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Riester-Anbietern geht immer weiter die Luft aus

9.7.2021 – Der Bestand an staatlich geförderten privaten Altersvorsorge-Verträgen ist zwischen Januar und März netto um fast 60.000 auf nur noch knapp über 16,3 Millionen gesunken. Dabei mussten erneut alle Varianten Federn lassen. Dies zeigen jetzt veröffentlichte Zahlen des Arbeitsministeriums.

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Die Zahl der staatlich geförderten privaten Altersvorsorgeverträge ist zwischen Januar und März netto – also unter Einberechnung der Kündigungen und Vertragsabgänge – um 56.000 auf 16,314 Millionen gesunken. Das zeigt die am Donnerstag vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) veröffentlichte amtliche Statistik (Stand: 8. Juli 2021).

Ruhend gestellte Kontrakte werden vom Ministerium nicht zahlenmäßig ausgewiesen, sondern unverändert auf einen Anteil von „gut einem Fünftel“ geschätzt.

Alle Vertragsformen im Minus

Damit hat sich die negative Entwicklung der Auftaktquartale der vergangenen vier Jahre (VersicherungsJournal 7.6.2016, 8.6.2017, 3.7.2018, 11.7.2019, 19.6.2020) nicht nur fortgesetzt. Vielmehr fiel die Verminderung höher aus als in jeder Dreimonatsperiode zuvor.

Erneut gingen alle vier Riester-Varianten zurück, ein weiteres Mal am stärksten die versicherungsförmige Variante – und zwar aktuell um 27.000 auf 10,66 Millionen Kontrakte. Wohn-Riester-Verträge schrumpften um 17.000 auf unter 1,78 Millionen Stück und Banksparpläne um 8.000 auf 584.000. Investmentfonds-Sparpläne fielen um 5.000 auf nur noch 3,29 Millionen.

Riester-Verträge Q1/2014-2021 (Bild: Wichert)

Anteil der Rentenversicherungen ist unter 66 Prozent gesunken

Zum 31. März 2021 kommt die Wohn-Riester-Variante auf knapp 10,9 (Ende 2019: 11,0; Ende 2018: rund 10,9; Ende 2017: knapp 10,7; Ende 2016: 10,2) Prozent Anteil. Bei den Investmentsparplänen sind es den aktuellen Ministeriumsdaten zufolge knapp 20,2 (20,0; 19,8; 19,5; 19,2) Prozent, bei den Banksparkonten nur noch 3,6 (3,8; 4,1; 4,4; 4,7) Prozent.

Der Anteil der Rentenversicherungen, der Ende 2016 noch bei annähernd 66 Prozent lag, ist zum Ende des Startquartals 2021 auf 65,3 Prozent gesunken. Zum Vergleich: Ende 2015 bewegte sich der Anteil letztmals über der Marke von zwei Dritteln. Ende 2011 waren es noch über 70 Prozent und Ende 2006 sogar noch über 80 Prozent.

Gründe für die rückläufigen Tendenzen sind aus der offiziellen Statistik nicht abzuleiten.

Gibt es noch eine Zukunft für das Modell?

Kaum förderlich dürften Rückzüge aus diesem Geschäftsfeld sein wie jüngst verkündet von der Stuttgarter Lebensversicherung a.G. (22.6.2021), der DWS-Investment-Gruppe (18.6.2021) oder der Sutor-Bank (Medienspiegel 28.5.2021). Gleiches gilt auch für wiederholte Attacken von Verbraucherschützern (4.12.2020, 12.5.2021).

Eine Trendumkehr ist vor dem Hintergrund der zum Jahreswechsel anstehenden Rechnungszinssenkung (28.4.2021) nicht in Sicht – ganz im Gegenteil.

Denn einer exklusiven Umfrage der VersicherungsJournal-Redaktion wollen sich fast 60 Prozent aus dem Markt zurückziehen, sollte die 100-prozentige Beitragsgarantie nicht abgesenkt werden (1.6.2021, 2.6.2021).

Dazu wird es aber wohl nicht kommen, da die eigentlich im Koalitionsvertrag vereinbarten Reformen nicht zustande gekommen sind (3.3.2021, 3.3.2021, 31.5.2021).

Nur die FDP steht hinter Riester

Und im Hinblick auf die anstehende Bundestagswahl zeigt sich nur die FDP in ihrem Wahlprogramm pro Riester (18.6.2021). Die übrigen Parteien haben andere Pläne (22.6.2021, 23.6.2021 29.6.2021).

Diverses weiteres Zahlenmaterial zur Riester-Förderung liefert eine Statistik des Bundesministeriums der Finanzen (BMF). In dieser werden die Ergebnisse der statistischen Auswertung zur Förderung des Aufbaus einer zusätzlichen, kapitalgedeckten Altersvorsorge dargestellt (18.11.2020, 25.11.2020, 8.12.2020).

 
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