Sparziel Altersvorsorge liegt bei 18- bis 29-Jährigen an der Spitze

15.9.2021 – Immobilienbesitz ist der mit Abstand wichtigste Baustein in der Altersvorsorge. Nach einer aktuellen Umfrage folgen mit weitem Abstand dahinter die betriebliche Altersversorgung, Wertpapierbesitz und die Lebensversicherung. Rund die Hälfte aller Befragten würde gern mehr privat vorsorgen. Den Spitzenwert erreicht dabei die Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen mit fast 60 Prozent. Vorsorgemuffel sind insbesondere Arbeiter und Beamte. Durch Corona hat Wohneigentum nochmals an Bedeutung gewonnen. Fehlendes Eigenkapital und hohe Immobilienpreise sind die zwei wichtigsten Hinderungsgründe.

Sorgen die Bürger nach den Corona-Erfahrungen anders fürs Alter vor? Eine repräsentative Umfrage, die das Meinungsforschungs-Unternehmen Civey im Auftrag von Industria Wohnen GmbH und The Grounds Real Estate Development AG vom 17. bis zum 22. August 2021 durchgeführt hat, bestätigt: Immobilien liegen unverändert mit weitem Abstand an der Spitze.

bAV ist attraktiver als die private Lebensversicherung

Fast 40 Prozent der Befragten nannten die selbstgenutzte Immobilie und knapp 14 Prozent Mieteinnahmen durch Immobilien als wichtigste Ergänzung zur gesetzlichen Rente. Zweitwichtigster Baustein ist die betriebliche Altersversorgung (bAV). Darauf setzt rund jeder Dritte. Diese Vorsorgeform hatte jüngst in einer Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge GmbH (DIA) noch am schlechtesten abgeschnitten (VersicherungsJournal 10.9.2021).

Eine private Lebensversicherung geben nur 20,8 Prozent an. Wertpapiere wie Investmentfonds und Aktien liegen mit 22,5 Prozent quasi gleich auf.

Notwendigkeit eigener Vorsorge stärker bewusst

Jacopo Mingazzini (Bild: The Grounds)
Jacopo Mingazzini (Bild: The Grounds)

Dass mit höherem Bildungsabschluss und höherem Einkommen monatlich mehr zurückgelegt wird, erstaunte Jacopo Mingazzini, Vorstand der The Grounds, bei der virtuellen Vorstellung der Umfrage nicht.

Was erstaunt, ist vielmehr die Tatsache, „dass die Notwendigkeit eigener Vorsorgeaktivitäten den Jüngeren inzwischen offenbar deutlich stärker bewusst ist als den Altersgruppen ab 30 Jahren“.

Rund die Hälfte aller Befragten würde gern mehr privat vorsorgen. Den Spitzenwert erreicht dabei die Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen mit 57,8 Prozent. Schlusslicht sind die 30- bis 39-Jährigen mit 36,3 Prozent.

Besorgniserregend ist für Mingazzini, „dass mehr als ein Drittel der Befragten sich offenbar allein auf die gesetzliche Rente verlassen“.

Vorsorgemuffel sind abgesichert oder verdienen zu wenig

Auf die gesetzliche Rente müssen sich insbesondere Arbeiter verlassen. Damit werden indirekt andere Umfragen bestätigt, nach denen das Einkommen nicht die Möglichkeit eröffnet, langfristig zu sparen. Das gilt für Beamte in der Regel zwar nicht. Dennoch sorgen 40 Prozent nicht für das Alter vor. Ihnen scheinen ihre Pensionsansprüche auszureichen.

Auch jeder dritte Angestellte ist ein Vorsorgemuffel. Zählt er allerdings zu den leitenden Angestellten, steigt die Bereitschaft deutlich an. Nur rund jeder Fünfte verzichtet dann noch darauf, monatlich eine feste Summe zurückzulegen zur Aufbesserung der gesetzlichen Rente.

Corona hat die Wahrnehmung von Immobilien verändert

Arnaud Ahlborn (Bild: Industria Wohnen)
Arnaud Ahlborn (Bild: Industria Wohnen)

In einer Eigentumswohnung oder einem Eigenheim zu leben, steht seit Jahrzehnten bei den Deutschen weit oben auf der Wunschliste. „Durch Corona hat sich die Wahrnehmung der eigenen vier Wände verändert“, stellte Arnaud Ahlborn, Geschäftsführer der Industria Wohnen, fest. Ein selbst bestimmtes Leben zu führen, ohne Einschränkungen durch einen Vermieter, sei noch wichtiger geworden.

So möchte über die Hälfte der Befragten eine Immobilie kaufen, um sie selbst zu nutzen. Zweitwichtigster Grund mit 37 Prozent: Miete sparen. Fast ebenso wichtig ist die Möglichkeit, das Eigenheim selbstständig zu gestalten. Jeweils ein Viertel sieht im „Betongold“ ein Erbe für die Kinder oder einen Inflationsschutz.

Erheblicher Aufklärungsbedarf besteht dagegen offenbar nach wie vor beim Thema indirekte Immobilienanlage. Die entsprechenden Anlageprodukte sind nur wenigen Befragten bekannt und werden somit auch gering genutzt. Die beste Aufklärungsarbeit hat hier die Investmentbranche geleistet. Offene und geschlossene Fonds sind die beliebteste Art des indirekten Erwerbs.

Kaufen ist günstiger als Mieten

Fehlendes Eigenkapital und hohe Immobilienpreise sind die zwei wichtigsten Gründe, warum Mieter bleiben. Die Experten waren sich einig, im Gegensatz zu anderen Marktbeobachtern (26.7.2021), dass „es günstiger ist zu kaufen, als zu mieten“. Durch die Niedrigzinsen seien die Belastungen durch einen Kredit oft niedriger als die Mietzahlungen. Sie sprachen sich deshalb insbesondere für die Förderung von Erstimmobilienerwerbern aus.

„Wir brauchen deshalb eine konkrete Förderung der Eigentumsbildung, die über bloße Absichtserklärungen hinausgeht“, so Jacopo Mingazzini. „Es wäre allerdings schon viel gewonnen, wenn wenigstens bestehende Hürden, allen voran die Grunderwerbsteuer bei selbst genutztem Wohneigentum, abgebaut und andere Regulierungen und Vorschriften, etwa beim Milieuschutz, entfallen oder zumindest entschlackt würden.“

 
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