Jeder Zweite geht früher in den Ruhestand

6.7.2018 – Viele Arbeitnehmer – besonders Beschäftigte, die körperlich hart arbeiten – scheiden vor dem offiziellen Rententermin aus dem Arbeitsleben aus. Das ist ein Ergebnis des aktuellen „Gesundheitsreports 2018“ der Techniker Krankenkasse. Darin fordert die Kasse, die Menschen leistungsfähig zu halten und empfiehlt das betriebliche Gesundheitsmanagement auch als Mittel der Mitarbeitergewinnung.

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Jeder zweite Arbeitnehmer scheidet vor dem offiziellen Rententermin aus dem Arbeitsleben aus. Vor allem Beschäftigte, die körperlich hart arbeiten, halten oft nicht bis zum Ende durch.

Jeder siebte Arbeitnehmer (13,5 Prozent) geht aufgrund von Berufsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit oder Schwerbehinderung in Frührente. Die Gründe dafür analysiert der neue „Gesundheitsreport 2018“ der Techniker Krankenkasse (TK).

Vorzeitig in Rente (Bild: Techniker Krankenkasse)

Report: Angaben zur Methodik

Für den Bericht wertete die Techniker die Krankschreibungen und Arzneimittel-Verordnungen der rund fünf Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen aus. Dazu zählen Beschäftigte, die in die Sozialversicherung einzahlen, und Empfänger von Arbeitslosengeld I.

Von diesen Beschäftigten in Deutschland waren 2017 nach einer Gegenüberstellung mit vorläufigen Angaben der Bundesagentur für Arbeit 15,1 Prozent bei der Techniker versichert.

Der diesjährige Themenschwerpunkt des Reports widmet sich der Gesundheit von Erwerbsgenerationen. Die Grundlage dafür bilden die 3,5 Millionen Sozialversicherungs-pflichtig Beschäftigten im Alter von 20 bis 65 Jahren über einen Zeitraum von fünf Jahren (2013-2017).

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Wer körperlich hart arbeitet, geht früher in Rente

Der Gesundheitsreport zeigt einen klaren Trend auf: Ein langes Arbeitsleben scheint für viele Arbeitnehmer nicht mehr sinnvoll oder körperlich nicht möglich.

„Ein Drittel der Berufstätigen, die früher aus dem Erwerbsleben ausscheiden, hat zwar genug Berufsjahre zusammen. Sie nehmen aber deutliche finanzielle Einbußen in Kauf, um früher in Rente zu gehen“, so Dr. Thomas Grobe vom Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH (Aqua). Das Unternehmen wertete die TK-Daten für den aktuellen Gesundheitsreport aus.

Besonders häufig seien von einer Frühverrentung Beschäftigte mit körperlich belastenden Berufen betroffen, führt Grobe weiter aus. So ist das Risiko, berufs- oder erwerbsunfähig zu werden, im Bau- und Holzgewerbe 1,8-mal höher als in der Vergleichsgruppe. Das gilt auch für Verkehrs- und Lagerarbeiter (1,6-mal höheres Risiko) sowie für die Beschäftigten aus der Metallbranche (fast 1,6-mal höheres Risiko).

Wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen leistungsfähig bleiben und überhaupt bis zum Rentenbeginn arbeiten können.

Dr. Jens Baas, Techniker Krankenkasse

Betriebliches Gesundheitsmanagement gewinnt Bedeutung

TK-Chef Dr. Jens Baas zieht aus dem aktuellen Gesundheitsreport 2018 ein klares Fazit: „Es nützt nichts, das Renteneintrittsalter immer weiter hochzuschrauben, wenn schon heute nicht einmal jeder Zweite so lange arbeitet. Wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen leistungsfähig bleiben und überhaupt bis zum Rentenbeginn arbeiten können.“

Das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) wie zum Beispiel Fitnessstudios oder Seminare zu Stress und Ernährung werde daher immer wichtiger. „Um als Arbeitgeber attraktiv zu sein, muss ich das Signal senden, dass ich mich um meine Mitarbeiter kümmere – auch in gesundheitlicher Hinsicht“, so Baas weiter.

Denn gut ausgebildete Fachkräfte seien in vielen Branchen Mangelware und viele Arbeitgeber suchten händeringend gute Leute. „Schon heute ist Gesundheit ein wichtiger Recruiting-Faktor“, erklärte der TK-Chef.

 
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