit des Trainers davon auszugehen, dass dieser in die Organisation des Vereins eingegliedert und letztlich weisungsgebunden ist.

Denn dem Verein obliege die Gesamtverantwortung für den Spielbetrieb und letztlich auch die Entscheidung, ob die von dem Trainer für erforderlich gehaltenen Maßnahmen umgesetzt werden.

Trainer trägt kein unternehmerisches Risiko

Im Übrigen erfordere eine Betreuung einer Sportmannschaft über einen längeren Zeitraum grundsätzlich ein arbeitsteiliges Zusammenwirken und eine Abstimmungen der Mannschafts- und Vereinsverantwortlichen.

Der Trainer trage auch kein bei einer selbständigen Tätigkeit übliches unternehmerisches Risiko. Er habe auch kein eigenes Kapital noch nennenswerte eigene Betriebsmittel einsetzen müssen.

Nach dem Wortlaut des mit dem Verein geschlossenen Vertrages werde er auch nicht finanziell am sportlichen Erfolg der Mannschaft beteiligt. Er erhalte vielmehr lediglich eine fest vereinbarte Stundenvergütung.

Dass die Vergütung überdurchschnittlich hoch ausfalle, stelle im Rahmen der Gesamtwürdigung des Falls bei der Frage der Versicherungspflicht kein ausschlaggebendes Indiz für eine selbständige Tätigkeit dar.

Noch nicht rechtskräftig

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Mannschaft und Hockeylehrer haben Berufung beim Hessischen Landessozialgericht eingelegt. Dort wird die Sache unter dem Aktenzeichen L 8 KR 297/19 geführt. Eine Verhandlung hat bislang noch nicht stattgefunden.

Das Sozialgericht Heilbronn war im September 2016 in einem vergleichbaren Fall ebenfalls von einer Versicherungspflicht auf Honorarbasis tätiger Sporttrainer ausgegangen (VersicherungsJournal 7.10.2016).

Schlagwörter zu diesem Artikel
Arbeitslosenversicherung · Mitarbeiter · Rente · Versicherungspflicht
 
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