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Solvenzquoten: Riesige Unterschiede bei den großen LV-Anbietern

12.6.2018 – Im aktuellen Map-Report werden die Lebensversicherer einer Analyse der Solvabilitätsquoten nach dem Aufsichtsregime Solvency II unterzogen. Die Spannbreite der SCR-Bedeckungsquoten (mit und ohne Übergangsmaßnahmen) unter den Marktgrößen ist gewaltig. Sie reicht etwa bei der „nackten“ Quote von 113,1 Prozent (Debeka) bis 657,2 Prozent (Nürnberger). Fast alle der zwölf größten Anbieter haben eine der für den Übergang vorgesehenen Hilfsmaßnahmen in Anspruch genommen.

Zum Stichtag 7. Mai 2018 mussten alle deutschen Versicherungs-Unternehmen im Rahmen des Aufsichtsregimes Solvency II zum zweiten Mal ihren sogenannten SFCR-Bericht auf ihrer Internetseite veröffentlichen.

In einer ersten Reaktion hatte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) die Solvenzsituation der Branche für das Jahr 2017 als „gut“ bezeichnet und von Verbesserungen bei den Lebensversicherern im Vergleich zum Vorjahr berichtet (VersicherungsJournal 8.5.2018).

Zu einer ebenfalls positiven Einschätzung war auch die Policen Direkt Versicherungs-Vermittlung GmbH in ihrer Analyse der SFCR-Berichte gekommen. Die Lage sei zwar weiter ernst, die Garantien in der deutschen Lebensversicherung seien aktuell aber nicht gefährdet (VersicherungsJournal 9.5.2018).

SCR-Quoten im Vergleich

Wie hoch beziehungsweise niedrig die Solvenzquoten (Verhältnis von anrechnungsfähigen Eigenmitteln zur SCR in Prozent) der fast 80 deutschen Lebensversicherungs-Unternehmen sind, zeigt der heute erschienene Map-Report Nummer 902 „Solvabilität im Vergleich 2008 bis 2017“. Dabei wurden die Kennzahlen sowohl mit als auch ohne Hilfsmaßnahmen (Zins- oder Rückstellungs-Transitional und Volatilitätsanpassung) berechnet.

Insgesamt verwendeten den Daten des Map-Reports zufolge 55 Lebensversicherer die Volatilitätsanpassung, 55 Lebensversicherer die Übergangsmaßnahmen für versicherungstechnische Rückstellungen und ein Lebensversicherer die Übergangsmaßnahme für risikofreie Zinssätze.

Die vorgenannten Maßnahmen machen einen Vergleich schwierig, wie Map-Report-Chefredakteur Reinhard Klages im aktuellen Heft ausführt. Erschwerend komme hinzu, „dass die Gesellschaften bei dem Ermitteln der Kapitalanforderungen neben der Standardformel auch ein internes, von der Bafin zu zertifizierendes Modell anwenden können“. Acht Lebensversicherer hätten ein partielles internes und drei Versicherer ein vollständig internes Modell verwendet, erläutert Klages weiter.

Je nach Hilfsmaßnahme …

Die Unterschiede bei den Quoten sind immens. Bei der „nackten“ Quote – also ohne oben genannte Hilfen – gibt es allein unter den 15 größten Gesellschaften (mehr als 1,5 Milliarden Euro verdiente Bruttobeiträge 2017; VersicherungsJournal 11.5.2018) eine Spannbreite zwischen fast 549 Prozent (Nürnberger Lebensversicherung AG) und knapp 72 Prozent (HDI Lebensversicherung AG).

Deutlich über dem Branchenschnitt von 227 (2016: 196) Prozent liegen mit jeweils um die 500 Prozent auch die Aachenmünchener Lebensversicherung AG und die Cosmos Lebensversicherungs-AG. Für den Marktführer, die Allianz Lebensversicherungs-AG, wird eine Quote von 317 Prozent ausgewiesen.

Bei allen 15 Branchengrößen fiel die SCR-Quote höher aus als im Vorjahr – und dies zum Teil sogar sehr deutlich. So gab es bei der Nürnberger eine Verdreifachung und jeweils in etwa eine Verdoppelung beim HDI, bei der SV Sparkassenversicherung Lebensversicherung AG sowie bei der Württembergischen Lebensversicherung AG.

Bedeckung netto (Bild: Wichert)

… gibt es große Unterschiede bei den Quoten

Mit Volatilitätsanpassung, die unter den Marktgrößen nur die Alte Leipziger Lebensversicherung a.G., die Ergo Lebensversicherung AG, die Nürnberger und die R+V Lebensversicherung AG nicht genutzt haben, liegen die Quoten zwischen 657 Prozent (Aachenmünchener) und 113 Prozent (Debeka). Der Branchenschnitt wird mit 265 (2016: 198) Prozent angegeben.

Bis auf die Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG (mit einem Minus von rund zwei Prozent) ging es für alle Marktgrößen aufwärts im Vergleich zum Vorjahr. Die Steigerungsraten bewegten sich zwischen jeweils rund drei Viertel beim Debeka Lebensversicherungs-Verein a.G., der SV Leben sowie dem HDI und gut sechs Prozent bei der Allianz.

Bedeckung mit Volatilität (Bild: Wichert)

Das Rückstellungs-Transitional nahm nur knapp die Hälfte der Marktgrößen in Anspruch. Die Nürnberger kommt auf den höchsten Wert (knapp 761 Prozent), gefolgt von der Bayern-Versicherung Lebensversicherung AG (652 Prozent), der SV Leben (531 Prozent), der Ergo (fast 398 Prozent) und der Württembergischen (390 Prozent). Unter dem Marktdurchschnitt von knapp 341 (2016: 340,5) Prozent liegen die Debeka (310 Prozent) und der HDI (knapp 187 Prozent). Alle Anbieter verbesserten sich.

Weitere Studiendetails

Der Map-Report Nummer 902 „Solvabilität im Vergleich 2008 bis 2017“ enthält Übersichten zu den Bedeckungsquoten von 83 Lebens- und 36 privaten Krankenversicherern. Nicht aufgeführt sind die Barmenia-Gesellschaften. Hintergrund: Der Solvenzbericht der Wuppertaler wird als „Einziger Bericht“ (§ 277 Absatz 2 VAG) für die Barmenia-Gruppe erst am 18. Juni veröffentlicht.

Welche Schlüsse Vermittler aus den neuen Quoten ziehen können, hat Map-Report-Chefredakteur Klages in einem Interview erläutert (VersicherungsJournal 29.6.2017).

Die Studie ist lieferbar als PDF-Datei für Unternehmen oder als gedrucktes Heft (Preise je ab 363 Euro, inklusive Mehrwertsteuer) sowie im rabattierten Jahresabonnement. Bestellt werden kann unter diesem Link. Die Konditionen für das Jahresabonnement sind auf dieser Internetseite einzusehen.

 
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