31.3.2025 (€) – Die Durchschnittskosten für Bestandswohnungen sind laut dem aktuellen Wohnatlas der Postbank 2024 real nur noch um 2,8 Prozent gefallen. Nachlässe waren besonders in den sieben größten deutschen Städten zu verzeichnen. Dennoch bewegen sich in den Metropolregionen die Preise derzeit noch auf einem sehr hohen Niveau.
Die Kosten für Eigentumswohnungen im Bestand sind im vergangenen Jahr im Schnitt aller Landkreise und kreisfreien Städte und unter Berücksichtigung einer Inflationsrate von 2,2 Prozent um 2,8 Prozent gesunken. 2023 lagen die Preise noch real um 10,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Dies zeigt der „Wohnatlas 2025“, der von der Postbank – einer Niederlassung der Deutschen Bank AG aufgelegt wird. Damit drehte die Preisspirale 2024 weiter nach unten, jedoch nicht mehr so stark wie in den Jahren zuvor. Nach der Trendwende im vierten Quartal 2022 (VersicherungsJournal 27.3.2023) hatte sich die Abwärtsentwicklung im Jahr 2023 rasant beschleunigt (20.3.2024).
Preisentwicklung für Eigentumswohnungen im Bestand
Der „Postbank Wohnatlas“ ist eine jährlich erscheinende, mehrteilige Studienreihe, die den deutschen Immobilienmarkt unter verschiedenen Aspekten beleuchtet.
Im ersten, am Donnerstag dieser Woche vorgelegten Teil wird von der Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut gGmbH (HWWI) die Preisentwicklung für Eigentumswohnungen im Bestand in den 400 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten analysiert.
Wohnungen vor allem in den Metropolen günstiger
Laut der Auswertung fiel der Preisrückgang für Bestandswohnungen in den sieben größten deutschen Städten noch am stärksten aus. Das Minus betrug im Schnitt zusammen real 3,1 Prozent. In allen übrigen Großstädten waren es 2,2 Prozent, in den Mittelstädten 2,8 Prozent und in den Landkreisen 2,9 Prozent.

- Durchschnittliche Quadratmeterpreise für
Eigentumswohnungen im Bestand in den sieben
größten deutschen Städten.
Zum Vergrößern Bild klicken. (Bild: Postbank)
Unter den „Big Seven“ verzeichnete Stuttgart den höchsten realen Preisrückgang (minus 5,6 Prozent). In München sanken die Preise real um durchschnittlich 3,5 Prozent. Die Isarmetropole bleibt jedoch mit einem Quadratmeterpreis von im Schnitt 8.787 Euro das teuerste Pflaster Deutschlands. Dahinter folgen Hamburg (durchschnittlich 6.191 Euro pro Quadratmeter) und Frankfurt am Main (6.160 Euro).
Im Umland der sieben Metropolen haben die Kaufpreise ebenfalls meist nachgegeben, am stärksten in den Landkreisen Dahme-Spreewald (real minus 17,5 Prozent) und Oder-Spree (9,9 Prozent) bei Berlin sowie im Landkreis Starnberg (9,9 Prozent) bei München.
Zu den wenigen Metropolregionen mit Zuwächsen gehören der Landkreis Barnim bei Berlin (real plus 2,5 Prozent) und Duisburg (0,6 Prozent), das zum Einzugsgebiet Düsseldorf gezählt wird.
Nord- und Ostsee mit Ab- und Aufschlägen
Auch in den beliebten Ferienregionen an Nord- und Ostsee sowie am Alpenrand mussten Immobilienkäufer oft weniger auf den Tisch legen, das Preisniveau blieb jedoch auf hohem Niveau. So kostete der Quadratmeter im Kreis Nordfriesland (real minus 8,1 Prozent), zu dem die Inseln Sylt, Amrum und Föhr gehören, im Schnitt 8.331 Euro – der zweithöchste Wert in ganz Deutschland.
Vereinzelt war an den Küsten auch mehr zu zahlen. Dies war der Fall in den niedersächsischen Kreisen Wesermarsch (real 8,7 Prozent), Wittmund (drei Prozent) und Cuxhaven (2,6 Prozent). In Schleswig-Holstein verbuchte der Kreis Schleswig-Flensburg ein sattes Plus (7,6 Prozent).
An die Spitze der Bundesländer mit den stärksten Preisabschlägen für Bestandswohnungen setzte sich Sachsen (real minus 4,4 Prozent). Dahinter folgten Bayern (3,9 Prozent), Hessen (3,7 Prozent), Baden-Württemberg (3,5 Prozent) und Rheinland-Pfalz (3,4 Prozent). In Thüringen stiegen die Preise dagegen leicht um 0,2 Prozent.
Unter den Landkreisen und kreisfreien Städten sanken die Kaufpreise inflationsbereinigt am stärksten im brandenburgischen Kreis Dahme-Spreewald (real minus 17,5 Prozent) und im thüringischen Kreis Saalfeld-Rudolstadt (12,7 Prozent). Ein massives Plus von 57,5 Prozent wurde hingegen im thüringischen Kreis Altenburger Land registriert. Die kreisfreie Stadt Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt kam auf einen Zuwachs von 17,3 Prozent.
Preisdelle nutzen
„In vielen Regionen Deutschlands sind die Immobilienpreise gesunken, da die Nachfrage trotz gestiegener Reallöhne leicht nachgelassen hat – eine Folge hoher Zinsen, unsicherer Förderbedingungen und steigender Lebenshaltungs-, Bau- und Renovierungskosten“, kommentiert Manuel Beermann, Leiter Produktmanagement Immobilien der Privatkundenbank in Deutschland, die Ergebnisse.
„Da wir nur von einer Preisdelle ausgehen, auf die wieder steigende Kaufpreise für Wohnimmobilien folgen, kann sich eine Investition jetzt lohnen. Dies gilt mit Blick auf die sehr geringe Bautätigkeit und der daraus folgenden Angebotsknappheit umso mehr“, so Beermann. Ob sich die Finanzierung einer Immobilie tatsächlich rechne, hänge aber im Einzelfall von der Finanzkraft des Käufers und der Lage des Objekts ab.




